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Stadtpolitik CDU Leipzig nominiert Ingrida Radzeviciute und Peter Degner für den Stadtrat
Leipzig Stadtpolitik CDU Leipzig nominiert Ingrida Radzeviciute und Peter Degner für den Stadtrat
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11:43 30.09.2018
Nominiert als Stadtratskandidatin für den Wahlkreis 2: Ex-Profi-Handballerin Ingrida Radzeviciute. Quelle: André Kempner
Leipzig

Am Vormittag wählten die Mitglieder beim Kreisparteitag in Paunsdorf den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Thomas Feist und Stadtrat Michael Weickert als Delegierte für den Bundesparteitag am 7. und 8. Dezember in Hamburg. Eigentlich galt neben Feist der Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann als gesetzt; er erhielt aber nicht die erforderliche Mehrheit. Lehmann war allerdings auch nicht persönlich anwesend.

Profi-Handballerin und Classic-Open-Erfinder stehen zur Wahl

Bei den Wahlen für die Stadtratskandidaten setzten sich neben mehr als 100 weiteren Kandidaten auch zwei Prominente auf der Liste durch: Ex-Handball-Profi Ingrida Radzeviciute (Wahlkreis 2) und Classic-Open-Erfinder Peter Degner (Wahlkreis 6).

Mitgliederzahl leicht gesunken

Nach 2015 habe die Partei eine schwierige Zeit erlebt, sagte der Kreisvorsitzende Robert Clemen. Derzeit liege die Mitgliederzahl bei 871. „Das ist knapp unter der vom vorigen Jahr.“ Die Leipziger CDU läute mit der Nominierung der Kandidaten zum Stadtrat das Wahljahr 2019 ein. „Wenn wir es geschlossen und als Team angehen und nach außen zeigen, wofür die CDU steht, dann werden wir die Herausforderungen erfolgreich meistern.“

„OBM Jung ist des Amtes überdrüssig“

Bei der Benennung eines Oberbürgermeister-Kandidaten könne man sich ja jetzt etwas Zeit lassen, erklärte der Kreisvorsitzende hinsichtlich der gescheiterten Bewerbung von OBM Burkhard Jung (SPD) um das Amt des Präsidenten beim Ostdeutschen Sparkassenverband (OSV). „Er muss also weiter bis 2020 Leipziger Oberbürgermeister bleiben, der Ärmste, obwohl er des Amtes sichtlich überdrüssig ist“, sagte Clemen. Mit den Kandidaten für die Stadtratswahl gehe es darum, „das Gesicht einer selbstbewussten, aber auch kritischen und anspruchsvollen Leipziger CDU“ zu zeigen.

„Erhebliche Probleme bei der Integration“

Es gebe „erhebliche Probleme bei der Integration von Migranten, Gewalttaten einiger von ihnen und die leider erfolgreiche Kaperung friedlicher Proteste dagegen durch rechtsextremistische Zirkel“, erklärte Clemen mit Blick auf die Vorgänge in Chemnitz. „Wer den Hitlergruß zeigt, will nicht gesellschaftlichen Konsens und friedliches Miteinander, der will Chaos provozieren und auf dem Feuer des Unmuts sein trübes Süppchen kochen.“ Das biete „den geistigen Heckenschützen Deckung“, sagte Clemen in Richtung der AfD – ohne diese beim Namen zu nennen.

„Letzte verbliebene Volkspartei“

Ministerpräsident Michael Kretschmer habe der Partei neuen Schwung gebracht. „Sehr schnell aber und sehr konkret haben wir uns in den Mühen der Ebene wiedergefunden“, erklärte Clemen. Der Kreisvorsitzende bezeichnete die CDU als „die letzte verbliebene Volkspartei“. Daher habe man die Aufgabe, für die christlichen Grundwerte einzustehen und die Mitte der Gesellschaft zusammenzuhalten. „Wer, wenn nicht wir, könnte diese Aufgabe erfolgreich meistern?“ Es gebe eine „weitere Radikalisierung der politischen Kultur in Wort und Tat“, sagte Clemen. „Wir müssen versuchen, ein Bollwerk zu bilden und klar zu machen, dass Sachsen kein weitgehend von Rechts- und Linksradikalen bestimmtes Bundesland ist.“

„Verzerrte Außensicht auf Sachsen

Es gebe eine medial verbreitete verzerrte Außensicht auf Sachsen. Und auch das Internet sei „voll von Beleidigungen aller Menschen in Sachsen, vorgetragen mit inbrünstigem Hass und einer ungezügelten Selbstgerechtigkeit“, so der Kreisvorsitzende. Die meisten Autoren solcher Hassbotschaften seien erkennbar noch nie in Sachsen gewesen. „Bei uns in Leipzig waren sie jedenfalls nicht. Dann wüssten sie, dass in Leipzig schon Gäste willkommen geheißen wurden, dass miteinander Handel und kultureller Austausch betrieben wurden, als sich andere deutsche Stämme fast noch am Sieg über Varus berauschten.“ Man brauche keine verlogenen Belehrungen von außen, sagte Clemen und erntete Applaus.

Antifa simuliert in Connewitz revolutionären Volkszorn“

Er habe bisher kein kritisches Wort von linker Seite gehört, „wenn die Antifa mal wieder in Connewitz revolutionären Volkszorn simuliert, wenn im Musikerviertel zum wiederholten Male teure Autos abgefackelt werden oder wenn in Grünau das Büro unseres Landtagsabgeordneten Andreas Nowak in Brand gesetzt wird“, erklärte der Kreisvorsitzende.

Von Björn Meine

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