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Stadtpolitik Georg-Schumann-Straße: Ausbau kommt - separate Autospur abgelehnt
Leipzig Stadtpolitik Georg-Schumann-Straße: Ausbau kommt - separate Autospur abgelehnt
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00:06 18.06.2015
Auf der Georg-Schumann-Straße zwischen Huygensstraße und S-Bahn-Brücke werden sich Straßenbahnen und Autos künftig die Spuren teilen (Archivfoto). Quelle: Christian Modla
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Leipzig

Die Georg-Schumann-Straße wird ab Februar 2016 zwischen Huygensstraße und S-Bahn-Brücke ausgebaut. Das hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Für insgesamt 3,8 Millionen Euro werden Gleise und Straße saniert, Versorgungsleitungen erneuert, Gehwege und Parkplätze gestaltet sowie Radstreifen angelegt. Um ein Haar wäre der Ausbau gestoppt worden. Zahlreiche Stadträte befürchten: Die Schumann-Straße wird zur Staufalle.

Eine fraktionsübergreifende Initiative der Stadträte Heiko Bär, Nicole Wohlfahrt und Andreas Geisler (SPD), Frank Tornau, Gerd Heinrich und Stefan Georgi (CDU) sowie William Grosser und Alexej Danckwardt (Linke) forderte eine Überarbeitung der Pläne durch die Verwaltung: Auf dem rund 300 Meter langen Stück sollten separate Spuren für den Autoverkehr angelegt werden. Die Baupläne sehen aber eine gemeinsame Nutzung der Spuren durch die Straßenbahn-Linien 10 und 11 sowie den Individualverkehr vor.

Derzeit fließen Tag für Tag rund 18.000 Fahrzeuge durch den Bauabschnitt, so die Erhebung der Verwaltung. Dazu kommen Straßenbahnen der Linien 10 und 11 im Fünf-Minuten-Takt und die Buslinie 90 im 10-Minuten-Takt. Zwischen Huygensstraße und Wiederitzscher Straße verkehren derzeit rund 600 bis 1300 Fahrräder pro Tag.

"Das ist jetzt schon die schwierigste Stelle. Die Verkehrsteilnehmer werden sich dort behindern", sagte CDU-Fraktionschef Uwe Rothkegel. Der Radverkehr könne doch in die parallel laufende Kirschbergstraße verlegt werden. Fraktionskollege Frank Tornau sieht den Individualverkehr ausgebremst, Sozialdemokrat Heiko Bär bangt um den Wirtschaftsverkehr.

Der Linken-Abgeordnete Danckwart stellte "chaotische Zustände" und morgendliche Staus von mehreren hundert Metern als Status Quo in der Schumann-Straße fest. "Stau wird es dort immer geben. Aber die Linie elf ist unsere wichtigste Stadtbahn", sagte er. Und die brauche zur Beschleunigung ein eigenes Gleisbett.

"Man mag es nicht glauben, aber der ÖPNV wird durch die aktuelle Lösung beschleunigt", sagte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau. Die behindertengerecht geplanten Haltestellen in der Nähe des Jobcenters böten maximalen Platz zum schnellen Aus- und Einsteigen. Auch der Umstieg auf die Buslinie 90 soll schnell und sicher möglich sein. "Die LVB favorisieren diese Lösung", so Dubrau. Selbst wenn nur Sekunden gewonnen würden, würde sich das letztlich positiv auf die Fahrzeit auswirken.

Auch die Radstreifen hätten einen positiven Effekt. Sie würden die Autofahrer nicht ausbremsen. Dadurch sei die gemeinsame Nutzung der Trasse von Autos und Straßenbahn möglich. Der Straßenbahnverkehr würde im Vergleich zur aktuellen Lösung sogar beschleunigt. Wird der ÖPNV schneller, können auch Fördermittel fließen, erklärte Dubrau - auch wenn keine extra Trassen für die Bahnen gebaut würden.

Die Befürworter wie Franziska Riekewald von den Linken, SPD-Abgeordneter Matthias Weber oder Annette Körner (Grüne) verwiesen auf die steigende Aufenthaltsqualität. Die neue Gestaltung könne dem Viertel einen echten Entwicklungsschub bringen. "Wir betreiben Stadtentwicklung. Das ist unsere Aufgabe als Stadtrat", so Riekewald. Körner verwies zudem auf die Beteiligung von Bürgern und Magistralenmanagement, die sich positiv für die von der Verwaltung dokumentierte Variante ausgesprochen hätten.

"Es gab viel Druck von den Anliegern, dass wir endlich auch etwas in ihrem Bereich tun sollen", schilderte Dubrau. "Wenn es jetzt heißt, alles auf Anfang, dann wäre das ein sehr schlechtes Zeichen an alle, die sich von dort engagiert haben", sagte sie.

Der fraktionsübergreifende Antrag für eine Ausbauvariante mit separaten Kfz-Spuren wurde abgelehnt. 33 Stadträte stimmten dagegen, 31 dafür, einer enthielt sich der Stimme. Die von der Verwaltungsspitze vorgelegte Planung wurde daraufhin mehrheitlich bei sechs Enthaltungen verabschiedet.

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