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Grüne Dächer und erneuerbarer Strom – so will Leipzig klimabewusst handeln

Nachhaltigkeit Grüne Dächer und erneuerbarer Strom – so will Leipzig klimabewusst handeln

Das Umweltressort der Stadt Leipzig hat am Donnerstag aktuelle Zahlen zum CO2-Ausstoß pro Einwohner vorgelegt. Fazit: Es ist noch viel zu tun.

Neues Rathaus (Symbolfoto: Archiv)

Quelle: Leipzigreport

Leipzig. Bis zum Jahresende will Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) dem Stadtrat eine „Gründachstrategie“ für Leipzig vorlegen, um den Bau von mehr begrünten Dächern auf Neubauten und bei geeigneten Flachdachsanierungen voranzutreiben. Angeregt durch die Fraktion der Grünen soll das ein neuer Baustein des Energie- und Klimaschutzprogramms 2014–2020 werden. Darin sind 105 Maßnahmen aufgelistet.

Am Donnerstag blickte Rosenthal zurück und legte den Umsetzungsbericht 2014 sowie die aktuelle Energie- und CO2-Bilanz vor. Allerdings mit Zahlen aus dem Jahr 2012. Bis 2020 will Leipzig die Treibhausgas-Emissionen auf 4,47 Tonnen pro Einwohner und Jahr senken, bis 2050 dann auf 2,5 Tonnen pro Einwohner und Jahr. 2012 waren es 6,77 Tonnen. 2013 – so die bisher noch unveröffentlichte Zahl – „nur“ noch 6,69 Tonnen. Es ist also noch viel zu tun. „Der Bericht zeigt, dass die Stadt Leipzig große Anstrengungen unternimmt, um klimabewusst zu handeln“, so Rosenthal. Hier einige Beispiele:

  • Erneuerbarer Strom : Bereits jetzt konnte das Ziel für 2020 mit einer Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 97 Gigawattstunden pro Jahr in Leipzig erreicht werden. Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von 38 800 Haushalten. Für den rasanten Zuwachs sind im Wesentlichen vier Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen verantwortlich, die im Jahr 2012 allein 18 GWh Strom produzierten. „Grüne Kraftwerke auf Dächern“ betreibt die stadteigene LWB über ihre Tochtergesellschaft Wohnen & Service Leipzig GmbH an 49 Standorten. Nachholbedarf gibt es beispielsweise in der energetischen Nutzung von Bioabfällen – Grünschnitt und die Überbleibsel der Biotonne werden in Leipzig aus Kostengründen kompostiert.
  • Gebäude : Im Rahmen des KfW-Förderprogramms wurden für Plagwitz-Lindenau sowie für Schönefeld Fördermittel eingeworben, um energetische Sanierungskonzepte zu erarbeiten. Die 3. Grundschule in der Südvorstadt sowie die Feuerwache Süd wurden als Passivhaus gebaut, der Apelsbogen am Westplatz als Firmensitz der Wohnungsgenossenschaft Unitas sowie Wohnhaus ist energetisch optimiert.
  • Beratung : Im Amt für Umweltschutz wurde eine Klimaschutzleitstelle eingerichtet, die in fachlicher und koordinierender Funktion agiert. Ab September soll es dann auch einen Klimaschutzbeauftragten geben. Eine Bauherrenmappe mit Tipps zum energetischen Bauen ist im Umweltinformationszentrum erhältlich.
  • Elektromobilität : Mittlerweile gibt es 25 Mobilitätsstationen.
  • Grüne Dächer : Durch die zunehmende Bebauung sind neue Wärmeinseln im Stadtgebiet entstanden. Besonders an heißen Sommertagen wird der Zustrom von kühlerer Luft aus dem Umland zum Problem, es kann zu Temperaturunterschieden bis 11 Grad Celsius kommen. Neben Kaltluftschneisen und den Erhalt von Freiflächen können auch grüne Dächer, die zudem noch Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern, zu einer Reduzierung der Aufheizung des Stadtklimas betragen. Wie sie die fördern will, etwa durch spezielle Programme oder eine Gebührenreduktion in Bezug auf die Abwassergebühr beispielsweise, dazu will die Stadt bis zum Jahresende eine Strategie vorlegen.

Wie will die Stadt die ehrgeizigen Klimaziele überhaupt schaffen? Rosenthal: „Da sind noch viele Anstrengungen nötig, etwa beim Senken des Energieverbrauchs, der Energieerzeugung, aber auch beim Verkehr.“ An vielem werde gearbeitet, etwa am Lichtkonzept für die Stadtbeleuchtung, einer Sanierungsplanung für kommunale Gebäude, dem Modalsplit. Ziel ist es bekanntlich, den Anteil des öffentlichen Nahverkehrs und des Radverkehrs zu erhöhen. Doch kann man das in einer wachsenden Stadt überhaupt schaffen? Abteilungsleiter Johannes Dohmen vom Umweltamt: „Neue Wohngebiete liegen meist an vom öffentlichen Nahverkehr erschlossenen Achsen. Das verringert den Individualverkehr.“ Es gebe aber noch Potenzial – etwa gänzlich autofreie Wohngebiete.

Den Umsetzungsbericht 2014 mit weiteren Maßnahmen finden Sie unter www.leipzig.de/klimabewusst.

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