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Polizeiticker Leipzig Wassereinbruch am Leipziger Landgericht löste Notruf-Ausfall bei der Polizei aus
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Wassereinbruch am Leipziger Landgericht löste Notruf-Ausfall bei der Polizei aus
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01:00 26.06.2013
Schuld am Notruf-Ausafll war ein Wassereinbruch im benachbarten Gebäude des Landgerichts. Quelle: Wolfgang Zeyen

"Dadurch erfolgte die Sicherheitsabschaltung des Stromtransformators, der das gesamte Behördenareal versorgt", teilte Polizeisprecher Uwe Voigt gestern auf LVZ-Anfrage mit. Zu dem Gebäudekomplex gehört neben dem Hauptquartier der Polizei und dem Landgericht auch die Staatsanwaltschaft.

Ein Notstromaggregat sei zwar "anforderungsgerecht angesprungen", so Voigt. "Es hat sich jedoch nach 45 Minuten aus Sicherheitsgründen abgeschaltet." Warum - dies sei für die Techniker noch immer ein Rätsel. Die PD verfüge über mehrere Notstromaggregate, doch deren Kapazitäten waren an jenem Unwetterabend erschöpft. Zuletzt hatte die Polizei 2008 auf Notstrom zurückgreifen müssen, damals wegen einer Trafo-Havarie.

Der Stromausfall am 20. Juni kurz vor 20 Uhr hatte, wie berichtet, erhebliche Konsequenzen. Im polizeilichen Führungs- und Lagezentrum (FLZ), von wo aus die Einsätze für die Stadt und den Landkreis Leipzig sowie Nordsachsen koordiniert werden, wurde es plötzlich zappenduster. Das System mit elf Notrufabfrageplätzen, die wiederum mit mehreren Computerplätzen verbunden sind, stürzte ab. Immerhin: Die Datensicherheit sei dank einer sogenannten unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlage und mehreren (funktionierenden) Notstromaggregaten gewährleistet gewesen. "Betroffen waren die Einsatzleittechnik, die Telefonanlage und der Sprechfunkverkehr, die über Mobiltelefone und Handfunksprechgeräte aufrecht erhalten werden konnten", schilderte Voigt. Die Einsatzzentrale, bei der pro Tag durchschnittlich 550 bis 600 Notrufe eingehen, musste bis Mitternacht improvisieren - und das ausgerechnet an einem Abend, an dem in der gesamten Stadt Ausnahmezustand herrschte.

Allein in den ersten 45 Minuten des Unwetters bis zum Ausfall der Technik, seien neben den sonstigen Notrufen etwa 70 Anrufe im Zusammenhang mit dem Unwetter eingegangen, berichtete der Polizeisprecher. "Der allergrößte Teil dieser Anrufe waren jedoch keine Notrufe, sondern es ging um Wassereinbrüche in Keller und Anfragen zur Feuerwehr", so Voigt. "Die Bearbeitung dieser Anrufe hat die Arbeit der Leitstelle erheblich behindert." Als dann das System im FLZ kollabierte, war die 110 nicht mehr erreichbar. Dabei ist das FLZ durchaus für Ausfälle gerüstet. Im Einsatzleitsystem stehen laut Voigt mehrere Telefonanlagen, die beim Ausfall der Hauptanlage genutzt werden können. Doch am Unwetter-Abend half dies nichts. Wie viele Bürger vergeblich anriefen, ist laut Polizei unklar.

Durch den Ausfall der Telefonanlage sei auch die Kommunikation mit anderen Behörden, wie der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle gestört gewesen. Ersatzweise kamen Handys zum Einsatz. "Zusätzlich wurden durch das FLZ Verbindungsbeamte bei den Rettungsleitstellen Leipzig, Nordsachsen, Kreis Leipzig und der Bundespolizei eingesetzt, die über Sprechfunkverkehr im ständigen Kontakt mit dem FLZ standen", erläuterte Voigt. Verzögerungen bei Einsätzen gebe es durch eine solche 110-Panne jedoch nicht. "Die Einsatzkräfte stehen sowohl mit dem FLZ als auch die Reviere untereinander ständig über Sprechfunkverkehr in Kontakt, so dass in jedem Fall zeitnah gehandelt werden kann", so Voigt. "Die Polizeireviere haben alle erforderlichen Unterlagen und Erreichbarkeiten und können daher immer weiterhelfen."

Gleichwohl sorgte die Havarie des FLZ nicht nur bei Bürgern, sondern auch bei der Polizei für gehörige Ernüchterung. Konsequenzen sind angezeigt. "Gegenwärtig werden die Ursachen des Ausfalles durch Fachfirmen untersucht", versicherte Voigt. "In deren Ergebnis werden die notwendigen Schritte stehen."

iNotrufnummern: 110 - Polizei; 112 - Feuerwehr und Rettungsdienst, zugleich der Euro-Notruf, eine kostenlose EU-weite Notrufnummer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Frank Döring

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