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Kriegsbombe in Leipzig-Holzhausen – Harald Bunge erinnert sich an Abwurf

Stabbrandbombe im Erdreich Kriegsbombe in Leipzig-Holzhausen – Harald Bunge erinnert sich an Abwurf

In den Morgenstunden ist auf einer Wiese neben der Kelterei Bunge ein Sprengsatz entdeckt worden, der aus dem Zweiten Weltkrieg stammt. Kelterei-Chef Harald Bunge erinnert sich noch genau, wie diese dort abgeworfen wurde.

Lutz Bunge, Sohn von Inhaber Harald Bunge, hat die Bombe am Montag bei der Pflanzung von Apfelbäumen entdeckt. 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Auf einer Wiese neben der Kelterei Bunge im Leipziger Stadtteil Holzhausen ist am Montagmorgen eine scharfe Weltkriegsbombe gefunden worden. Wie Inhaber Harald Bunge erklärte, sei der Sprengkörper bei der Pflanzung von neuen Apfelbäumen auf dem Areal entdeckt worden. „Mein Sohn hat sie gefunden und wir haben dann gleich die Polizei informiert“, so Bunge.

Ein Sperrkreis von 100 Metern wurde um den Fundort errichtet, Evakuierungen waren nicht notwendig. Laut Polizei handelte es sich bei dem Blindgänger um eine etwa 35 Zentimeter lange Stabbrandbombe. Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes rückten an, sicherten den Sprengkörper und nahmen die Überreste schließlich mit. "Die Bombe war noch scharf, allerdings konnte sie transportiert werden, solange keine mechanischen Kräfte auf den Sprengkörper wirken", erklärte Polizeisprecherin Katharina Geyer. Die Bombe wurde anschließend nach Zeithain gebracht, wo sie im Laufe des Tages kontrolliert verbrannt werde.

Für Kelterei-Chef Harald Bunge war der Fund neben seinem Betriebsgelände zumindest keine große Überraschung. Denn er selbst hat als Kind noch erlebt, wie am 20. Februar 1944 zahlreiche solcher Brandbomben von Fliegern der britischen Royal Air Force und von amerikanischen Verbänden über der Stadt abgeworfen wurden. „Man konnte sehen, wie die dann über Holzhausen abgekurvt sind und noch alles abgeworfen haben. Gerade auch auf der Wiese waren danach viele Bombentrichter“, so der 88-Jährige am Montag gegenüber LVZ.de.

Bunge: Eine der Bomben fiel auch ins Schlafzimmer

Eine der Bomben sei damals auch in das neben der Kelterei gelegene Wohnhaus gefallen und habe das Schlafzimmer zerstört. „Wir kamen in das Zimmer und alles war vom Rauch schwarz. Wir hatten zum Glück auf allen Etagen Sand und Wasser gelagert und konnten den Brand selbst löschen. Leider ist damals all' mein Spielzeug, das sich unter dem Bett befand, komplett verbrannt“, erinnerte sich der Senior.

Harald Bunge, Inhaber der Kelterei Bunge, hat das Bombardement auf Leipzig am 20. Februar 1944 selbst miterlebt.

Harald Bunge, Inhaber der Kelterei Bunge, hat das Bombardement auf Leipzig am 20. Februar 1944 selbst miterlebt.

Quelle: André Kempner

Harald Bunge übernahm das Traditionsunternehmen einst von seiner Mutter Martha, die die Kelterei Bunge bereits 1936 gegründet hatte. Im vergangen Jahr feierten die Bunges nicht nur das 80-jährige Bestehens ihres Unternehmen, sondern mussten auch die vorläufige Einstellung der Produktion hinnehmen. Das Umweltamt ließ den mit Holz betriebenen traditionsreichen Keltereikessel stilllegen, weil dieser Abgaswerte überschreite.

Traditionsreiche Kelterei will im Herbst wieder produzieren

Ein neuer Kessel konnte bisher aufgrund der hohen Anschaffungs- und Einbaukosten nicht besorgt werden. Bunge ist sich aber sicher, dass es spätestens im Herbst 2017, wenn die Kleingärtner wieder ihr Obst ernten, mit der Kelterei in Leipzig-Holzhausen weitergehen werde. „Auf jeden Fall, wir lassen uns nicht unterkriegen, wir werden nicht aufgeben“, sagte der 88-Jährige.

Am 20. Februar 1944 wurden während eines Großangriffs der Alliierten auf die deutsche Rüstungsindustrie etwa 3000 Tonnen Bomben über der Messestadt abgeworfen. Bei den Angriffen wurde unter anderem das Gewandhaus und die Hochschule für Musik zerstört.

Matthias Puppe

Mehr zur Kelterei: www.kelterei-bunge.de

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