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Stadtpolitik "Herablassende Behandlung" - Leipzigs Grüne setzen sich für Jugendparlament ein
Leipzig Stadtpolitik "Herablassende Behandlung" - Leipzigs Grüne setzen sich für Jugendparlament ein
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20:48 13.07.2016
Pfandring an einem Mülleimer in Bamberg Quelle: dpa
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Leipzig

Leipzigs Grüne fordern einen fairen Umgang mit dem Jugendparlament ein. „Die Jugendlichen haben sich Mühe gegeben, ihr Gesellenstück abgeliefert, sind aber im letzten Stadtrat herabwürdigend behandelt worden“, findet Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft. Stein des Anstoßes waren auf der Juni-Tagung die geforderten Erleichterungen für Pfandsammler. Also für Leute, die ihr Einkommen aufbessern, in dem sie in Abfallbehältern nach leeren Pfandflaschen suchen. Wie berichtet, empfindet das Jugendparlament diese „Prozedur demütigend und erniedrigend“ und wollte daher „Pfandringe für Leipzigs Mülleimer“ initiieren. Die sollten an Papierkörben angebracht werden, damit Flaschen am Rand leicht angebracht und entnommen werden können.

Die Stadtverwaltung wies dies als „nutzlos und zu teuer“ zurück. Pfandringe kosteten zwischen 70 und 450 Euro pro Stück, seien damit zum Teil teurer als ein Papierkorb. Für die gesamte Papierkorbsammlung stehen der Stadtreinigung 2015 gerade mal 860 000 Euro zur Verfügung. Das Jugendparlament entschloss sich deshalb zu einer Neufassung seines Antrags, der allerdings abgelehnt wurde. Die Stadtverwaltung sollte wenigstens beauftragt werden, zu prüfen, wie verhindert werden kann, dass Pfandflaschen und -dosen nicht in Papierkörben landen. Gegenwind gab es damals aus der CDU, die den Sozialstaat in der Pflicht sieht, zu verhindern, dass Menschen auf solche Tätigkeiten angewiesen seien.

Dem Jugendparlament attestierte CDU-Mann Michael Weickert eine fast schon „spießbürgerliche Auffassung von Ordnung und Sauberkeit.“ Naomi-Pia Witte (Linke) versuchte sich satirisch und wollte gar in Tupperdosen an Papierkörben Essensreste sammeln. Krefft kann darüber nicht lachen: „Natürlich sind nicht alle Vorschläge umsetzbar. Die herablassende Art, mit der einige Stadträte auf Ideen der jungen Leute reagierten, hat uns betroffen gemacht“, sagt sie. „Wenn wir die Beteiligung junger Leute wollen, müssen wir sie ernstnehmen“.

Der Stadtrat will nun die Kinder- und Jugendbeteiligung neu organisieren. Im Jugendamt soll es eine Stelle geben, um die pädagogische Begleitung abzusichern. Krefft: „Wir brauchen einen Neuanfang im Umgang mit jungen Leuten, damit sie nicht das Interesse an Demokratie verlieren.“

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