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Zwei tödliche Unfälle in einem Jahr: Wie gefährlich ist die Wurzner Straße?

Leipziger Osten Zwei tödliche Unfälle in einem Jahr: Wie gefährlich ist die Wurzner Straße?

Wieder wurde ein Laster zur tödlichen Gefahr: Zum zweiten Mal in einem Jahr ist es auf der Wurzner Straße in Leipzig zu einem Unfall gekommen, bei dem eine Frau starb. Wahrscheinlich kostete eine tragische Verkettung einer 89-Jährigen am Montag das Leben.

Auf der Wurzner Straße kam es am Montag erneut zu einem tödlichen Unfall. Eine 89-Jährige wurde von einem Lkw überrollt. Es war bereits das zweite Unglück mit einem Lkw in nur zehn Monaten.
 

Quelle: LVZ

Leipzig. Es war der zweite tödliche Unfall mit einem Lastwagen innerhalb von nur zehn Monaten: Nach dem Zusammenstoß am Montag auf der Wurzner Straße, bei dem eine 89-jährige Fußgängerin ums Leben kam, geht die Polizei von einem tragischen Unglücksfall aus. Inwieweit den Lkw-Fahrer eine Schuld treffe, werde noch untersucht, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Dienstag auf Anfrage von LVZ.de. Es seien wie üblich in solchen Fällen Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen worden. Wahrscheinlich, so Voigt, habe aber eine Verkettung unglücklicher Umstände zu dem Unfall geführt.

Wie die bisherigen Ermittlungen der Polizei ergaben, wollte die Rentnerin gegen 14.15 Uhr direkt vor dem verkehrsbedingt stoppenden Laster die Straße überqueren. In Höhe Juliusstraße in Volkmarsdorf musste der Lkw halten, da vor ihm ein Auto nach links abbiegen wollte, berichtete Voigt. „Der 25-jährige Fahrer des Pkw entschied sich jedoch kurzfristig um und fuhr geradeaus weiter“, so der Polizeisprecher. „Die 89-Jährige wurde davon möglicherweise irritiert. Sie hat vermutlich damit gerechnet, dass der Lkw stehen bleibt.“

Lasterfahrer sah Frau aus seiner Kabine heraus nicht

Der Laster fuhr jedoch los. Offenbar aufgrund der Höhe der Fahrerkabine sah der 41-jährige Fahrer die Frau vor seinem Fahrzeug nicht. Die 89-Jährige wurde überrollt und verstarb noch an der Unfallstelle an ihren schweren Verletzungen. Der Lkw-Fahrer und sein 13-jähriger Sohn, der als Beifahrer im Wagen saß, erlitten einen Schock und wurden in ein Krankenhaus gebracht. Auch drei Passanten, die den Unfall mit ansehen mussten, wurden seelsorgerisch betreut. Der 25-Jährige und die beiden Frauen im Alter von 46 und 52 Jahren erlitten einen leichten Schock. „Es war daher noch nicht möglich, alle zum Unfallhergang zu befragen“, so Voigt.

Es war bereits der zweite Fall innerhalb eines Jahres, bei dem auf der stark befahrenen Magistrale ein Lkw zur tödlichen Gefahr wurde. Bereits am 20. September 2016 hatte eine 23-jährige Radfahrerin den Zusammenstoß mit einem Lastwagen mit dem Leben bezahlt. Der Fahrer hatte sie beim Rechtsabbiegen in die Lilienstraße übersehen, weil die Frau im toten Winkel fuhr. Die 23-Jährige hatte keine Chance, dem Kipper auszuweichen, wurde überrollt und starb.

Unfallstellen nur 200 Meter entfernt

Die beiden Unfallstellen liegen nur zwei Querstraßen voneinander entfernt. Während es vor einem Jahr stadteinwärts krachte, kam es diesmal knapp 200 Meter weiter auf der stadtauswärtigen Fahrbahn zum Unfall. Die Polizei sieht die Wurzner Straße grundsätzlich nicht als Unfallschwerpunkt. „Es ist nicht so, dass die Straße an dieser Stelle unübersichtlich oder gefährlich wäre“, erklärt Voigt. Die Polizei geht eher davon aus, dass der neuerliche Unfall ein tragischer Zufall war.

Experten des Verkehrsunfalldienstes der Polizei und Sachverständige der Dekra werten den Hergang des Unfalls nun aus. Dabei wird auch die Frage geklärt, ob der Fahrer die Frau aus seiner Kabine heraus tatsächlich nicht sehen konnte. Das Unglück wäre wohl zu verhindern gewesen, hätte die Frau die Straße nur 100 Meter weiter südlich überquert. Dort regelt eine Ampel den Verkehr – samt Überwegen für Fußgänger.

Von Robert Nößler

Leipzig Juliusstraße 51.34073 12.409111
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