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Zwei Frauen in Leipzig zerstückelt: Anklage gegen mutmaßlichen Doppelmörder

Tatort Lindenau Zwei Frauen in Leipzig zerstückelt: Anklage gegen mutmaßlichen Doppelmörder

Er lebte unscheinbar in Lindenau und soll für zwei bestialische Verbrechen verantwortlich sein. Die Staatsanwaltschaft hat Dovchin D. wegen Doppelmordes und Störung der Totenruhe angeklagt.

Die sterblichen Überreste von Anja B. waren im Apostelhaus versteckt.
 

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Er soll im vergangenen Jahr zwei Frauen bestialisch getötet und anschließend zerstückelt haben: Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Anklage gegen den Mongolen Dovchin D. (38) erhoben. Der Tatvorwurf: Mord und Störung der Totenruhe in zwei Fällen. Wann der Prozess an der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Leipzig beginnt, ist allerdings noch offen.

Das Geständnis des mutmaßlichen Doppelmörders kam durchaus überraschend. Am 27. Februar 2017 führte die Spur in einem aktuellen Vermisstenfall zu Dovchin D. Ermittler durchsuchten seine Wohnung in der Demmeringstraße. Dabei räumte er ein, die seit November vermisste Anja B. (40), Mutter einer zweijährigen Tochter aus Leipzig-Grünau, getötet zu haben. Noch am selben Tag führte er die Beamten zum leerstehenden Apostelhaus in der Altlindenauer Apostelstraße, wo tatsächlich die sterblichen Überreste der ermordeten und zerstückelten Frau gefunden wurden.

Die Durchsuchungen der Polizei am Montagabend in zwei Gebäuden im Stadtteil Lindenau sind am Dienstag fortgesetzt worden. Kriminalisten in weißen Schutzanzügen sicherten am Vormittag Spuren im seit vielen Jahren leerstehenden Apostelhaus in der Apostelstraße.

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Und nicht nur das: Dovchin D. gestand gleich noch einen zweiten Mord – den an der Portugiesin Maria D. (43). Es war ein Fall, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte: Am 21. April 2016 war zunächst ihr verstümmelter Torso mit Kopf unter der Landauer Brücke im Elsterbecken entdeckt worden, später zogen Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr ein Bein aus dem Wasser, schließlich fanden Polizeitaucher die übrigen Gliedmaßen.

Zehn Monate blieb völlig unklar, wer auf so bestialische Weise seinen Blutdurst gestillt hatte. Die eigens gebildete Soko „Brücke“ hatte keinen konkreten Tatverdacht und ermittelte gegen Unbekannt – bis Dovchin D. plötzlich ganz unverhofft auspackte. „Das äußere Tatgeschehen hat der Angeschuldigte zu beiden Fällen in seinen Vernehmungen im Wesentlichen eingeräumt“, teilte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Mittwoch mit. „Weitere Einzelheiten zu dem Angeschuldigten, den mutmaßlichen Tatumständen und Tatabläufen sowie den sonstigen Ergebnissen der Ermittlungen können nicht mitgeteilt werden. Deren Erörterung ist der gerichtlichen Hauptverhandlung vorbehalten, der nicht vorgegriffen werden darf.“

Beide Frauen waren nach Ansicht der Ermittler mehr oder weniger Zufallsopfer. Sie verkehrten in denselben Lindenauer Bars wie ihr späterer Killer. So verschwand Anja B. am Abend des 29. November 2016 nach einem Besuch in der Bar 55 an der Ecke Marktstraße/Lindenauer Markt spurlos.

Im Elsterbecken ist am Dienstag ein weiterer Leichnam gefunden worden. Um wen es sich handelt, dazu machte die Polizei bislang keine Angaben. (Bilder: André Kempner)

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Auch die Spur von Maria D. verlor sich ab 9. April 2016 nach einem Barbesuch. Sie verschwand am Blue Moon in der Endersstraße. Dovchin D., der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und auch mit einer Deutschen verheiratet gewesen sein soll, lernte die Frauen in den Lokalen kennen und nahm sie dann offenbar mit in seine Wohnung. Hier soll er beide Opfer auch getötet haben, bestätigte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Demnach wurden Leichenteile der im November ermordeten Anja B. nicht nur im verwaisten Apostelhaus, sondern auch in dem Lindenauer Mietshaus gefunden.

Die Behörden prüften auch, ob weitere Tötungsdelikte auf das Konto des Mongolen gehen. Dazu fanden sich laut Oberstaatsanwalt Schulz jedoch keine Anhaltspunkte. Der nicht vorbestrafte Angeklagte sitzt seit 28. Februar in Untersuchungshaft.

Von Frank Döring

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