Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° Regenschauer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Zwei Mädchen in Leipzig entführt und missbraucht

Sextäter gesteht vor Gericht Zwei Mädchen in Leipzig entführt und missbraucht

 2002 und 2016 soll René G. (47) auf offener Straße kleine Mädchen entführt und sexuell missbraucht haben. Zum Prozessauftakt am Dienstagmorgen am Leipziger Landgericht legte der Instandhaltungsmechaniker aus dem Stadtteil Altlindenau ein Geständnis ab.

Angeklagt wegen zweifachen sexuellen Missbrauchs von Kindern: der Leipziger René G.
 

Quelle: Kempner

Leipzig.  Zwischen seinen Taten liegen 14 Jahre: 2002 und 2016 soll René G. (47) auf offener Straße kleine Mädchen entführt und sexuell missbraucht haben. Zum Prozessauftakt am Dienstagmorgen am Leipziger Landgericht legte der Instandhaltungsmechaniker aus dem Stadtteil Altlindenau ein Geständnis ab: „Es ist genauso passiert.“

Staatsanwältin Anja Butenschön klagt ihn an wegen sexuellen Missbrauchs in zwei Fällen in Tateinheit mit sexueller Nötigung und Freiheitsberaubung. Außerdem soll der Angeklagte 104 Kinderporno-Dateien auf einer Festplatte gehortet haben. „Seit Ende der 1990-er Jahre verspüre ich diese pädophilen Neigungen, habe sie immer unterdrückt“, sagte er vor Gericht. Zumindest zweimal gelang ihm dies nicht.

Am 21. Mai 2002 gegen 14.30 Uhr soll er die damals siebenjährige Nicole (*) in der Karl-Heine-Straße angesprochen haben: Sein Handy sei ihm unter den Sitz gerutscht, ob sie ihm nicht helfen könne. Als das Mädchen sich in seinen dunkelblauen Hyundai beugte, schubste er sie laut Anklage hinein und fuhr los. Sie weinte und schrie, wollte nach Hause. Doch er habe gedroht: Wenn sie nicht ruhig sei, würde er sie nie wieder nach Hause lassen. Sechs Kilometer fuhr der Angeklagte mit dem Kind stadtauswärts, bis zur Kiesgrube in Rückmarsdorf. Hier zwang er die kleine Nicole nach Erkenntnissen der Ermittler, sich auszuziehen, setzte sie auf seinen Schoß, verging sich an ihr. Gegen 15.15 Uhr fuhr er das Kind zurück setzte es an der Gießerstraße/Ecke Aurelienstraße wieder ab. „Es war nicht so geplant“, sagte René G. vor Gericht, „ich war gerade zu der Zeit dort, das war Zufall.“

Ähnlich wie am 17. März 2016. Da sei er auf dem Weg nach Altenburg gewesen und habe eine Zigarettenpause gemacht, berichtete er. Laut Staatsanwaltschaft sprach er gegen 12.50 Uhr im Bereich Seumestraße/Knautnaundorfer Straße die zehnjährige Anna an, die gerade auf dem Heimweg von der Schule war. Wieder lockte er sein Opfer mit dem Handy-Trick ans Auto, so die Anklage, stieß die Schülerin in seinen Opel Astra und fuhr davon. Nach rund 9,5 Kilometern stoppte er an einem asphaltierten Wirtschaftsweg hinter einer Brücke an der A 38. Hier soll er das Kind missbraucht haben. Zuvor habe er Anna gedroht: „Mache mit oder wir machen es auf die harte Tour!“ Gegen 13.50 Uhr setzte er die Kleine an der Rehbacher Straße in Knauthain wieder ab.

Im Zusammenhang mit dieser Tat fahndete die Kripo mehr als ein halbes Jahr nach dem Sextäter, veröffentlichte auch ein Phantombild. Nach der Festnahme gestand René G. gegenüber den Ermittlern nicht nur seine jüngste Tat, sondern auch den seit mehr als 14 Jahren ungeklärten Fall. Seit 29. September 2016 sitzt René G., der in einem Leipziger Sportverein ehrenamtlicher Betreuer sowie Schiedsrichter für Kinder und Erwachsene war, in Untersuchungshaft. Hier, so sagte der bislang nicht vorbestrafte Mann, hat er wegen seiner pädophilen Neigungen erstmals Kontakt zu einem Psychologen.

Für den Prozess hat die 2. Strafkammer des Landgerichts noch drei Verhandlungstage geplant.

(*Namen der Opfer geändert)

Von Frank Döring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Polizeiticker Leipzig
Feuerwehren: Rufnummern und Adressen

Bei Bränden und Notfällen erreichen Sie hier die Feuerwehren vor Ort. mehr

Schmutz vor der Haustür, Graffito an Wand. Informieren Sie das Leipziger Ordnungsamt. mehr