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Stadtpolitik Bauboom in Leipzig: Stadt entwickelt Wohnungskonzept weiter
Leipzig Stadtpolitik Bauboom in Leipzig: Stadt entwickelt Wohnungskonzept weiter
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14:27 25.06.2015
Ein Stein kommt auf dem anderen. In Leipzig wird fleißig gebaut (Archivbild). Quelle: Bartsch
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Leipzig

Die Stadt Leipzig stellte am Mittwoch künftige Leitlinien der Wohnungspolitik für die stark wachsende Messestadt vor. Trotz Leerstands soll Wohnraum geschaffen werden. "Der Trend des Zuzugs und der steigenden Geburten hält an", so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Die Stadt spricht von einem sichtbaren Bauboom.

Bezahlbarer Wohnraum in gemischt genutzten Stadtteilen und eine Förderung von Familien und Senioren stehen in den kommenden Jahren im Vordergrund. "Alters- und Bildungsstrukturen sollten in den Quartieren gemischt bleiben", so Dubrau.

In den kommen Jahren rechnet Leipzig mit 7000 neuen Wohnungen in Projekten ab 50 Wohneinheiten. Durch Sanierung bestehender Altbauten kämen noch einmal jährlich 1500 Wohnungen dazu. Ende 2014 gab es noch 22.000 leerstehende Wohnungen in Leipzig. Der Wohnungsmarkt sei derzeit nicht angespannt, so Dubrau und Stefan Heinig, im Stadtplanungsamt für das Thema Stadtentwicklng zuständig. Die Mietpreisbremse sei deshalb derzeit kein Thema für Leipzig. Trotzdem müsse die Lage weiter beobachtet werden. Um nicht unter Druck zu geraten, müsse künftig müsse die LWB auch wieder zur "Baugesellschaft" werden, so Dubrau.

Für Neubauten sollen vor allem Lücken im Stadtbereich genutzt werden, auch ehemalige Industriebrachen kämen in Frage. Das Baudezernat orientiert sich am Modell "kompakte Stadt". Der Bau einzelner Einfamilienhäuser in einer Umgebung von Geschossbebauung werde es in den kommenden Jahren kaum noch geben.

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Vier Leitlinien sollen die wohnungspolitische Arbeit Leipzigs in den kommenden Jahren bestimmen.

1. Erweiterung des Wohnungsangebots unter den Aspekten Bezahlbarkeit und Wirtschaftlichkeit.

2. Sicherung günstiger Wohnungen für einkommensschwache Haushalte. Dazu sollen Kooperationsvereinbarungen mit Eigentümern geschlossen, gegebenenfalls auf maximalen Standard bei Sanierungen verzichtet werden.

3. Wohnen für Familien, Senioren und Menschen mit Behinderungen wird besonders unterstützt. Leipzig fordert vom Freistaat die Wiederführung der Förderung für sozialen Wohnungsbau.

4. Erhaltung sozial durchmischter Quartiere. Platz für alternative Wohnprojekte, zum Beispiel generationsübergreifendes Wohnen.

Am Montag soll die Fortschreibung des Wohnungspolitischen Konzepts um 18 Uhr im Rahmen von "Leipzig weiter denken" im Neuen Rathaus, Festaal (Einlass 17.30 Uhr) vorgestellt werden. Danach kann das Konzept ab 30. Juni bis 24. Juli auf www.leipzig.de/weiterdenken kommentiert werden.

Im Herbst könnte der Rat die Fortschreibung des Konzepts beschließen. Damit könnten eine Million Euro an Haushaltmitteln freigegeben werden, unter anderem für die Vernetzung der wohnungsmarktpolitischen Akteure und die Unterstützung vielfältiger Wohnformen.

Evelyn ter Vehn

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