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Stadtpolitik Fahrrademo: Studenten radeln in Leipzig gegen Stellenkürzungen an der Uni
Leipzig Stadtpolitik Fahrrademo: Studenten radeln in Leipzig gegen Stellenkürzungen an der Uni
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18:32 04.06.2015
Mit einer Fahrraddemo prostestierten Leipziger Studierende am Donnerstag gegen den Stellenabbau an den hiesigen Hochschulen. Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Während der Markt sich am Donnerstag zu den StadtFestTagen zum großen Open-Air-Hörsaal verwandelte, klingelten Studenten per Fahrraddemo gegen den Stellenabbau an den hiesigen Hochschulen. Motto: „Kürzer geht's nicht! Jetzt erst recht, wertes Rektorat.“ Rund 70 Teilnehmer versammelten sich zum Start an der Moritzbastei.

Die Alma Mater soll laut StudentInnenRat der Universität Leipzig (StuRa) bis Ende 2016 noch mindestens 20 weitere Stellen abbauen. Gute Forschung und Lehre könnten so nicht sichergestellt werden, heißt es in einem Aufruf zu der Demonstration. In Leipzig sind die Studiengänge Theaterwissenschaften, Pharmazie und Archäologie bedroht. Zwar wird ab Herbst wieder immatrikuliert, doch die Zukunft bleibt letztlich ungewiss.

Das Sächsische Wissenschaftsministerium teilte am Donnerstag mit, dass zwar die Streichung von 150 Stellen bis 2016 in der Hochschullandschaft im Freistaat auch nach dem Regierungswechsel in den Koalitionsverhandlungen nicht rückgängig gemacht werden konnten. Zur Abfederung, so das Ministerium, würden aber zusätzliche Mittel aus dem Hochschul-Pakt gewährt. Gleichzeitig sei durch den Koalitionsvertrag von CDU und SPD festgelegt worden, dass die Streichung von 754 weiteren Stellen bis 2020 zurückgenommen werden. Damit sei jetzt eine langfristige Planungssicherheit möglich. Aus frei werdenden Bafög-Geldern stünden den Hochschulen derzeit 56 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Der StuRa der Uni Leipzig fordert bei seiner Fahrraddemo aber auch ein Mitspracherecht bei den Diskussionen um die Hochschulentwicklungsplanung bis 2025. Nach wie vor habe in Leipzig kein Diskurs zur künftigen Struktur eingesetzt. Der StuRa bemängelt Gespräche hinter verschlossenen Türen. Rektorin Beate Schücking sei mit dem Versprechen angetreten, Transparenz zu schaffen. Sie lasse diese aber gänzlich vermissen.

Ab 16 Uhr wollten sich die Studenten von der Moritzbastei auf dieser Route durch die Stadt bewegen: Moritzbastei → Universitätsstraße → Roßplatz → Augustusplatz → Grimmaischer Steinweg → Prager Straße → Ostplatz → Johannisallee → Straße des 18. Oktober → Bayrischer Platz → Windmühlenstraße → Härtelstraße → Straße des 17. Juni → Beethovenstraße → Ferdinand-Rhode-Straße → Johannapark → Querung Friedrich-Ebert-Straße → Johannapark → Querung Martin-Luther-Ring → Lotterstraße → Burgplatz → Hugo-Licht-Straße → oberer Martin-Luther-Ring → Schillerstraße → Neumarkt.

Um 18 Uhr sollte die Demonstration beendet sein. Auf dem Markt wird der Hochschultag dann trotzdem mit Partymusik gefeiert: Live-Musik gibt es ab 18.30 Uhr, und ab 23 Uhr legen DJ’s auf.

Evelyn ter Vehn

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