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Weiter Rätsel um "Militante Gruppe"

Weiter Rätsel um "Militante Gruppe"

Nach ihrem Bekennerschreiben im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf Polizeifahrzeuge und ein Honda-Cabrio hat sich die ominöse "Militante Gruppe Leipzig" (MG) am Wochenende erneut zu Wort gemeldet.

In einer Internet-Botschaft distanzierte sie sich "deutlich von den vermutlich rechtsextremen Feuerattacken auf das Gebäude unserer linken Genossen im Täubchenweg". Am Freitagmorgen war hier ein Brand gelegt worden - der mittlerweile sechste seit Donnerstag im Leipziger Südosten.

Weil alle Tatorte in einem ungewöhnlich engen Radius liegen, geht die Polizei davon aus, dass die Brandserie auf das Konto ein- und derselben Tätergruppierung gehen könnte. Die MG hat sich allerdings zu lediglich zwei Anschlägen bekannt.

"Es wird weiterhin in alle Richtungen ermittelt", sagte Polizeisprecherin Anke Fittkau auf Anfrage. Staatsschutz und Brandkommissariat seien daran beteiligt. Zunächst müsse das Bekennerschreiben auf Echtheit geprüft werden.

Zwar erwecken die Verfasser den Eindruck, aus dem linksautonomen Milieu zu stammen. Doch erfahrene Staatsschützer haben in der Veröffentlichung der Gruppe einige "Ungereimtheiten" festgestellt, wie ein Ermittler sagte. Nicht auszuschließen wäre, dass beispielsweise Neonazis gezündelt haben und den Verdacht auf Linke lenken wollen. Auch in der linksalternativen Szene gelten beide Szenarien als denkbar, wie Diskussionen auf einschlägigen Internetseiten zeigen.

Interessant dürfte die Frage sein, ob es den Ermittlern gelingt, die Spuren der "Militante Gruppe Leipzig" im Internet zurückzuverfolgen. Normalerweise lassen sich Identitäten etwa über die IP-Adresse ermitteln. Die dubiosen Brandstifter teilten allerdings mit, mehrere geschützte Zugriffspunkte für WLAN - drahtlose lokale Netzwerke - gehackt zu haben und außerdem einen Tor-Server - so nennt man ein Netzwerk zur Anonymisierung der Verbindungsdaten - zu nutzen.

Nachdem die Unbekannten am Freitag mit weiteren Anschlägen gedroht hatten, verstärkte die Polizei an gefährdeten Objekten ihre Präsenz. Bis zum Sonntag abend kam es zu keinerlei weiteren Bränden.

Frank Döring

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