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Polizeiticker Vorwurf an Pärchen: Waren für 24 000 Euro erschwindelt
Leipzig Polizeiticker Vorwurf an Pärchen: Waren für 24 000 Euro erschwindelt
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17:43 21.01.2019
Vor Prozessbeginn im Landgericht: die Angeklagte Sandy Kathrin S. und ihr Lebenspartner Dan S. aus Leipzig. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Sie gaben sich Fantasie-Namen, fälschten Vollmachten und zockten Privatpersonen sowie vor allem Versandhändler ab. Davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Sie klagte am Montag zwei mutmaßliche Betrüger vor dem Landgericht an. Die beiden Leipziger Sandy Kathrin S. (46) und ihr Lebenspartner Dan S. (34) sollen „unter Verschleierung der eigenen Identität“ vorwiegend via Internet Waren bestellt, diese nicht oder aber mit gestohlenen Geldkarten beziehungsweise mit ergaunerten Kontodaten bezahlt haben. Die Anklage wirft dem Pärchen 125 kriminelle Handlungen, begangen zwischen Ende 2011 und August 2014, vor.

Den Ermittlungen zufolge verwendeten die zwei Angeklagten, die seit 2010 miteinander liiert sind, etwa ein Dutzend fingierte Namen, um Online-Bestellungen auszulösen. Der Warenkorb war bunt gemixt, enthielt Bekleidung und Fahrradzubehör genauso wie Kosmetik, Elektro-Geräte oder auch mal einen künstlichen Weihnachtsbaum.

Geld für Drogen

Die Pakete ließen die Täter in verschiedene Wohnhäuser in mehreren Stadtteilen liefern, in denen sie entweder einen Mittäter anheuerten oder auch an Briefkästen Schilder mit erfundenen Namen klebten. „Es gab unterschiedliche Varianten der Abholung beziehungsweise Entgegennahme“, hieß es in der Anklage. Deren Verlesung dauerte allein fast drei Stunden. Zwei Staatsanwältinnen wechselten sich dabei ab. Die angeheuerten Komplizen seien mit Drogen entlohnt worden, hieß es. Auch die Angeklagten sollen sich mit ihren kriminellen Touren Geld für ihren Drogenkonsum und ihren Lebensunterhalt verschafft haben. Mit fremden Geldkarten hätten sie sowohl im Taxi als auch im Supermarkt bezahlt.

Den Gesamtschaden bezifferte die Anklagebehörde mit 24 000 Euro. Darüber hinaus soll das Duo Waren im Wert von fast 3000 Euro geordert haben, deren Auslieferung aber storniert worden war.

Die Vorwürfe lauten auf Betrug, Fälschung beweiserheblicher Daten, Urkundenfälschung, Computerbetrug, Unterschlagung und Versuchsdelikte. Teils sollen die Angeklagten gewerbsmäßig und als Banden-Mitglieder gehandelt haben.

Geständnis bei Fortsetzung?

Bereits im Oktober 2016 hatte die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben. Das Landgericht ließ diese erst jetzt zu und eröffnete das Verfahren vor wenigen Tagen. Als Grund für die erhebliche Verzögerung nannte der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr die „massive Belastung der 8. Strafkammer mit Haft- und Unterbringungssachen“. Diese müssten vorrangig verhandelt werden. „Die Zeit hat nun ein Stück weit für die Angeklagten gespielt“, räumte Harr ein. Ein weitgehendes Geständnis vorausgesetzt, könnte das vorbestrafte Duo sogar mit Bewährungsstrafen davonkommen.

Außerdem sind sowohl die Frau als auch der Mann inzwischen weg von den Drogen. Während er 2016/2017 eine Therapie erfolgreich absolvierte, unterzieht sie sich regelmäßig Kontrolltests und geht seit 2017 einer Arbeit nach.

Zum Prozessauftakt äußerte sich noch keiner der Beteiligten. Die beiden Beschuldigten wollen aber beim nächsten Tag, dem 4. Februar, Angaben machen. Es gibt bereits Verhanlungstermine bis 21. Mai.

Von Sabine Kreuz

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