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Stadtpolitik Aus für die Stadtbahnlinie 9 von Leipzig zum Wildpark
Leipzig Stadtpolitik Aus für die Stadtbahnlinie 9 von Leipzig zum Wildpark
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15:55 27.11.2015
Straßenbahn der Linie 9 in Markkleeberg. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Linksfraktion im Stadtrat Leipzig hatte beantragt, die Linie 9 weiterhin über die Stadtgrenzen hinaus bis nach Markkleeberg zu betreiben, und so die bequeme Anbindung von Leipzig-Connewitz zum Wohngebiet "Zum Wolfswinkel", zum Wildpark und weiter zu gewährleisten. Nach einem offenen Schlagabtausch der Fraktionen fand sich dafür keine Mehrheit.

Die Verwaltung lehnte den Antrag der Linken ab und formulierte verschiedene Gründe in ihrem Standpunkt. Danach hat die Linie 9 rund ein Viertel ihrer Fahrgäste verloren, seit der City-Tunnel samt S-Bahn-Verbindung ans Netz gegangen ist.

Die Stadt Markkleeberg hat daraus Konsequenzen gezogen und bezahlt die Fortführung der Straßenbahnlinie 9 auf ihrem Stadtgebiet zukünftig nicht mehr. Diese Kosten müssten dann die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) aufbringen. Hinzu kommt: Die Stadtbahn-Trasse ist marode. "Für die Sanierung der Linie 9 sind 25 Millionen Euro nötig, allein für die Schienensanierung rund acht Millionen Euro", so Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Busse ersetzen Straßenbahnen

Die Grünen-Fraktion folgte der Argumentation der Verwaltung und sprach sich für die Kappung aus. Die Buslinie 70 soll angepasst an die Linienführung der Straßenbahn und im 10-Minuten-Takt die Anbindung an das Wohngebiet "Zum Wolfswinkel" und nach Markkleeberg weiterhin leisten. "Einen Qualitätsverlust im ÖPNV gibt es deshalb nicht", so Grünen-Stadtrat Michael Schmidt. Die Millionen Euro für die Linie 9 würden dagegen für eine Modernisierung der LVB-Linien im Stadtgebiet fehlen.

"Wir können uns das nicht leisten", bekräftigte der CDU-Abgeordnete Stefan Georgi die Ablehnung der Fortführung der Linie 9. Die LVB seien "in einer ausgesprochen prekären finanziellen Lage, auch wegen des City-Tunnels." SPD-Stadträtin Nicole Wohlfahrt distanzierte sich sogar von dem Antrag ihrer Fraktion, zumindest bis zum Beschluss eines aktualisierten Nahverkehrsplans die Linie 9 weiter zu betreiben. "Ich muss als Stadträtin auch unpopuläre Entscheidungen treffen". Nach einer Auszeit für alle Fraktionen teilte SPD-Fraktionschef Alexander Dyck mit, dass die Sozialdemokraten den Antrag zurückziehen.

SPD-Stadtrat Matthias Weber kritisierte die diffuse Datenlage: Er warte noch immer auf ein Dokument der Verwaltung, das alle Informationen über die Kosten zur Weiterführung oder Abschaffung der Linie 9 bereitstelle. Ob mit einem neuen Nahverkehrskonzept, der noch in Arbeit ist, die Linie 9 eine neue Chance bekommen kann, ist offen.

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