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Einstürzende Altbauten: Stadt Leipzig gründet "Arbeitsgruppe verwahrloste Immobilien"

Einstürzende Altbauten: Stadt Leipzig gründet "Arbeitsgruppe verwahrloste Immobilien"

Die Stadt Leipzig hat eine "Arbeitsgruppe verwahrloste Immobilien"gegründet. Sie soll verhindern, dass immer wieder ruinierte Altbauten einstürzen, erklärt Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadterneuerung.

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Einer der jüngsten Hauseinstürze in Leipzig: Die Lützner Straße 103 ging Anfang April zu Bruch.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Traurige Anlässe für die Initiative gab es jüngst zur Genüge. Seit der Jahrtausendwende wurden in Leipzig 872 Baudenkmäler abgerissen, geht aus den Zahlen des sächsischen Innenministeriums hervor. Und die erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Im Ergebnis sei Leipzig mit aktuell 14 114 Objekten nicht mehr die Denkmalhauptstadt im Freistaat. Vielmehr ist das jetzt der Landkreis Görlitz mit 14 525 Objekten - dort wurden seit der Jahrtausendwende nur 392 Baudenkmäler abgebrochen.

Obendrein wurde der Abriss von weiteren 60 historischen Häusern in Leipzig beantragt oder schon genehmigt. Um den negativen Trend zu stoppen, soll die ämterübergreifende Arbeitsgruppe nicht nur eine Liste mit den am meisten gefährdeten Gebäuden durchforsten und dabei versuchen, bessere Lösungen zu initiieren, erklärt Gerkens. Erstmals sei die Stadt außerdem selbst bereit, "wirtschaftlich aktiv zu werden". Bislang hätten Auflagen an die zumeist privaten Hausbesitzer stets einen Haken gehabt. "Wenn der Eigentümer nachweist, dass er wirtschaftlich nicht in der Lage ist sein Gebäude zu retten, hätte die Stadt die Kosten der angeordneten Maßnahmen übernehmen müssen. Doch dafür war bei der Kommune selbst kein Geld da." Die Stadt habe nur selten oder sehr vorsichtig A gesagt, weil sie nie B sagen konnte. Das ändere sich jetzt: "Wir werden in Zukunft mehr Druck ausüben."

Zwar seien es zum Start nur zwei eher kleine Töpfe mit 150 000 sowie 500 000 Euro, die zum Erproben neuer Methoden beim Erhalt stadtbildprägender Baudenkmäler zur Verfügung stehen. Nicht viel - bei etwa 80 akut gefährdeten und Hunderten leeren Gebäuden. Doch die Kommune könne damit erstmals in Notfällen auch Häuser erwerben, sie sichern und mit vergleichsweise geringem Risiko anschließend an Nutzergruppen oder Investoren weiterverkaufen. "Die Arbeitsgruppe soll dafür praktikable Methoden entwickeln", sagt Gerkens.

Laut Fritjof Mothes vom Verein HausHalten zeigt das koordinierte Auftreten gegenüber den Eigentümern schon erste Erfolge: "So konnte das einsturzgefährdete Gebäude Eisenbahnstraße 41 gesichert werden, das im vergangenen Jahr wochenlang den Straßenbahnbetrieb zum Erliegen brachte. Nun will ein neuer Eigentümer es sogar sanieren."

Allerdings seien zuletzt - etwa in der Volbedingstraße - Häuser zusammengebrochen, die niemand als akut bedroht ansah. "Das zeigt, dass ein gesamtstädtischer, kompletter Überblick über die gefährdeten Objekte nach wie vor fehlt. Nur so aber könnten erhebliche Gefahren abgewendet und weitere Verluste verhindert werden", mahnt er. Auch sei die Mittelausstattung der Gebäudesicherung nach wie vor nicht ausreichend.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2015

Jens Rometsch

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