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Wollte Häftling im DVD-Player 20 000 Euro Drogengeld schmuggeln?

Wollte Häftling im DVD-Player 20 000 Euro Drogengeld schmuggeln?

Wegen 20 000 Euro, entdeckt in einem DVD-Player sowie einer Tabakdose, musste sich gestern Häftling Saleh A. (48) am Amtsgericht Leipzig verantworten. Vorwurf: Geldwäsche.

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Das Amtsgericht sprach den Iraker aus Mangel an Beweisen frei.

Quelle: Friso Gentsch/Symbolbild

Leipzig. Denn die Staatsanwaltschaft vertrat die Ansicht, dass es sich um Erlöse aus Straftaten - Drogengeschäften - handelt. Das Amtsgericht jedoch sprach den Iraker aus Mangel an Beweisen frei.

Als Saleh A. am 25. Juli 2013 von der Leipziger Justizvollzugsanstalt (JVA) nach Torgau verlegt werden sollte, fiel Beamten am DVD-Player des Insassen eine nicht ordnungsgemäße Versiegelung auf. Folge: Das Gerät wurde geröntgt. "In den Hohlräumen waren Schatten zu erkennen", so eine Bedienstete gestern vor Gericht. Sie entpuppten sich als Geldbündel - exakt 19 150 Euro. Die Verlegung wurde deshalb auf den 29. Juli - nunmehr nach Dresden - verschoben. Und auch an jenem Tag entdeckten Beamte 850 Euro - verborgen in einer großen Tabakdose. Der damalige Vertreter des Anstaltschefs leitete ein Disziplinarverfahren ein. "Bei der Anhörung sagte mir der Häftling, dass ihm der Player gehört, weil er ihn in der Asylbewerberunterkunft von einem Mitbewohner erhielt, der von der Polizei abgeholt wurde", so Carsten Lange. Woher das Gerät tatsächlich kam, habe aber nicht aufgeklärt werden können. Denn weder bei der Aufnahme des Insassen in die JVA im Oktober 2012 noch später sei es in den Listen vermerkt worden. "Außerdem sagte er, dass es nicht sein Geld ist, er nicht wisse, woher es kommt", so Lange weiter. Dagegen habe allerdings ein Vorfall von 2009 gesprochen. Da war Saleh A. mit 3800 Euro, versteckt in einem Radio, in der JVA Torgau erwischt worden.

Für Staatsanwältin Jana Neitzsch sprach eine Indizienkette für die Schuld des Angeklagten im aktuellen Fall, zumal er schon zehnmal wegen Drogenhandels vorbestraft sei. "Es ist die einzige schlüssige und lebensnahe Variante, dass das Geld aus Betäubungsmittelgeschäften stammt." Sie forderte elf Monate Haft. Verteidiger Wolfgang Männel wollte Freispruch: "Das sind alles nur Behauptungen und Spekulationen." Saleh A. bestritt die Vorwürfe. Für Amtsrichter Marcus Pirk waren letztlich sowohl die Herkunft des Players als auch des Geldes ungeklärt. Das Gerät könnte durch Dritte, möglicherweise auch Anwälte, in die JVA gebracht worden sein. Und das Geld aus anderen Quellen stammen. Die Scheine seien nicht auf Spuren untersucht worden. Im Gegensatz zum Player. Allerdings könne der Angeklagte aufgrund der im Geräteinneren gefundenen DNA-Spuren als Verursacher zwar nicht ausgeschlossen, aber auch nicht eindeutig identifiziert werden, so Pirk. Der Freispruch ist noch nicht rechtskräftig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.08.2014

Sabine Kreuz

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