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Nach Drohung in Zug: SEK nimmt 41-Jährigen in Leipzig fest

Neue Messe Nach Drohung in Zug: SEK nimmt 41-Jährigen in Leipzig fest

Großeinsatz am Bahnhof Leipzig-Messe: In einem Intercity ist am Mittwochmittag ein Fahrgast ausgerastet. Der Zug wurde geräumt, der aggressive Passagier eingeschlossen. SEK-Einsatzkräfte nahmen ihn nach viereinhalb Stunden fest. 

Polizeieinsatz am Bahnhof Leipzig-Messe: Nach fast fünf Stunden hat sich der Mann ergeben.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Erleichterung im Leipziger Norden: Nach etwa viereinhalb Stunden konnte am Mittwochnachmittag ein verwirrter und aggressiver 41-Jähriger aus einem Intercity festgenommen werden. Das teilte die Polizei mit. Er habe sich schließlich freiwillig ergeben, die Beamten mussten keine Gewalt anwenden. Er wird vermutlich am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt, über Nacht bleibt er in Gewahrsam. Vor Ort erfolgte zudem eine medizinische Betreuung. Woher der offensichtlich Behinderte stammt, teilten die Beamten nicht mit. Er war schon in den Morgenstunden von seinen Angehörigen als vermisst gemeldet worden.

Der Mann stieg gegen 16.30 Uhr aus dem Zug. "Er hatte uns nonverbal signalisiert, indem er die Hände über den Kopf erhoben hat, dass er sich ergeben möchte", erklärte Polizeisprecher Andreas Loepki. Um zu belegen, dass er keine gefährlichen Gegenstände am Körper führte, musste sich der 41-Jährige komplett entkleiden. Zunächst kommunizierte die Polizei über Schilder mit dem verwirrten Mann, anschließend kontaktierten sie ihn per Mobiltelefon. Er habe eingesehen, sich in einer ausweglosen Situation zu befinden, hieß es.

Polizeigroßeinsatz am Bahnhof Leipzig-Messe: Ein Intercity nach Berlin wurde wegen eines aggressiven Fahrgastes gestoppt und evakuiert.

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Nachdem der Mann gegen 11.30 Uhr im Zug bei einer Ticketkontrolle ausgerastet war, wurde der Intercity 2302 von München über Leipzig nach Berlin am Bahnhof Messe gestoppt und geräumt. Der Fahrgast soll statt eines Tickets seinen Behindertenausweis vorgelegt haben. Dieser berechtigte ihn jedoch nicht zur kostenlosen Fahrt. Daraufhin drehte der Mann durch und erklärte, etwas in die Luft zu sprengen. Große Gegenstände unter der Bekleidung ließen zudem vermuten, dass der 41-Jährige tatsächlich Sprengstoff bei sich trug.

Er wurde anschließend von Zugbegleitern im hinteren Teil des Fahrzeugs eingeschlossen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot und Spezialkräften vor Ort, der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt. Rund 350 Fahrgäste konnten die Waggons unbeschadet verlassen. Der Intercity stand von schwer bewaffneten SEK-Einsatzkräften umstellt auf dem Gleis.

Chaos im Bahnverkehr

Der Verdacht auf eine Bombe bestätigte sich nicht. Laut Beamten war ein Sprengstoffhund vor Ort, habe aber kein explosives Material oder Waffen aufgespürt. Die polizeilichen Untersuchungen dauerten bis etwa 18.30 Uhr an. Auch die Bahnstrecke konnte am Abend wieder freigegeben werden. In weiten Teilen Deutschlands kam es zu Verspätungen. Auswirkungen auf den Fernverkehr seien bis in die Nacht zu spüren, erklärte ein Sprecher der Bahn.

Die Situation an der Neuen Messe war über Stunden hinweg angespannt. "Wir versuchen, Kontakt mit ihm aufzunehmen und ihn wohlbehalten aus dem Zug zu bekommen", sagte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf am Nachmittag gegenüber LVZ.de. Bei den Gesprächen kamen Spezialisten der Verhandlungsgruppe zum Einsatz. Ein Terrorverdacht bestand nicht, betonte die Polizei. "Nichts deutet auf einen islamistischen oder einen Migrationshintergrund hin", so Sprecher Andreas Loepki. Auch Scharfschützen sollen vor Ort gewesen sein, was jedoch offiziell nicht bestätigt wurde.

Verwirrter stieg am Hauptbahnhof ein

Der Mann sei am Leipziger Hauptbahnhof in den IC von München nach Berlin gestiegen, habe "verwirrt" gewirkt und sich "aggressiv" verhalten, berichtete Loepki. "Er ist so ausgerastet, dass er eine Bedrohung dargestellt hat." Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand. Der Zug wurde um 11.48 Uhr gestoppt und evakuiert, alle Fahrgäste konnten den Intercity verlassen.

Loepki sagte im Vorfeld, man werde sich dem Zug nähern und notfalls auch "unmittelbaren Zwang" anwenden. "Die Situation hier ist zur Beherrschung relativ günstig", erklärte er. Zu dem Mann selbst lagen zunächst keine genauen Angaben vor. Die Polizeidirektion Leipzig führte den Einsatz gemeinsam mit der Bundespolizei durch. Auch Krankenwagen und Feuerwehr sind vor Ort.

Wegen des Polizeieinsatzes war der Zugverkehr im Großraum Leipzig massiv gestört. Die Strecke Richtung Berlin sei dicht, sagte ein Bahnsprecher am Mittag. Das wirke sich auf die Fernzüge und den S-Bahn-Verkehr aus. Die Züge stauten sich am frühen Nachmittag vor dem Leipziger Hauptbahnhof.

Betroffen waren nach Bahnangaben auch die S-Bahnen der Linien S1, S2, S4, S5 und S5X. Ein Busnotverkehr wurde zwischen Leipzig-Rackwitz und Leipzig-Hauptbahnhof sowie zwischen Schkeuditz und Leipzig/Halle-Flughafen eingerichtet. Weitere Informationen erhalten Kunden unter der Hotline der S-Bahn Mitteldeutschland unter 0341 / 26 69 66 22. Auch im Straßenbahnverkehr kam es bei der Linie 16 wegen der Streckensperrung zu Behinderungen.

Robert Nößler / Josephine Heinze / Bastian Fischer

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