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Vorgetäuschte Notlage und angebliche Gewinne – Trickbetrüger suchen Senioren in Leipzig heim

Vorgetäuschte Notlage und angebliche Gewinne – Trickbetrüger suchen Senioren in Leipzig heim

Ausnutzen von Hilfsbereitschaft, Versprechen von Gewinnen und der sogenannte Enkeltrick: Mit verschiedenen Maschen haben Betrüger am Montag im gesamten Leipziger Stadtgebiet versucht, ältere Mitbürger um ihr Erspartes zu bringen.

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Die Polizei warnt erneut vor Trickbetrügern. (Symbolbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Bei zwei Seniorinnen waren die Täter erfolgreich, in drei weiteren Fällen machten ihnen die auserkorenen Opfer einen Strich durch die Rechnung.

Erfolg hatten zwei Frauen bei einer 86-Jährigen in Schleußig. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, klingelten die beiden Täterinnen gegen 14 Uhr an der Tür und gaben vor, Zettel und Stift zu benötigen. Während die ältere Dame abgelenkt war, durchsuchte das Duo die Wohnung.

Erst nachdem die beiden verschwunden waren, bemerkte die Seniorin, dass Bargeld und Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro fehlten. Die Frauen werden als 1,60 Meter groß, etwa 25 Jahre alt und schlank beschrieben.

Um mehr als 900 Euro wurde eine 76-Jährige in Schönau gebracht. Gegen 14.15 Uhr erhielt die Seniorin einen Anruf – angeblich von der „Verbraucherzentrale Berlin“ – und wurde aufgefordert, ihren Bargeldgewinn von 42.000 Euro entgegenzunehmen.

Die überraschte Frau sollte dazu mehrere Ukash-Karten im Wert von je 100 Euro an einer Tankstelle kaufen. Ukash-Karten sind Zahlungsmittel, bei denen mit Hilfe einer 19-stelligen PIN auf tausenden Internetseiten weltweit eingekauft werden kann.

Das habe alles seine Richtigkeit, beruhigte eine angebliche Rechtsanwältin namens „Frau Weber“ die 76-Jährige. Der angebliche Leiter der Verbraucherzentrale „Herr Klein“ bestätigte das. Auf diese Weise getäuscht stieg die Seniorin in ein Taxi, fuhr zu einer Tankstelle und erwarb die geforderten Ukash-Prepaid-Karten. Anschließend übermittelte sie den Betrügern die PINs der Karten, womit diese nun im Internet einkaufen können.

Zunächst sind die Täter bei dieser Masche immer höflich und freundlich, teilte die Polizei mit. Bemerken sie jedoch Widerstand, schlagen sie einen aggressiveren Ton an und erhöhen den Druck. Das geht sogar soweit, dass die Anrufer rechtliche Schritte androhen, sollte der „Gewinn“ nicht ausgezahlt werden können.

So geschah es am Montag bei einer 79-Jährigen im Zentrum-Ost. Die Betrüger riefen mehrmals bei ihr an, versprachen ihr einen hohen Geldgewinn und bedrängten sie, dafür Ukash-Karten im Wert von 1000 Euro an einer Tankstelle zu kaufen. Die ältere Dame tat jedoch nichts dergleichen und informierte stattdessen die Polizei.

In zwei weiteren Fällen scheiterten Unbekannte mit dem Enkeltrick. Gegen 14 Uhr wurde ein 79-Jähriger in Sellerhausen-Stünz angerufen – angeblich von einem Enkel namens „Christian“. Dieser forderte einen Zuschuss von 32.000 Euro, um ein Auto erwerben zu können. Der Rentner ließ sich jedoch nicht täuschen und erstattete Anzeige.

Auch eine 96-Jährige in Leutzsch durchschaute die Masche, als ein Mann anrief, sich als Urenkel ausgab und Bargeld forderte. Die Dame beendete das Gespräch und informierte ihre wirkliche Familie über den Vorfall.

Die Polizei warnt im Zusammenhang mit diesen Fällen vor dubiosen Anrufen und davor, Fremde in die Wohnung zu lassen. Ukash-Karten sollten ausschließlich für den eigenen Gebrauch gekauft werden. Bei angeblichen Notlagen  - wie im Fall der beiden Frauen, die Zettel und Stift verlangten - sollte man das Gewünschte gegebenenfalls herausreichen und die Tür dabei mit einer Kette oder ähnlichen Sperre gesichert lassen.

Stefan Banitz

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