Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Polizeiticker Leipzig Zerstückelte Leiche am Leipziger Elsterbecken: Polizei setzt 5.000 Euro Belohnung aus
Leipzig Polizeiticker Polizeiticker Leipzig Zerstückelte Leiche am Leipziger Elsterbecken: Polizei setzt 5.000 Euro Belohnung aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:51 27.03.2012
Anzeige
Leipzig

im vergangenen Jahr grausam ermordet zu haben. Ein Spaziergänger hatte Anfang November am Ufer des Leipziger Elsterbeckens  Leichenteile gefunden.

„Wir haben inzwischen 30 Hinweise zum Aufenthaltsort von Benjamin H. erhalten“, sagte Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, gegenüber LVZ-Online. Zumeist seien die Tipps aber wenig konkret gewesen. Die Fahndung nach dem mutmaßlichen Mörder laufe deutschlandweit und auch international. „Es wird schwer für ihn, den Schengen-Raum zu verlassen“, erklärte Schulz. Der Sprecher hält es durchaus für möglich, dass Hupel sich noch ganz in der Nähe aufhält.

Die Ermittler hätten Leipzig, aber auch Thüringen, den Ort seiner Kindheit und Jugend, besonders im Visier. Benjamin H. ist in Arnstadt aufgewachsen und besuchte dort das Gymnasium. Später zog er in die Messestadt und lebte in einer Wohnung im Stadtteil Lindenau.

„Derzeit wissen wir nicht, wo er sich aufhält“, so Schulz. Die Beamten ziehen alle Möglichkeiten in Betracht. Benjamin H. könnte allein auf der Flucht sein, ebenso bei Bekannten untergetaucht sein oder sich gar das Leben genommen haben. „Ich will da gar keine Angaben machen, das ist doch nur Kaffeesatzleserei“, meinte Schulz.

Die Auslobung einer Belohnung hat im Mordfall Jonathan H. schon einmal zu wichtigen Informationen geführt. Über diesen Weg hat Polizei den entscheidenden Hinweis zur Identität des Opfers erhalten. „Die Belohung wurde ausgezahlt“, sagte die Leipziger Kripochefin Sonja Penzel.

Durch das Fahndungsplakat erhoffen sich die Kriminalisten nicht nur neue Hinweise, damit soll auch der Druck auf Benjamin H. erhöht werden. „Die öffentliche Fahndung ist ein zulässiges rechtsstaatliche Mittel, wir wollen aber keine Jagd beginnen“, merkte Oberstaatsanwalt Schulz an. Ziel sei es, den Tatverdächtigen schnell zu fassen.

Auf die Spur war die Polizei dem 23-Jährigen durch Hinweise aus dem Umfeld des Opfers gekommen. „Wie durch eine Kette“ seien die Beamten so auf Benjamin H. gestoßen. „Es ist uns aber nicht gelungen, ihn zu erreichen. Vorladungen wurden von ihm ignoriert. Daher hat sich der Fokus der Ermittlungen in der Folge auf ihn konzentriert“, so Rainer Baacke, Leiter der Mordkommission.

Seit Dezember fanden mehrere Durchsuchungen statt - auch in der Wohnung des 23-jährigen Thüringers, die sich in der Nähe des Elsterbeckens befindet, wie die Behörden gegenüber LVZ-Online bestätigten. Aufgrund von „kriminaltechnischen Spurensicherungen“ und dem Obduktionsbericht der Leiche habe sich der dringende Tatverdacht ergeben.

Keine Angaben wollte Oberstaatsanwalt Schulz zum derzeitigen Stand der Spurenauswertung machen. Vor allem zum Tatort und zur Tatwaffe äußere er sich nicht. „Wir haben gewisse Vorstellungen. Ich will aber kein Täterwissen verraten“, sagte der Behördensprecher. Nach wie vor sei aber der Kopf des Mordopfers verschwunden.

Den Beschreibungen der Polizei zufolge ist Benjamin H. etwa 1,80 Meter groß, schlank und trägt eine Brille. Er sei in seinem Aussehen "sehr flexibel", schilderte Baacke. Haarfarbe und -länge habe der Tatverdächtige in der Vergangenheit mehrfach geändert, zeitweise auch einen Bart getragen.

Hinweise nimmt die Polizei in Leipzig in der Dimitroffstraße 1, unter der Telefonnummer: 0341 / 9 66 4 25 53 oder per E-Mail unter emuk.elster@polizei.sachsen.de entgegen.

Matthias Roth/Robert Nößler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Wochenende sind in Leipzig zwei Unfallverursacher vom Tatort geflüchtet. Beide Autofahrer konnten jedoch kurz darauf gefasst werden. Das teilte die Polizei am Montag mit.

26.03.2012

Am Sonntagabend ist ein 28-Jähriger in Neustadt-Neuschönefeld von zwei unbekannten Tätern erpresst worden. Nach Angaben der Polizei wurde der Leipziger von den Männern mit einem pistolenähnlichen Gegenstand bedroht, während er gegen 23.15 Uhr vor seiner Haustür in der Lutherstraße telefonierte.

26.03.2012

Ein 30-jähriger Mann ist in der Nacht zum Montag bei einem Einbruch in der Hermann-Liebmannstraße erwischt worden. Der Täter drang gegen 0.45 Uhr in den Keller eines Mehrfamilienhauses im Leipziger Stadtteil Neustadt-Neuschönefeld ein.

26.03.2012
Anzeige