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Zerstückelte Leiche in Berlin: Leipziger Ermittler sehen Übereinstimmungen zum Fall Jonathan H.

Zerstückelte Leiche in Berlin: Leipziger Ermittler sehen Übereinstimmungen zum Fall Jonathan H.

Neue Spur im Fall Jonathan H.: Polizei und Staatsanwaltschaft aus Leipzig haben nach dem Fund einer zerstückelten Leiche in einer Berliner Wohnung Kontakt zu den Behörden in der Hauptstadt aufgenommen.

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Bei dem Toten vom Elsterbecken handelt es sich um den 23-jährigen Leipziger Jonathan H.

Quelle: Leipziger Polizei

Leipzig/Berlin. Bei dem Sexualmord an Carsten S. gebe es „vom Äußeren her bestehende scheinbare Übereinstimmungen“ mit dem Toten aus dem Elsterbecken, sagte der Leipziger Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Donnerstag auf Anfrage von LVZ-Online. Der Täter, ein 43-Jähriger aus Berlin, konnte gefasst werden. Er soll nun zum Fall Jonathan H. befragt werden.

Blutüberströmt fanden die Ermittler Michael S. am Montag in seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Mariendorf. Der mutmaßliche Mörder soll versucht haben, sich das Leben zu nehmen, kurz bevor Polizisten bei ihm auftauchten, um ihn als Zeugen zum Fall des vermissten Carsten S. zu befragen. Die Leiche des 37-jährigen Opfers hatte Michael S. zuvor zerlegt. Arme und Beine waren vom Torso abgetrennt, der Kopf soll laut Medienberichten gekocht worden sein.

Mord im Zuge von „sado-masochistischen Sexualpraktiken“

Michael S., der sich durch Schnitte an den Pulsadern schwere Verletzungen zufügte, hat die Tat bereits gestanden. „Er räumte ein, dass es im Zuge von sado-masochistischen Sexualpraktiken zum Tod des Mannes gekommen ist“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, gegenüber LVZ-Online. Es erging Haftbefehl wegen Mordes zur Befriedigung des Geschlechtstriebs.

Das Opfer, der Kreuzberger Bankangestellte Carsten S., war seit 1. Januar vermisst. Seinem Lebensgefährten hatte er gesagt, dass er verabredet sei. Danach hob S. einen höheren Geldbetrag von einem Geldautomaten am Mehringdamm ab. Offenbar starb der 37-Jährige bereits kurze Zeit später. „Er lag schon längere Zeit in der Wohnung“, erklärte Steltner. Die vollständige Leiche hätte sich dort befunden – Teile anderer Opfer fanden die Ermittler nicht.

Profiler sollen Leipziger Mordfall aufklären

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In diesem Haus in Berlin-Mariendorf wurde die zerstückelte Leiche von Carsten S. gefunden. Sein mutmaßlicher Mörder Michael S. wurde festgenommen.

Quelle: dpa

Zu den Berliner Ermittlern sei Kontakt aufgenommen worden, „um zu prüfen, ob es einen Zusammenhang oder Parallelen zum Leipziger Fall gib“, so der Leipziger Oberstaatsanwalt Schulz. Der Mord in der Hauptstadt hat die seit gut zwei Monaten ermittelnden Beamten der erweiterten Mordkommission Elster aufhorchen lassen. „In allen anderen Fällen dieser Art haben wir nur ein Opfer, aber keinen Täter“, sagte Schulz.

Auch wenn Michael S. nichts mit dem Tod von Jonathan H. zu tun haben sollte, erhofft man sich neue Ermittlungsansätze zum Fall des ermordeten 23-Jährigen. „Uns interessiert, wie ein Täter gestrickt ist, der sein Opfer zerlegt“, betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Profitieren könnten davon sogenannte Profiler – speziell eingesetzte Polizei-Psychologen, die den Täterkreis eingrenzen. Derzeit untersuchen die Leipziger Ermittler auch Zusammenhänge mit einem ähnlich gelagerten Fall in Neubrandenburg. Im Tollensesee waren seit Anfang Januar Teile einer zerstückelten Frauenleiche gefunden worden.

Jonathan H: Bislang keine Spur in die Homosexuellen-Szene

Spuren der Mordkommission, die in die Homosexuellen-Szene führten, hätten sich im Fall Jonathan H. bislang nicht bestätigt, sagte Schulz. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen sei es daher auch „eher unwahrscheinlich“, dass der Täter aus diesem Milieu komme. „Es ist aber nach wie vor alles möglich.“

Auf die DNA-Probe des an Silvester am Elsterbecken entdeckten Knochens warten die Ermittler noch. Ob das Leichenteil von Jonathan H. stammt, sollen Gerichtsmediziner bis kommende Woche klären. Neben den Beinen des Getöteten fehlt bislang auch noch der Kopf.

Ein Pilzsammler hatte Anfang November das erste Teil der zerstückelten Leiche, einen Arm, zwischen Palmengartenwehr und Zeppelinbrücke entdeckt. Die extra eingerichtete erweiterte Mordkommission fahndet seitdem unter Hochdruck nach dem Täter – bislang ohne Erfolg. „Wir haben nur wenige Anhaltspunkte. Eine heiße Spur war bislang noch nicht dabei“, räumte Oberstaatsanwalt Schulz ein. Ob sich das mit dem Berliner Fall nun ändert, bleibt abzuwarten.

Robert Nößler

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