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Staatsanwälte residieren ab 2020 in ehemaligem Leipziger Knast

Start für Justizzentrum Staatsanwälte residieren ab 2020 in ehemaligem Leipziger Knast

Gut ein Jahrzehnt lang immer wieder aufgeschoben, aber nie aufgehoben: der Plan zur Errichtung eines Justizzentrums in der Südvorstadt von Leipzig. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Amtsgericht, Bernhard-Göring-Straße 64, sollen nun als erstes eine neue Staatsanwaltschaft, später dann ein Komplex mit Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsgericht entstehen.

2003 wurde das Leipziger Gefängnis an der Alfred-Kästner-Straße abgerissen. Hier soll nun die neue Staatsanwaltschaft entstehen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Gut ein Jahrzehnt lang immer wieder aufgeschoben, aber nie aufgehoben: der Plan zur Errichtung eines großen Justizzentrums in der Südvorstadt von Leipzig. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Amtsgericht, Bernhard-Göring-Straße 64, sollen nun als erstes eine neue Staatsanwaltschaft, später dann ein Komplex mit Arbeits-, Sozial- und Verwaltungsgericht entstehen. Der jetzige Abriss alter Gebäude ist dafür der Startschuss.

In den Bau der neuen Staatsanwaltschaft investiert der Freistaat fast 32,6 Millionen Euro, teilte Petra Brommer, Pressesprecherin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), auf Anfrage mit. Dafür haben jetzt die bauvorbereitenden Arbeiten begonnen. Für den künftigen Baucontainerstandort sind Garagen an der Bernhard-Göring-Straße abgebrochen worden; zudem musste in dieser Woche noch ein Altgebäude im riesigen Innenhof-Karree des Amtsgerichtes weichen.

Auf der Freifläche soll der Neubau für die Staatsanwaltschaft hochgezogen werden. Bis 2003 stand dort noch das Gefängnis Alfred-Kästner-Straße. Dessen Hauptteil wurde abgerissen, die Gebäudeflügel und denkmalgeschützten Fassaden sowohl an Arndt- als auch Kästnerstraße sind aber erhalten geblieben. Laut SIB umfasst der erste Bauabschnitt neben einem Verbindungsneubau für die Staatsanwaltschaft auch die Sanierung der einstigen Knast-Trakte. Ein Teil davon wird künftig auch von der Ermittlungsbehörde genutzt. Brommer: „Die Fertigstellung ist für Ende 2020 geplant.“

In dem früheren Gefängniskomplex an der Arndtstraße 48 befindet sich die ehemalige zentrale Hinrichtungsstätte der DDR, die zu einem Erinnerungs- und Gedenkort umgebaut werden soll. Vor 30 Jahren, am 17. Juli 1987, war in der DDR die Todesstrafe abgeschafft worden. Brommer zufolge wird dieser Umbau „in einer eigenständigen Maßnahme realisiert“. Bei der anstehenden Sanierung erfolge innerhalb des einstigen Haft-Traktes eine bauliche Trennung zwischen Staatsanwaltschaft und Gedenkstätte.

Nach dem Auszug der Staatsanwaltschaft soll ihr derzeitiges Gebäude an der Straße des 17. Juni den beiden benachbarten Behörden zur Verfügung gestellt werden: sowohl der Polizeidirektion Leipzig als auch dem Landgericht Leipzig. Letzteres könnte dann die derzeit noch ausgelagerten Bereiche wie Referendar-Ausbildung, die Berufungs-, Beschwerde- und Handelskammern wieder am (dann erweiterten) Standort Harkortstraße unterbringen.

In einem zweiten Bauabschnitt für das künftige Justizzentrum ist die Sanierung des Amtsgerichtes vorgesehen, „in dem voraussichtlich auch das Grundbuchamt angesiedelt werden soll“, blickt SIB-Sprecherin Brommer voraus. „Die Planungen dafür haben noch nicht begonnen.“

Im dritten Akt soll mittelfristig ein Fachgerichtszentrum entstehen. Dafür ist das Areal zwischen Arndt-, Bernhard-Göring- und Schenkendorfstraße – neben dem Amtsgericht – vorgesehen. Im Fachgerichtszentrum sollen Verwaltungsgericht Leipzig (jetzt Rathenaustraße mit Außenstelle Dufourstraße), Sozialgericht (jetzt Berliner Straße) und Arbeitsgericht (jetzt Erich-Weinert-Straße) künftig residieren. „Belastbare Zeiträume für den zweiten und dritten Bauabschnitt können derzeit noch nicht genannt werden“, dämpft der Staatsbetrieb aber allzu große Erwartungen. Mit Bundesverwaltungsgericht, Landgericht und (jetziger) Staatsanwaltschaft besteht bereits ein erstes Justizzentrum in Citynähe.

Von Sabine Kreuz

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