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Stadtpolitik Erlaubnis für Tonabbau in Liebertwolkwitz soll teilweise aufgehoben werden
Leipzig Stadtpolitik Erlaubnis für Tonabbau in Liebertwolkwitz soll teilweise aufgehoben werden
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23:08 16.06.2015
Viele Lkw mit abgebautem Ton fahren durch Liebertwolkwitz. Quelle: André Kempner
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Leipzig/Liebertwolkwitz

Wo in Liebertwolkwitz zukünftig weiter Tongestein abgebaut werden darf, darüber streitet die Leipziger Verwaltung mit dem sächsischen Oberbergamt. Am Mittwoch will der Stadtrat eine Vorlage von Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) beschließen, die die Bergbaubehörde auffordert, den sogenannten Rahmenbergbauplan teilweise zu korrigieren. Das Papier regelt, wo die Firma Tontagebau Liebertwolkwitz mit ihren Baggern den Ton aus der Erde holen darf.

Knackpunkt der Auseinandersetzung ist das Gebiet östlich des Schaukelgrabens, nahe der Autobahn. Dort soll ein Gewerbegebiet stehen, für das bereits ein gültiger Bebauungsplan besteht. Tontagebau Liebertwolkwitz hat nun aber die Genehmigung eines Abbauplans beantragt, der eben dieses künftige Gewerbegebiet umfassen soll. Nach einem Bescheid des Bergamts Borna von 1991 wäre der Abbau erlaubt.

Nach Auffassung der Stadt und der Leipziger Ratsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen ist die alte Erlaubnis aber rechtswidrig. Die Verwaltung lehnt den jetzigen Antrag des Unternehmens daher ab. Das Oberbergamt hat diese Ansicht im vergangenen Jahr zwar mündlich bestätigt. Doch die Tontagebau Firma rückt bislang nicht von ihrem Vorhaben ab.

Bei Bewohnern der Region sind die Tontagebaue bereits seit langem umstritten. In mehreren Orten formierten sich Bürgerinitiativen, auch in Liebertwolkwitz. Sie kritisieren die Zerstörung der Flächen durch den Aushub der Gruben, den aufgewirbelten Staub und den Abtransport des abgebauten Materials auf schweren Lkw durch den Ort.

Die nun neu beantragte Abbaugenehmigung hat auch die Leipziger Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen auf den Plan gerufen. „Der geplante Tonabbau östlich des Schinkelgrabens wird zum Verlust von Böden und landwirtschaftlicher Nutzfläche sowie zu anhaltender Belastung der Anwohner mit Lärm und Dreck führen“, kritisierte Stadträtin Nicole Lakowa. Ihre Fraktion schließt sich damit dem Antrag der Stadtverwaltung an, der eine Korrektur der Pläne vom Oberbergamt in Freiberg fordert. „Der Interessenkonflikt zwischen sich überlagerndem Planungsrecht und Bergrecht muss endlich gänzlich aufgelöst werden“, sagte Lakowa im Hinblick auf das geplante und genehmigte Gewerbegebiet.

(chg)

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