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Stadtpolitik Baustart für Quartiersschule Ihmelsstraße ist im März 2019
Leipzig Stadtpolitik Baustart für Quartiersschule Ihmelsstraße ist im März 2019
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10:01 13.01.2019
Der Altbau (ehemalige Hermann-Liebmann-Schule) wird als Oberschule saniert. Ein Gymnasium, ein Mehrzweckbau sowie Sporthallen kommen hinzu. Quelle: Entwurf: RBZ GP mbH, Dresden
Leipzig

Es wird eines der größten, teuersten und innovativsten Bildungsbauprojekte Leipzigs: Im März 2019 startet der Ausbau der Quartiersschule Ihmelsstraße in Leipzig-Volkmarsdorf. „Mit bauvorbereitenden Maßnahmen haben wir bereits begonnen“, sagt Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Vorher, am 23. Januar, muss der Stadtrat aber noch den Baubeschluss absegnen. Leipzig will in den Schulkomplex immerhin 79,2 Millionen Euro investieren, davon 48 Millionen Euro aus dem städtischen Haushalt. Bis zu 1600 Schüler sollen dort in einer Oberschule und auf einem Gymnasium einmal lernen.

Symbiose aus Gründerzeit und moderner Architektur

„Die Quartiersschule Ihmelsstraße ist ein Meilenstein für die Weiterentwicklung der Leipziger Bildungslandschaft“, lobt Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Sie liegt im Leipziger Osten, einem Gebiet mit den aktuell höchsten Einwohnerzuwächsen. Aber eben auch in einem Areal, in dem viele sozial benachteiligte Menschen sowie Leipziger mit Migrationshintergrund leben.

Deshalb erhofft sich die Stadtspitze eine große Ausstrahlkraft der Bildungsstätte, die viele Angebote für Menschen aus dem Stadtteil vorhalten soll. In einem Mehrzweckbau sind daher großzügige Räume für die Volkshochschule und die Musikschule „Johann Sebastian Bach“ sowie das Quartiersmanagement integriert. Die Architekturentwürfe stammen von der RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH (Dresden). Die versucht eine Symbiose aus Gründerzeit und moderner Architektur, ist als Sieger aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangen.

Oberschule soll bis 2021/22 fertig sein

Derzeit gammelt die ehemalige, marode Hermann-Liebmann-Schule in der Ihmelsstraße vor sich hin. Zuerst wird das fünfgeschossige alte Schulgebäude aus dem Jahr 1907 denkmalgerecht saniert. Der Altbau, dessen Dach alle übrigen Gebäude deutlich überragt, ist zentraler Baukörper. Die Oberschule bekommt einen Erweiterungsbau und ist für jeweils vier Parallelklassen pro Jahrgangsstufe konzipiert. Etwa 700 Jugendliche sollen dort ab dem Schuljahr 2021/22 lernen.

Bis dahin soll auch das Mehrzweckgebäude fertig sein. Es entsteht auf der dreieckigen Brachfläche zwischen Wurzner Straße, Ihmelsstraße und Krönerstraße. Dort sind dann neben dem Quartiersmanagement die Volkshochschule (VHS) sowie die Musikschule beheimatet: „Die Quartiersschule wird ein beispielgebendes Projekt für lebenslanges Lernen, das es in Leipzig so noch nicht gab“, freut sich VHS-Chefin Heike Richter: „Für uns ist es das erste Gebäude, das durchweg barrierefrei ist und in jedem Raum digitale Lernformate ermöglicht.“

Stadtteilbibliothek zieht nicht auf den Campus

Das sieht auch Musikschuldirektor Matthias Wiedemann so: „Wir haben dann sogar einen eigenen Raum für die elementare Früherziehung sowie für Babykurse“, sagt er und verweist auf die bessere Akustik als in herkömmlichen Schulräumen, die ob des Schülerzuwachses immer schwieriger an den Nachmittagen frei sind. Ursprünglich war auch noch ein Gebäude für die Stadtteilbibliothek vorgesehen. Die bleibt aber in ihren Räumen, da diese fürs Einzugsgebiet zentraler gelegen sind.

Sporthalle ist wettkampftauglich

Der Bau des Gymnasiums beginnt in einem zweiten Abschnitt 2020. Dafür werden Flächen des Wertstoffhofs Krönerstraße genutzt, die Sporthallen entstehen auf dem Grundstück des ehemaligen Garagenhofes. Dabei werden zwei Drei-Felder-Hallen übereinander gestapelt, die auch für Vereine und Wettkämpfe geeignet sind. Auch Zuschauerplätze gibt es (geplante Eröffnung: 2022). Das Gymnasium nimmt zum Schuljahresbeginn 2023/2024 seinen Betrieb auf.

Bildungsstätte ist fürs Quartier offen

Das Besondere: Der eigentliche Schulhof von Oberschule und Gymnasium bleibt umzäunt. Das restliche Areal größtenteils nicht und behält so seinen öffentlichen Charakter. Baubürgermeisterin Dubrau: „Erstmals soll ein neues schulisches Areal so angelegt werden, dass es nicht nur Schülerinnen und Schülern, sondern allen Menschen des Quartier offen steht.“ Auch die Aula könne für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt werden.

Von Mathias Orbeck

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