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Zwei Festnahmen bei Großrazzia gegen Schleuser-Netzwerk im Leipziger Osten

Hostelchef verhaftet Zwei Festnahmen bei Großrazzia gegen Schleuser-Netzwerk im Leipziger Osten

Bei einem Großeinsatz in einem Hostel in Leipzig-Volkmarsdorf ist die Polizei am Mittwoch gegen organisierte Schleuser vorgegangen. Zwei Männer wurden festgenommen, darunter auch der Betreiber der Herberge in der Hermann-Liebmann-Straße.

Die Polizei durchsuchte am Mittwoch das Leipziger Hostel "Residencia International" in der Hermann-Liebmann-Straße.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Razzia dauerte fast zwölf Stunden und endete mit zwei Festnahmen: Mit einem Großeinsatz ist die Leipziger Polizei am Mittwoch gegen ein organisiertes Netzwerk zur illegalen Einwanderung vorgegangen, das von einem Hostel in der Hermann-Liebmann-Straße aus betrieben worden sein soll. Der 60-jährige Betreiber der Herberge „Residencia International“ in Volkmarsdorf wurde verhaftet. Auch ein 24-jähriger Bewohner wurde nach dem Fund von mehreren hundert Gramm Betäubungsmitteln festgenommen. Er soll einem Haftrichter vorgeführt werden.

Razzia gegen Schleuser im Leipziger Osten: Ein Hostel in der Hermann-Liebmann-Straße wurde am Mittwoch von der Polizei durchsucht. Zwei Männer wurden festgenommen.

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Seit vier Uhr waren Beamte der Bundespolizei, der Polizeidirektion Leipzig und des Zolls in Kooperation mit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe (GEG) „Bohemia“ und der Stadt in Volkmarsdorf im Einsatz. Zimmer für Zimmer wurden die 30 Apartments durchsucht. Die Hermann-Liebmann-Straße musste zwischen Eisenbahnstraße und der Brücke bis zum Ende des Einsatzes gegen 15.30 Uhr voll gesperrt werden. Für Autofahrer gab es dadurch erheblichen Behinderungen.

Hostelchef soll Ausländern falsche Identitäten verschafft haben

Die Vorwürfe gegen den Hostelchef sind schwerwiegend: Bereits seit 2015 soll der Mann Ausländer illegal nach Deutschland gebracht und ihnen hier Papiere verschafft haben, teilte die Polizei am Nachmittag mit. Ausländer aus Nicht-EU-Staaten soll der 60-Jährige bei Einwohnermeldeämtern der Stadt angemeldet haben und dabei geänderte oder gefälschte Ausweisdokumente verwendet haben, hieß es. Er habe, so der Vorwurf, „illegal eingereisten Personen aus Albanien, Libyen, Tunesien, Algerien und Ukraine zu falschen Identitäten als EU-Bürger der Staaten Slowenien, Rumänien, Tschechien, Slowakei und Kroatien verholfen“, erklärte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. Mit einer Scheinanmeldung soll der 60-Jährige den Ausländern in seinem Hostel auch zu einem festen Wohnsitz in Leipzig verholfen haben. Mit ihren Meldebescheinigungen konnten die Einwanderer anschließend Gewerbe anmelden und Arbeitsverträge abschließen.

Insgesamt wurden 31 Personen in dem Hostel von der Polizei kontrolliert. Bei 14 von ihnen konnten die Identität oder der Aufenthaltsstatus nicht zweifelsfrei vor Ort geklärt werden. Sie wurden daher vorübergehend in die Polizeidirektion Leipzig gebracht. Gegen den Hostelbetreiber lag bereits vor der Durchsuchung ein Haftbefehl vor, der nun in Vollzug gesetzt wurde. Der Mann kam in Untersuchungshaft. Die Polizei beschlagnahmte nach eigenen Angaben auch umfangreiche Geschäfts- und Buchungsunterlagen. Deren Auswertung werde Wochen dauern, hieß es. Die Ermittlungsgruppe „Bohemia“ war bereits vor mehr als 16 Jahren gegründet worden. Sie soll Informationen von Stadt und Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen illegale Einwanderung bündeln.

nöß/mpu

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