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Stadtpolitik Debatte um Matthäikirchhof: Linke fordert Nutzungsmix
Leipzig Stadtpolitik Debatte um Matthäikirchhof: Linke fordert Nutzungsmix
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22:59 28.08.2017
Was wird aus Leipzigs früherer Stasi-Zentrale? Quelle: Kempner
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Leipzig

Nach der ehrenamtlichen Initiative Leipziger Architekten hat jetzt auch die Stadtratsfraktion der Linken eine breite öffentliche Diskussion über die künftige Nutzung des Matthäikirchhofs eingefordert. Siegfried Schlegel, Sprecher für Stadtentwicklung, erinnerte daran, dass die Linke schon 2014 und 2015 eine baldige Entwicklung des Areals samt dem Bau einer Schule oder Kita vorgeschlagen hätten. Am 26. Juni 2017 habe die Fraktion einen weiteren Antrag mit folgendem Inhalt eingereicht: „Unter breiter Einbeziehung der Bürgerschaft wird ein Nutzungs- und städtebauliches Konzept für ein multifunktionales vitales Zentrumsquartier Matthäikirchhof mit Gemeinbedarfseinrichtungen entwickelt, das in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt wird. Dabei sollen Erfahrungen des beim Eutritzscher Freiladebahnhof praktizierten kooperativen Bauleitverfahrens einfließen und weiterentwickelt werden.“

Da in der nächsten Stadtratssitzung am 20. September über ein Konzept der Verwaltung abgestimmt werden soll, das 1,6 Hektar große Areal zu einem Forum für Freiheit und Bürgerrechte (so der Arbeitstitel) zu entwickeln, müsse auch der Linken-Antrag auf die Tagesordnung dieser Sitzung kommen, verlangte Schlegel weiter. „Es gibt kein Stadtquartier im Zentrum, das nicht vielfältige Funktionen und Nutzungen aufweist und damit Leipzigs Attraktivität mit bestimmt.“ Die Linke könne „eine breite Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung im bisherigen Agieren des Oberbürgermeisters und der Verwaltung beim Matthäikirchhof nicht erkennen“. Dabei sei das Areal, dessen Grundstückswert vor zwei Jahren auf über 20 Millionen Euro geschätzt wurde, einst die Wiege Leipzigs gewesen.

Umfrage: LVZ-Leser fordern Abriss

Die Linke wünsche sich dort künftig einen Wohnflächenanteil von 30 Prozent – darunter ein Drittel geförderte Sozialwohnungen. Eine städtebauliche Herausforderung sei außerdem die Gestaltung des Übergangs zum Richard-Wagner-Hain. „Neben einem Schulhaus in der Lumumbastraße, das verkauft wurde und in dem Eigentumswohnungen entstanden sind, hatte die Stadt Leipzig den Matthäikirchhof gegen das riesige Areal der ehemaligen DHfK getauscht – der heutigen sportwissenschaftlichen und der erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität“, erklärte Schlegel. Mit den derzeit „angedachten Nutzungen und Eigentümerschaften“ werde „letztlich die Bürgerschaft ihres Eigentums beraubt“.

Schon vor zwei Jahren hatten sich die Grünen für eine Kita oder Schule im Matthäikirchhof eingesetzt. Laut dem aktuellen Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung soll das Gelände, auf dem die frühere Bezirksverwaltung Leipzig der DDR-Staatssicherheit fast noch im Originalzustand steht, auch zum Bau eines modernen Archivs für alle sächsischen Stasi-Akten dienen.

Unterdessen sprach sich bei einer Umfrage eine Mehrheit der LVZ.de-Leser dafür aus, den alten Stasibau abzureißen. 54 Prozent (809) votierten für einen solchen Plan, 38 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Jens Rometsch / luc

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