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Polizeiticker Leipzig Kindesmissbrauch in 47 Fällen - Vorbestrafter Sexualstraftäter verurteilt
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22:21 06.02.2018
Angeklagter Andy S.   Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Weinend bat er am Ende um Vergebung. „Es tut mir unendlich leid, die Schmerzen, die ich zugefügt, das Vertrauen, dass ich missbraucht habe“, sagte Andy S. (33) am Dienstag vor dem Landgericht Leipzig. Wenig später verurteilte ihn die 3. Strafkammer wegen schweren sexuellen Missbrauchs in 47 Fällen sowie Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung zu neun Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Damit bliebe der Informationstechniker sein Leben lang hinter Gittern, sofern er weiterhin als gefährlich angesehen wird.

Der Angeklagte hatte, wie berichtet, in dem seit 20. Dezember laufenden Prozess 49 der angeklagten 67 Fälle zugegeben, 18 Verfahren wurden eingestellt. Als besonders schwerwiegend sahen Anklage und Gericht die Vergewaltigung einer Zehnjährigen auf dem Schulweg in Mockau an. Am 27. Oktober 2016 kurz nach 7 Uhr soll Andy S. das Mädchen an der Friedrichshafner Straße/Bochumer Straße in ein Gebüsch gezerrt, sich trotz heftiger Gegenwehr an ihr vergangen und sie bedroht haben. „Vergewaltigung auf dem Schulweg ist ein Alptraum für Eltern und Kinder“, sagte Oberstaatsanwältin Heike Poganiatz.

Nach diesem Übergriff kamen die Ermittler durch besondere DNA, die nur auf eine Person in Sachsen passte, auf die Spur des Täters: Das Profil von Andy S. war in der Datenbank, weil er bereits wegen vielfachen Kindesmissbrauchs im März 2008 zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden war. Schon als Teenager war er im Kinderheim wegen Übergriffen auf kleine Mädchen aufgefallen, was ohne rechtliche Konsequenzen geblieben war. Bestraft wurde er wegen Missbrauchs seiner jüngeren Stiefschwester. Ein Gutachter hatte während der ersten Haftzeit vor einer fortdauernden Gefährlichkeit des Pädophilen gewarnt und sich gegen eine vorzeitige Haftentlassung ausgesprochen. Dennoch kam Andy S. 2013 wieder auf freien Fuß.

Bereits ab 2015 missbrauchte er laut Anklage die Kinder von Lebenspartnerinnen – drei Mädchen und ein Junge im Alter von fünf bis acht Jahren. „Allerdings hat keine der Mütter der betroffenen Kinder die Umstände richtig gedeutet“, so die Oberstaatsanwältin, „in keinem Fall wurde Anzeige erstattet.“ Erst als Ermittler im Juni 2017 bei Andy S. klingelten, gestand er neben der Vergewaltigung auch diese bislang unbekannten Missbrauchsfälle. „Ich habe den Eindruck, dass sie es mit ihrer letzten Tat an einer belebten Straße darauf angelegt haben, erwischt zu werden“, so der Vorsitzende Richter Norbert Göbel. Die Strafkammer folgte im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zehn Jahre Haft und Sicherungsverwahrung gefordert hatte – basierend auf dem Gutachten des forensischen Psychiaters Matthias Lammel, der Andy S. aufgrund seiner pädophilen Neigung eine fortdauernde Gefährlichkeit attestierte. Die Anwälte der Opfer schlossen sich dem an.

Verteidiger Malte Heise plädierte auf eine Freiheitsstrafe im einstelligen Bereich. „Herr S. hat Strategien zum Umgang mit Pädophilie gelernt, aber es fehlte ihm an Charakter, sich das zu versagen.“ Das Vertrauen der Gesellschaft in seine Person sei aufgebraucht, aber der Angeklagte sei kein hoffnungsloser Fall. „Es wäre nicht richtig, wenn er keine Chance mehr auf ein straffreies Leben hätte.“ Wie er auf Anfrage erklärte, akzeptiere sein Mandant das Urteil.

Von Frank Döring

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