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Bands statt Bach: Kumbernuß will Leipzigs Kulturpolitik umgestalten

Wahl zum Kulturbürgermeister Bands statt Bach: Kumbernuß will Leipzigs Kulturpolitik umgestalten

Am kommenden Mittwoch wird in der Leipziger Ratsversammlung ein neuer Kulturbürgermeister gewählt. Neben Skadi Jennicke (Die Linke) und Matthias Theodor Vogt (CDU) geht dabei auch Thomas Kumbernuß (Die Partei) ins Rennen. LVZ.de sprach mit ihm.

Thomas Kumbernuß (Die Partei, rechts im Bild) bei einer Gegenveranstaltung zu Legida am 25. September 2015 in Leipzig.
 

Quelle: LVZ

Leipzig.  Thomas „Kuno“ Kumbernuß ist Leipzigs Speerspitze der Satirepartei „Die Partei“. Während sich deren Bundesvorsitzender Martin Sonneborn als Mitglied im Europarlament mit Front National und türkischer Vertretung duelliert, engagiert sich Kumbernuß regelmäßig feuchtfröhlich gegen die Legida-Aufmärsche durch die Messestadt. Nun hat Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Die Piraten) „Kuno“ als Kandidat für den Leipziger Kulturdezernentenposten nominiert. LVZ.de sprach mit dem „Partei“-Politiker über dessen Ambitionen.

Herr Kumbernuß, warum wollen Sie Leipzigs neuer Kulturbürgermeister werden?

Thomas Kumbernuß: „Das große Problem der Leipziger Kulturpolitik ist doch seit Jahren: Sie kümmert sich nur um tote Musik und um tote Künstler. Ich will mich für eine lebendige Kulturszene mit lebendigen Menschen einsetzen. Es kann doch nicht sein, dass hunderte Bands in Leipzig keine Proberäume haben, dass sich drei bis vier Bands einen Raum teilen müssen, während das Gewandhaus Millionen Euro aus der Stadtkasse bekommt und am Ende doch nur Miese macht. Das muss geändert werden.“

Das heißt: Mit Ihnen im Amt wird Leipzig auch finanziell auf zeitgenössische Bands statt auf Wagner und Bach setzen?

Thomas Kumbernuß: „Genau. Und gut, dass Sie Wagner ansprechen: Wie kann es sein, dass Leipzig diesen Antisemiten ehrt? Wie kann es sein, dass wir im kommenden Jahr auch die Reformation eines anderen, ausgewiesenen Antisemiten feiern? Und wie kann es sein, dass die evangelische Kirche für diese Feierlichkeiten 2017 auch noch eine Millionen Euro aus der Stadtkasse erhält? Darauf habe ich bisher nie eine Antwort aus der Stadtverwaltung erhalten.“

Sie haben mit Skadi Jennicke und Matthias Theodor Vogt zumindest harte Konkurrenz für das Amt.

Thomas Kumbernuß: „Das stimmt. Aber die Stadträte werden mich wählen, weil ich besser reden kann, weil ich besser aussehe und weil ich beim Reden auch noch besser aussehe als alle anderen Kandidaten. Aber mal im Ernst: Ich freue mich auf viele Stimmen der Stadträte und bin mir sicher, dass mich vor allem die CDU unterstützen wird: Denn die torpediert seit Jahren alles im Stadtrat. Wenn sie mich nun wählen, können sie später meine Arbeit auch wieder dem Oberbürgermeister in die Schuhe schieben.“

Das klingt auf jeden Fall plausibel ...

Thomas Kumbernuß: „Eins noch: Wenn ich gewählt werde, spalte ich das üppige Gehalt des Kulturbürgermeisters auf und werde davon auch meine Stellvertreterin Frau Dr. M. Haschke (Anm. der Red: stellvertretene Leipziger Partei-Vorsitzende) mitfinanzieren.“

Von Matthias Puppe

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