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Stadtpolitik Ausschuss ist gegen Umbenennung des Leipziger Martin-Luther-Rings
Leipzig Stadtpolitik Ausschuss ist gegen Umbenennung des Leipziger Martin-Luther-Rings
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15:58 12.06.2017
Blick über die Messestadt. Quelle: LVZ-Archiv
Leipzig

Die Leipziger Stadtverwaltung hat der Satire-Partei „Die Partei“ wieder einmal einen Korb gegeben. Der vom Parteivorsitzenden Thomas “Kuno” Kumbernuß angestrebten Namensänderung des Martin-Luther-Ring in Martin-Sonneborn-Ring erteilten die Behörden eine klare Absage. Das letzte Wort im Ringen ist allerdings noch nicht gesprochen: Am 21. Juni soll sich der Stadtrat noch mit dem Thema beschäftigen und eine Entscheidung fällen.

Kumbernuß führte als Begründung für seine Petition zur Namensänderung vor allem die zum Teil erheblich judenfeindlichen Schriften des Reformators an. Zudem erinnerte der Satire-Politiker daran, dass die Nationalsozialisten den damaligen Rathausring im November 1933 in Martin-Luther-Ring umbenannt hatten und dies angeblich vor allem aufgrund von Luthers antijudaistischen Schriften taten.

Im Beschlussvorschlag aus dem Petitionsausschussfür die anstehende Ratsversammlung heißt es als Antwort nun unter anderem: „Martin Luther ist unbestritten eine bedeutende Persönlichkeit der Zeitgeschichte – auch mit Kenntnis derjenigen seiner Ansichten, die heute als falsch angesehen und abgelehnt werden. Eine Umbenennung des Martin-Luther-Rings wird demnach nicht in Betracht gezogen; eine Erörterung möglicher neuer Namen erübrigt sich.“ Zudem weist der Ausschuss die Behauptung zurück, die Nationalsozialisten hätten den Ring aufgrund Luthers ablehnender Haltung gegenüber Juden umbenannt. „Ein Hinweis auf eine nationalsozialistische Instrumentalisierung Luthers in Zusammenhang mit der Ringbenennung liegt nicht vor“, heißt es aus dem Neuen Rathaus.

Partei-Politiker Kumbernuß hatte als Alternative für den Martin-Luther-Ring in Leipzig eine Namensgebung in Erinnerung an den Bundesvorsitzenden und Europaparlamentarier seiner politischen Gruppierung ins Spiel gebracht: Martin Sonneborn. „Wie kaum einem anderen Menschen unserer Zeit gelingt es ihm, in seinem Wirken und Handeln auf Missstände und Ungerechtigkeiten unserer Zeit hinzuweisen, rassistische und antisemitische Populisten als solche zu entlarven, gewählte Volksvertreter als Büttel der Wirtschaft zu entblößen“, heißt es als Begründung.

mpu

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