Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Holger Mann ist Leipzigs neuer SPD-Chef
Leipzig Stadtpolitik Holger Mann ist Leipzigs neuer SPD-Chef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:41 18.11.2018
Die neue Führungscrew der Leipziger SPD: Vorsitzender Holger Mann (39; rechts) mit seinen Stellvertretern Irena Rudolph-Kokot (45) und Peter Hütter (29). Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Die Leipziger SPD hat am Sonnabend bei ihrem Parteitag im Haus der Stadtmission in Lindenau einen neuen Vorstand gewählt und dabei Geschlossenheit demonstriert. Die 89 Delegierten kürten Holger Mann bei 75 Ja-, zwölf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen zu ihrem Spitzenmann für die nächsten beiden Jahre. Der 39-jährige Landtagsabgeordnete folgt Hassan Soilihi Mzé nach, der im Juni wegen parteiinterner Querelen und zwischenmenschlicher Zerwürfnisse zurückgetreten war. Zuletzt hatten die bisherigen Stellvertreter Katharina Kleinschmidt und Maximilian Rinck den 1400 Mitglieder starken Leipziger Stadtverband kommissarisch geführt.

84,3 Prozent – Mann ist baff

Mann zeigte sich nach seiner Wahl erleichtert und überrascht zugleich. „Ich bin überwältigt und dankbar. Mit 84,3 Prozent Zustimmung hatte ich nicht gerechnet, auf ein Ergebnis mit einer Sieben vor der Einer-Stelle gehofft“, sagte der neue SPD-Chef. Das Vertrauen der Delegierten wolle er nicht enttäuschen. „Ich werte den Zuspruch auch als Anerkennung für das, was wir Sozialdemokraten im Sächsischen Landtag leisten. Wir haben viel durchgesetzt, nicht zuletzt für Leipzig.“ Zur jüngeren Vergangenheit, in der die messestädtischen Sozialdemokraten vor allem mit Flügelkämpfen zwischen linken und konservativen Gruppen von sich reden machten, sagte Mann, der dem linken Lager zugerechnet wird: „Ich rede mit allen und bin bereit zu Dialog und Konsens. Wenn Debatten dazu führen, dass wir mit gemeinsamen Positionen aus ihnen herausgehen, dann macht uns das stark.“

Redner fordern Respekt und Menschlichkeit

Vor dem Urnengang hatten verschiedene Redner gefordert, dass die Zeit persönlicher Verunglimpfungen im Umgang miteinander ein Ende haben müsse. Respekt und Menschlichkeit seien das Mindeste, was Sozialdemokraten zu leisten hätten, bemerkte beispielsweise SPD-Stadträtin Nicole Wohlfarth-Bärwald. Mann betonte in seiner Bewerbungsrede, dass interne Probleme zunächst einmal intern zu behandeln seien und nicht gleich in die Medien gehörten. Hauptaufgabe der SPD in Stadt und Land müsse es sein, im Superwahljahr 2019 mit Kommunal-, Landtags- und Europawahlen „wieder stärker auf der Straße Flagge zu zeigen und in der Gesellschaft sichtbar zu sein“. Die Sozialdemokratie habe in den vergangenen knapp drei Jahrzehnten der Stadt Leipzig ihren Stempel aufgedrückt und unter der Ägide von drei SPD-Oberbürgermeistern die Entwicklung von der Großstadt zur Metropole vorangetrieben. Es gebe unbestreitbare Erfolge wie die deutlich gesunkene Arbeitslosigkeit und ein bemerkenswertes Plus an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten innerhalb der vergangenen sechs Jahre. Aber es warte nach wie vor viel Arbeit auf die Partei, die es mit „klaren sozialdemokratischen Signalen zu untersetzen gilt“.

Jung hält sich bedeckt

Zum offenbar neu gewonnenen Wir-Gefühl gehörte am Sonnabend auch die Wahl der Stellvertreter von Mann. Mit Personalrätin Irena Rudolph-Kokot, die 76,4 Prozent erreichte, und Verwaltungsfachwirt Peter Hütter (29), der 95,5 Prozent der Stimmen erhielt, wurden zwei Vertreter der zuletzt konkurrierenden Lager zu Vize-Parteichefs bestimmt. Der neuen Führungscrew und den übrigen Genossinnen und Genossen schrieb SPD-Oberbürgermeister Burkhard Jung in seinem Grußwort ins Parteibuch: „Wir treten solidarisch für eine gerechtere Welt ein, aber wir sind auch Realisten. Wir müssen geduldig sein und konsequent bleiben.“ Partikularinteressen allein dürften nicht das Ziel sein. „Diese Stadt hat es verdient, weiter sozial verantwortlich regiert zu werden“, rief Jung den Delegierten zu und erntete dafür viel Beifall. Welche Rolle er nach 2020 spielt, darüber verlor der OBM kein Wort.

Kommunalwahlprogramm wird erst Anfang 2019 beschlossen

Der ursprüngliche Plan, nach der Kür der neuen Parteispitze noch dem Entwurf des Kommunalwahlprogramms den Delegierten-Segen zu geben, wurde verworfen. Zu viele Änderungsanträge, vor allem von den Jusos, harren der Beratung und wurden in die Gremien verwiesen. Laut Mann soll das Programm Ende Januar/Anfang Februar verabschiedet werden.

Von Dominic Welters

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Stadtrat wird am 22. November das Kuratorium berufen, das sich um die inhaltliche Ausrichtung des Lichtfestes kümmern soll. Die Initiativgruppe „Tag der Friedlichen Revolution“ hat ihre sechs Vertreter benannt. Doch darüber gibt es jetzt Streit.

17.11.2018

Mehrere Leipziger Ortschaftsräte haben ein Protestschreiben ans Ministerium verfasst. Sie fordern den Wegfall der kurzen Südabkurvung. Mehrere Bundestagsabgeordnete unterstützen die konzertierte Aktion.

16.11.2018

Was hat der Nahverkehr mit seltenen Tieren und Kleingärten zu tun? Einiges, wurde beim LVZ-Leserforum deutlich. Es diskutierten ein Umweltschützer, ein Wissenschaftler und der Amtsleiter für Stadtgrün.

16.11.2018