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Stadtpolitik Autoverkehr soll vor dem Leipziger Hauptbahnhof verschwinden
Leipzig Stadtpolitik Autoverkehr soll vor dem Leipziger Hauptbahnhof verschwinden
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16:07 12.04.2017
Gefährliche Enge: die Haltestelle am Leipziger Hauptbahnhof (Archivbild) Quelle: André Kempner
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Leipzig

Das könnte der Anfang einer stadtplanerischen Revolution in Leipzig sein: Ein Bahnhofsvorplatz ohne Autoverkehr, ampelfreier, ebenerdiger Zugang zum Hauptbahnhof und deutlich mehr Platz für die zentrale Straßenbahnhaltestelle der Stadt. Nach einem Beschluss der Ratsversammlung am Mittwoch bringt die Stadt eine Machbarkeitsstudie auf den Weg.
 
Die Abgeordneten folgten damit einem Antrag der CDU-Fraktion, die als kleine Lösung die Tieferlegung der nördlichen Ringfahrbahn in einen Trog vorschlägt. Die LVB-Haltestelle soll den Trog vor dem Bahnhof überbauen, und auch der ebenerdige, bequeme Zugang zum Gebäude soll möglich sein.
 
Als große Lösung sieht der Unionsvorschlag eine Verlegung der Ringfahrbahnen in einen Tunnel vor. Damit könnte der gesamte Willy-Brandt-Platz neu gestaltet werden. Bis 2019 soll mit der Machbarkeitsstudie ein neues Verkehrskonzept für die erweiterte Innenstadt vorliegen, inklusive einer städtischen Verkehrsprognose bis 2030. Noch in diesem Jahr soll eine grobe Kostenschätzung auf den Tisch – Grundlage ist das Leipziger Großprojekt City-Tunnel.

Alternative: Willy-Brandt-Platz sperren

Die Unionsfraktion übernahm aber auch einen alternativen Ansatz von Bündnis 90/ Die Grünen, bei dem die Sperrung des Willy-Brandt-Platzes für den Autoverkehr in Betracht gezogen wird. Dieser müsste dann neu organisiert und umgeleitet werden. Daniel von der Heide betonte, dass vor allem der ÖPNV vor dem Hauptbahnhof mehr Platz brauche.

"Wir wollen ja auch nicht die Straßenbahn unter die Erde legen, da gibt es Konflikte mit den bestehenden Systemen. Wir wollen mit unserem Vorschlag den Schienen und dem Fußverkehr an dieser Stelle Vorrang geben, der Bahnhofsvorplatz ist die Eintrittskarte in die Innenstadt, sagte Sabine Heymann (CDU).

"Angst, auf die Schienen zu fallen"

"Für den ÖPNV ist der Hauptbahnhof derzeit ein Flaschenhals. Der Wartebereich für die Fahrgäste ist so eng, dass man Angst haben muss, auf die Schienen zu fallen", sagte Mathias Weber von der SPD-Fraktion. Möglicherweise sei eine Tunnel-Lösung für den Autoverkehr zu teuer, eine Prüfung allemal sinnvoll, so der Sozialdemokrat.

Franziska Riekewald von der Linksfraktion stimmte zu, dass die derzeitige Situation von dem Hauptbahnhof in Punkto Sicherheit der Verkehrsteilnehmer unhaltbar sei. "Schade, dass unser Haushaltsantrag für mehr strategische Planung damals abgelehnt wurde".

Die Stadt kann das Projekt ab Oktober mit einer von der EU geforderten Projektarbeitsstelle untersetzen, weil es um die Untersuchung eines Verkehrskonzepts für die erweiterte Innenstadt im Bereich innerhalb des Tangentenvierecks geht. Mit dem Ratsbeschluss werden nun alle Ansätze - Trog, Tunnel, Sperrung für den Autoverkehr - untersucht.

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