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Zerstückelte Leiche am Leipziger Elsterbecken: Polizei setzt 5.000 Euro Belohnung aus

Zerstückelte Leiche am Leipziger Elsterbecken: Polizei setzt 5.000 Euro Belohnung aus

Mit einem Fahndungsplakat und 5.000 Euro Belohnung will die Polizei jetzt Benjamin H. auf die Spur kommen. Der 23-Jährige steht im dringenden Tatverdacht Jonathan H.

Leipzig. im vergangenen Jahr grausam ermordet zu haben. Ein Spaziergänger hatte Anfang November am Ufer des Leipziger Elsterbeckens  Leichenteile gefunden.

„Wir haben inzwischen 30 Hinweise zum Aufenthaltsort von Benjamin H. erhalten“, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, gegenüber LVZ-Online. Zumeist seien die Tipps aber wenig konkret gewesen. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mörder laufe deutschlandweit und auch international. „Es wird schwer für ihn, den Schengen-Raum zu verlassen“, erklärte Schulz. Der Sprecher hält es durchaus für möglich, dass Hupel sich noch ganz in der Nähe aufhält.

Die Ermittler hätten Leipzig, aber auch Thüringen, den Ort seiner Kindheit und Jugend, besonders im Visier. Benjamin H. ist in Arnstadt aufgewachsen und besuchte dort das Gymnasium. Später zog er in die Messestadt und lebte in einer Wohnung im Stadtteil Lindenau.

„Derzeit wissen wir nicht, wo er sich aufhält“, so Schulz. Die Beamten ziehen alle Möglichkeiten in Betracht. Benjamin H. könnte allein auf der Flucht sein, ebenso bei Bekannten untergetaucht sein oder sich gar das Leben genommen haben. „Ich will da gar keine Angaben machen, das ist doch nur Kaffeesatzleserei“, meinte Schulz.

Die Auslobung einer Belohnung hat im Mordfall Jonathan H. schon einmal zu wichtigen Informationen geführt. Über diesen Weg hat Polizei den entscheidenden Hinweis zur Identität des Opfers erhalten. „Die Belohung wurde ausgezahlt“, sagte die Leipziger Kripochefin Sonja Penzel.

Durch das Fahndungsplakat erhoffen sich die Kriminalisten nicht nur neue Hinweise, damit soll auch der Druck auf Benjamin H. erhöht werden. „Die öffentliche Fahndung ist ein zulässiges rechtsstaatliche Mittel, wir wollen aber keine Jagd beginnen“, merkte Oberstaatsanwalt Schulz an. Ziel sei es, den Tatverdächtigen schnell zu fassen.

Auf die Spur war die Polizei dem 23-Jährigen durch Hinweise aus dem Umfeld des Opfers gekommen. „Wie durch eine Kette“ seien die Beamten so auf Benjamin H. gestoßen. „Es ist uns aber nicht gelungen, ihn zu erreichen. Vorladungen wurden von ihm ignoriert. Daher hat sich der Fokus der Ermittlungen in der Folge auf ihn konzentriert“, so Rainer Baacke, Leiter der Mordkommission.

Seit Dezember fanden mehrere Durchsuchungen statt - auch in der Wohnung des 23-jährigen Thüringers, die sich in der Nähe des Elsterbeckens befindet, wie die Behörden gegenüber LVZ-Online bestätigten. Aufgrund von „kriminaltechnischen Spurensicherungen“ und dem Obduktionsbericht der Leiche habe sich der dringende Tatverdacht ergeben.

Keine Angaben wollte Oberstaatsanwalt Schulz zum derzeitigen Stand der Spurenauswertung machen. Vor allem zum Tatort und zur Tatwaffe äußere er sich nicht. „Wir haben gewisse Vorstellungen. Ich will aber kein Täterwissen verraten“, sagte der Behördensprecher. Nach wie vor sei aber der Kopf des Mordopfers verschwunden.

Den Beschreibungen der Polizei zufolge ist Benjamin H. etwa 1,80 Meter groß, schlank und trägt eine Brille. Er sei in seinem Aussehen "sehr flexibel", schilderte Baacke. Haarfarbe und -länge habe der Tatverdächtige in der Vergangenheit mehrfach geändert, zeitweise auch einen Bart getragen.

Hinweise nimmt die Polizei in Leipzig in der Dimitroffstraße 1, unter der Telefonnummer: 0341 / 9 66 4 25 53 oder per E-Mail unter emuk.elster@polizei.sachsen.de entgegen.

Matthias Roth/Robert Nößler

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