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Zwei Polizeichefs in einem Büro: Wawrzynski begrüßt Nachfolger Merbitz in Leipzig

Zwei Polizeichefs in einem Büro: Wawrzynski begrüßt Nachfolger Merbitz in Leipzig

Am Montag trat Bernd Merbitz seinen Dienst als Polizeichef in Leipzig an. Knapp zwei Wochen nach der umstrittenen Personalentscheidung von Innenminister Markus Ulbig (CDU), den bisherigen Landespolizeipräsidenten zu entmachten und in die Messestadt zu versetzen, präsentierte sich Merbitz beim Empfang durch die neuen Kollegen aufgeräumt.

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Horst Wawrzynski begrüßt Bernd Merbitz als neuen Polizeipräsidenten in Leipzig.

Quelle: Andr Kempner

Leipzig. Um 8.30 Uhr rollt der dunkle Audi A4 Avant des neuen Polizeipräsidenten auf den Parkplatz an der Dimitroffstraße. Merbitz (56) hat nur Dienstwaffe,  Computer und ein paar Unterlagen dabei. Amtsinhaber Horst Wawrzynski (59) steht schon bereit. Er trägt, anders als Merbitz, Zivil.

Vor viereinhalb Jahren, im April 2008, hatte Merbitz den gebürtigen Bayern Wawrzynski als neuen Leipziger Polizeipräsidenten präsentiert, jetzt folgt er ihm im Amt. Bis 19. Oktober teilen sich beide das Chefbüro. „Wir haben einen zweiten Computer bei mir reingestellt“, sagt Wawrzynski. „Und ich habe meine Kisten schon gepackt.“ Ab 20. Oktober nimmt er Urlaub, will sich als CDU-Oberbürgermeisterkandidat dem Wahlkampf widmen. Merbitz wird in dieser Zeit die Polizeidirektion (PD) kommissarisch führen. Am 28. Februar 2013 gehen die Dienstgeschäfte endgültig an ihn über.

„Ich bin aufgeregt und wehmütig“, sagt Merbitz, als er am Eingang zur PD von einer Abordnung neuer Kollegen begrüßt wird. Er schüttelt jedem die Hand. Schon bevor er als Landespolizeipräsident nach Dresden ging, habe er mit dem Job bei der Leipziger PD geliebäugelt, erzählt er. „Aber ich bekam nie die Chance, jetzt habe ich sie.“ Dieser Jobwechsel ist in den Augen vieler Beobachter eine Degradierung. Die monatlichen Bezüge von Merbitz sinken von rund 9000 auf 7000 Euro. Zudem verliert er zwei Sterne auf den Dienstgradabzeichen. „Als ich die neuen Schulterstücke am Freitag bekam, dachte ich, da fehlt doch was“, erzählt er - und lacht.

Er freue sich auf Leipzig, versichert er, „auch wenn mir das vielleicht keiner glaubt. Es ist eine spannende Zeit hier“. Die Kriminalitätshochburg Sachsens spielte für ihn schon immer eine exponierte Rolle. Im vorigen Jahr griff er in einem LVZ-Interview die Stadtverwaltung an: Deren Drogenpolitik sei eine tickende Zeitbombe, es fehle der politische Wille, Missstände zu ändern. Hinzu kommt: In keiner anderen Stadt ist derart viel Polizei konzentriert wie hier, in keiner PD gibt es mehr Beamte. Laut Merbitz wird dies auch nach der Reform 2025 so bleiben. In den nächsten Wochen wird sich Merbitz zunächst um seinen gesonderten Geschäftsbereich kümmern. Er soll eine neue Struktur gegen Rechtsextremismus aufbauen - ein Konzept erwartet die Staatsregierung Ende Oktober. „Da werden wir die nächsten Tage ganz schön knüppeln“, so Merbitz. Bereits heute erwartet er die Staatsschutz-Leiter und Fachleute des Landeskriminalamtes zu Beratungen.

Es ist auch ein Weg zurück zu den Wurzeln: Merbitz leitete 1991 bis 1998 die Staatsschutz-Abteilung beim Landeskriminalamt, übernahm danach die Leitung der Polizeidirektion Grimma bis  Ende 2004, bevor er Chef der Polizeidirektion Westsachsen wurde. Letztere fusioniert bekanntlich ab Januar mit der Leipziger Direktion - und Merbitz wird viele frühere Weggefährten und Kollegen wiedertreffen.

„Man sieht sich immer zweimal im Leben“, sagt der Naunhofer. Gut möglich, dass er damit auch manche Ex-Kollegen aus Dresden meint.

Frank Döring

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