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Stadtpolitik Jeder achte Leipziger hat Wurzeln im Ausland – Stadt legt Bericht vor
Leipzig Stadtpolitik Jeder achte Leipziger hat Wurzeln im Ausland – Stadt legt Bericht vor
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19:17 22.09.2016
Der Leipziger Ibrahim Abdul Majeed (19) lernt mit den Kindern Salma (6), Pairin (12) und Ales (12) im den Räumen des Leipziger Flüchtlingsrats (Archivbild). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Knapp jeder achte Leipziger hat ausländische Wurzeln – Zum Jahresende 2015 waren es insgesamt 69.988 Menschen (12,3 Prozent), gut 10.000 mehr als im Vorjahr. Damit wuchs die Gruppe der Migranten binnen eines Jahres mit 17,2 Prozent deutlich stärker als die der Gesamtbevölkerung der Stadt (2,9 Prozent). Das geht aus einem am Donnerstag vorgestellten Bericht der Stadt zu Einwohnern mit Migrationshintergrund hervor.

Die meisten Migranten kommen aus Russland und Osteuropa

Die Studie differenziert: Von den knapp 60.000 Menschen mit Migrationshintergrund sind ein knappes Viertel – 23.959 – deutsche Staatsbürger. 46.029 Personen sind Ausländer. Der weitaus größte Teil der Aufgeführten stammt dabei aus Russland (7720 Menschen), gefolgt von Syrien (4424), Polen (4031), der Ukraine (3296) und Vietnam (3211). Insgesamt leben in Leipzig Menschen aus 175 heute existierenden Ländern.

Schulen und Kindergärten müssen sich auf Integration einstellen

Gut jeder siebente der 43.962 Schüler in Leipzig hat einen Migrationshintergrund (6328 oder 14,4 Prozent). Sind es in Grundschulen 16 Prozent und in Oberschulen 16,6 Prozent besuchen nur 11,4 Prozent der Genannten ein Gymnasium. Von den 23.900 Kindern, die im März 2015 eine Kita besuchten, hatten 3097 einen Migrationshintergrund. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Quote damit von 11,7 auf 13 Prozent an.
 
Überdurchschnittlich oft betreuen Migranten ihre Kinder zu Hause. In der Altersgruppe der Unterdreijährigen besuchten nur 16,2 Prozent eine Kita (ohne Migrationshintergrund: 36,5 Prozent). Bei den Drei- bis Sechsjährigen waren es 69,7 beziehungsweise 98,5 Prozent.

Arbeitslosenquote sinkt bei Ausländern, bleibt aber doppelt so hoch

56,5 Prozent der Leipziger im Alter von 15 bis 65 Jahre sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei Ausländern sind es lediglich 23,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote ist unter Migranten mit 20,7 Prozent mehr als doppelt so hoch als in der Gesamtbevölkerung mit 9,7 Prozent. Auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger ist mit 27,5 Prozent doppelt so hoch wie unter den deutschstämmigen Einwohnern (13,3 Prozent).

Die Zahl der Asylbewerber in Leipzig ist mit 0,8 Prozent im Vergleich zur Gesamtbevölkerung gering. Ende August 2016 lebten in der Stadt 4659 Menschen die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhielten. Zum Jahresende 2014 waren es 2423 Menschen.

Daten sollen Grundlage für Integrationspolitik der Stadt werden

Leipzigs Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD), erklärte am Donnerstag, dass der Report als Basis für das Migrations- und Integrationspolitik der Stadt dienen solle. „Angesichts der wachsenden Herausforderung werden wir nächstes Jahr unser Gesamtkonzept überarbeiten.“ Der Bericht werde zudem in den kommenden Jahren regelmäßig aktualisiert.

Das vollständige Papier ist auf der Internetseite der Stadt abrufbar, oder für 15 Euro im Amt für Statistik und Wahlen erhältlich.

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