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Stadtpolitik Fockestraßen-Wagenbewohner solidarisieren sich mit Amalie-Senioren
Leipzig Stadtpolitik Fockestraßen-Wagenbewohner solidarisieren sich mit Amalie-Senioren
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00:31 19.06.2015
Bewohner des Wagenplatzes Focke 80 solidarisieren sich mit den Senioren der von der Schließung bedrohten betreuten Wohnanlage in Paunsdorf. Quelle: privat
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Leipzig

Ungewöhnlicher Schulterschluss: Bewohner des Wagenplatzes Focke 80 haben sich mit den Senioren der von der Schließung bedrohten betreuten Wohnanlage in Paunsdorf solidarisiert. „Die unsichere Situation der Amalie-Bewohner ist in der Tat untragbar“, erklärten vier Vertreter des Wohnprojektes in der Fockestraße 80 nach einem Treffen mit mehreren betagten Mietern vor Ort.

„Wird die zum April 2016 ausgesprochene Kündigung durchgesetzt, sitzen 130 alte Menschen auf der Straße“, berichteten die Wagenbewohner. Denn die Suche nach einem neuen Zuhause gestalte sich besonders für Menschen ohne Pflegestufe „aufgrund der langen Wartelisten kompliziert bis unmöglich“. Einige der hochbetagten Leute müssten sich bei einem Umzug überdies noch komplett neue Möbel anschaffen.

Die Vertreter der Focke 80 forderten daher von den Verantwortlichen in der Stadt „politischen Willen, um die Räumung der Amalie abzuwenden“. Zugleich traten sie der „populistischen Ausspielung zweier sozialer Initiativen“ entgegen. Wie berichtet, hatte Konrad Riedel, CDU-Stadtrat und Vorsitzender der Seniorenunion, den Amalie-Mietern empfohlen, „in eine Wagenburg vor dem Betreuten Wohnen oder vor dem Rathaus umzuziehen“. Menschen, die auf öffentlichem Boden in ihren Wohnwagen lebten, genössen in Leipzig mehr Rechte als die Senioren, die wegen eines Streits um die Rechtmäßigkeit ihrer Wohnresidenz von der Stadt aufgefordert wurden, bis 1. April 2016 auszuziehen.

Die Focke 80 streitet momentan aber auch mit der Stadt wegen Abriss- und Entsiegelungsarbeiten auf ihrem Wohnplatzgelände. „Im Gegensatz zu den betagten Bewohnern der Amalie“, erklärte sie, „sind wir glücklicherweise noch eher in der Lage, uns für unsere Belange selbst einzusetzen.

Klaus Staeubert

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