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Stadtpolitik CDU protestiert gegen Stellplatzwegfall in Leipzig-Leutzsch und -Lindenau
Leipzig Stadtpolitik CDU protestiert gegen Stellplatzwegfall in Leipzig-Leutzsch und -Lindenau
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00:30 12.06.2015
Für Radstreifen fehlt in der Georg-Schwarz-Straße der Platz. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Die Umbauarbeiten in der Georg-Schwarz-Straße haben den CDU-Ortsverband Altwest auf den Plan gerufen. Die Christdemokraten organisieren für den morgigen Donnerstag einen Bürgerstammtisch, um die Umbaupläne kontrovers zu diskutieren. Ab 19 Uhr soll im Haus der Leutzscher St. Laurentius Gemeinde, William-Zipperer-Straße 149, insbesondere die Parkplatzsituation diskutiert werden. Dabei soll auch die Verkehrsführung in dem dicht besiedelten Gebiet an den Leutzsch-Arkaden unter die Lupe genommen werden, kündigte Ortsverbandsvorsitzender und Stadtrat Michael Weickert an. „Die Georg-Schwarz-Straße soll in der Vorzugsvariante nur noch einseitig für parkende Autos verfügbar sein, Fahrradfahrer aber jeweils einen breiten Radfahrstreifen bekommen“, kritisiert Weickert. „Dass Radfahrstreifen auf wichtigen Magistralen den Verkehr behindern, hat das Beispiel Georg-Schumann-Straße eindrücklich gezeigt. Ich frage mich auch, wo die Menschen in diesem Stadtteil alsbald überhaupt noch parken sollen.“

Die Christdemokraten wollen auf dem Bürgerstammtisch Änderungsvorschläge der Leutzscher zusammentragen und diese gegebenenfalls als Änderungsanträge zur Umbau-Vorlage der Stadtverwaltung einbringen. „Unser wichtigstes Ziel ist, dass die Georg-Schwarz-Straße als Lebensader des Leipziger Westens für alle Verkehrsteilnehmer und besonders auch für den ruhenden Verkehr nutzbar bleibt, um die Attraktivität des Stadtteils nicht zu gefährden“, so Weickert. „Die Parksituation ist eine einzige Katastrophe. Es stehen noch die Sanierung zahlreicher Gebäude an – wenn dort in den nächsten fünf Jahren wieder Leben einzieht, werden noch mehr Parkplätze benötigt. Deshalb können wir den ruhenden Verkehr nicht weiter einschränken.“

Für die CDU sind diese Planungen auch Ausdruck einer verfehlten Verkehrspolitik. „Es zeigt sich, dass eine in erster Linie autofeindliche Politik durchgesetzt werden soll“, meint Weickert. Die Grundlage dafür sei mit dem vor kurzem im Stadtrat gegen die Stimmen CDU, FDP und AfD durchgesetzten Stadtentwicklungsplan Verkehr gelegt worden (die LVZ berichtete). „Die Inhalte dieses Verkehrskonzeptes werden nun in die Tat umgesetzt.“

Im Neuen Rathaus heißt es, die Anzahl der Fahrspuren für Autos werde nicht verringert. „Auch bisher muss der Autoverkehr auf Grund des schmalen Straßenquerschnittes den Gleisbereich der Straßenbahn mitbenutzen“, so Roland Quester vom Baudezernat. Die jetzt vorgesehene separate Führung des Radverkehrs auf Radstreifen sei die Voraussetzung für eine Förderfähigkeit des Bauvorhabens, da Straßenbahnen und Busse nur so den langsameren Radverkehr überholen könne. „Dies ermöglicht insgesamt einen sichereren und flüssigeren Verkehrsablauf für alle Verkehrsarten“, so Quester. Die Radfahrstreifen würden dabei platzbedingt nicht die Breite einer innergemeindlichen Radschnellverbindung erhalten können, die Bestandteil des Hauptradroutennetzes des Radverkehrsentwicklungsplans 2010 bis 2020 ist. Es sei auch nicht die Regelbreite für Radfahrstreifen von 1,85 Metern möglich, sondern nur das Mindestmaß von 1,60 Meter. Zu den Geschäftszeiten gebe es in den Nebenstraßen freie Kapazitäten an Stellplätzen, die eventuell durch die Schaffung von Anlieferzonen, ergänzt werden könnten.

Die Pläne der Stadt sehen vor, die Umbauarbeiten ab 2017 zu starten. Die Kosten werden mit rund zehn Millionen Euro veranschlagt. Eine Entscheidung über die Bau-Variante soll schon in der nächsten Ratssitzung am 17. Juni fallen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2015.
Andreas Tappert

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