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Polizeiticker Leipzig Zwei Frauen zerstückelt – das Geständnis des Doppelmörders
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16:39 09.01.2018
 Angeklagter Dovchin D.: „Ich habe darauf gewartet, dass die Polizei kommt.“ Quelle: André Kempner
Leipzig

Er sieht aus wie ein smarter Sonnyboy. Dabei hat er „schreckliche Dinge“ getan. Das sagt Dovchin D. immer wieder über sich selbst. Drei Stunden lang schildert der 38-jährige Mongole, wie er zwei Frauen in Leipzig kennengelernt, sie in seiner Wohnung in der Demmeringstraße mit beiden Händen erwürgt, ihre Leichen je etwa einen Monat bei sich aufbewahrt und dann zerstückelt hat – Ein Schock-Video, das die Richter am Montag im Prozess gegen den angeklagten Doppelmörder am Leipziger Landgericht präsentiert haben. Es handelt sich um die Vernehmung vom 27. Februar 2017. An diesem Tag war Dovchin D. wegen dringenden Tatverdachts des Mordes an einer Frau festgenommen worden. „Ich habe schon darauf gewartet, dass die Polizei kommt“, sagt er zu den zwei Kriminalisten von der Mordkommission, die ihn verhören. Er gibt sein Einverständnis zu dieser Videovernehmung, die eher selten und bisher vorrangig im Zusammenhang mit Sexualstraftaten gegenüber Kindern praktiziert wird. Und er sagt eingangs ebenso: „Ich brauche keinen Rechtsanwalt.“ Auch auf einen Dolmetscher verzichtet Dovchin D., der als 20-Jähriger nach Deutschland gekommen war, um hier zu studieren: zunächst Elektrotechnik, dann Bauingenieurwesen. Beides brach er ab. Der 38-Jährige spricht fließend Deutsch.

Weil er sich nicht selbst vor Gericht zu den schlimmen Vorwürfen der Stückelmorde äußern will, greift die erste Strafkammer unter Vorsitz von Richter Hans Jagenlauf am fünften Prozesstag auf die aufgezeichnete Vernehmung bei der Mordkommission zurück. Auf einer riesigen Videowand sieht sich der Angeklagte Dovchin D. nun selbst. Im Gerichtssaal 115 ist ihm keinerlei Regung anzumerken. „Orientiert und aussagewillig“ sei er auch damals gewesen, berichtet Kriminalhauptkommissar Holger L., einer der Vernehmer, nun als Zeuge im Prozess. „Er war ruhig und gefasst.“

Sein erstes Opfer Maria D. (43) hat der Angeklagte nach seinen Worten im Frühjahr 2016 mit in seine Wohnung genommen. Sie hätten sich unterhalten, getrunken, Sex gehabt. Die Portugiesin sei „ziemlich besoffen“ gewesen. „Am nächsten Morgen warf sie mir Vergewaltigung vor. Das stimmte nicht.“ Maria D. habe herumgeschrien. „Sie sagte: Entweder gibst du mir Geld oder ich gehe zur Polizei.“ Er sei in Panik geraten. „Ich war wütend und packte sie.“ Er habe die nur mit einem Slip bekleidete Frau, die noch im Bett lag, erwürgt. Die Leiche habe ewig in seiner Ein-Raum-Wohnung gelegen. „Ich drehte die Heizung herunter und lüftete ständig.“ Schließlich habe er die Tote in der Wanne zerteilt, die mit Steinen beschwerten Leichenteile in das Elsterbecken geworfen. Sie wurden ab 21. April 2016 an der Landauer Brücke entdeckt. „Ich war dort oft angeln.“

Auch das zweite Opfer, die 40-jährige Anja B. aus Grünau, ging am 29. November 2016 freiwillig mit in die Wohnung. „Wir unterhielten uns über den Tod und das Sterben.“ Er habe gesagt, dass er ihr beim Sterben helfen könne, ihre Hände mit einem Stromkabel gefesselt und die Frau wenige Stunden, nachdem er sie kennengelernt hatte, erwürgt. Ihre sterblichen Überreste wurden im Februar 2017 in der Wohnung des Angeklagten, im Keller sowie einem verfallenen Haus gefunden. Mehrfach beteuert Dovchin D.: „Es gab keinen Sex.“ Und er bleibt dabei: „Es gab keinen dritten Mord.“ Noch bis 5. März wird voraussichtlich verhandelt.

Von Sabine Kreuz

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