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Stadtpolitik Joblinge Leipzig startet Beschäftigungs-Initiative für junge Flüchtlinge
Leipzig Stadtpolitik Joblinge Leipzig startet Beschäftigungs-Initiative für junge Flüchtlinge
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23:49 20.04.2016
Die Initiative Joblinge vermittelt junge Leute in den Arbeitsmarkt, nun sollen auch Flüchtlinge profitieren (Archivbild). Quelle: Leipzigreport
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Leipzig

Jungen Flüchtlingen im Alter von 18 bis 25 Jahren soll der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert werden. Die Stadt Leipzig unterstützt die Initiative der gemeinnützigen AG „Joblinge Leipzig“ mit rund 108.000 Euro. Insgesamt investiert das Joblinge-Projekt rund eine Million Euro, um zukünftige Fachkräfte in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft zu integrieren.

Der Leipziger Stadtrat gab am Mittwoch die Mittel bis Ende 2018 frei und folgte damit einer Beschlussvorlage des Dezernats Wirtschaft und Arbeit. Mit dem Programm speziell für Flüchtlinge soll insgesamt 160 jungen Menschen „mit hoher Bleibeperspektive“ die Berufswahl und der Einstieg in einen Job erleichtert werden sollen. Der Freistaat finanziert den Löwenanteil des Projekts, nämlich 90 Prozent.

Sprachkurs und soziale Kontakte

Das Programm richtet sich an junge Leute mit mittlerem Qualifikationsniveau, heißt es in der Beschreibung. Das heißt, weder Hochqualifizierte noch Analphabeten gehören zur Zielgruppe. Da die Joblinge die jungen Leute möglichst bald nach ihrer Ankunft in Leipzig integrieren wollen, gleichzeitig aber auf Nachhaltigkeit setzen, wenden sie sich an Menschen aus Syrien, dem Irak, Iran und aus Eritrea.

Die sprachliche Qualifikation steht zunächst im Mittelpunkt. Nach einem Basiskurs sei die Differenzierung in Berufsbranchen geplant. Das Joblinge-Team und Partnerfirmen testen dafür die Kompetenzen. Der Mentor hilft bei Behördengängen und der Anerkennung von beruflichen Qualifikationen.

Die Integration in die Stadtgesellschaft spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. So sollen Sportworkshops zum Beispiel den Zugang zu Vereinen eröffnen, Kultur-Workshops sind ebenfalls geplant, und in den Unternehmen soll über die Kollegen ungezwungen Kontakt zu Einheimischen oder schon länger in Deutschland lebenden Migranten entstehen.

72 Prozent Erfolgsquote

Das Flüchtlingsprogramm startet zusätzlich zu den klassischen Aktivitäten der Joblinge: Seit 2012 kümmert sich das Projekt um junge Leute in Leipzig, die als schwer vermittelbar auf dem Arbeitsmarkt gelten. Mit ihrem Konzept aus professioneller Qualifizierung, Motivation und Hilfe durch einen persönlichen, ehrenamtlichen Mentor und Praxiserfahrung in einem Netzwerk von Partnerfirmen erreichte die Initiative bei den bisherigen Teilnehmern Traumquoten. Konkret bedeutet das: 274 Leipziger wurden bisher betreut. Davon konnten 181 in eine Ausbildung oder Arbeitsstelle „nachhaltig integriert werden“, heißt es in dem Dokument für die Stadträte.

„72 Prozent Vermittlung in einem Beschäftigungsprojekt ist eine großartige Zahl“, betonte Gesine Märtens Vize-Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat. „Diese Projekt wird zu hundert Prozent durch die öffentliche Hand gefördert. Das ist richtig, und so geht Erfolg“, sagte sie und appellierte an den Rat: „Bitte behalten Sie das auch im Blick, wenn andere Initiativen um Unterstützung werben.“

Das Joblinge-Projekt wurde 2007 vom Finanzdienstleister The Boston Consulting Group und der Erberhard von Kuenheim-Stiftung der BMW-AG ins Leben gerufen. Vor Ort arbeitet die Initiative mit der Arbeitsagentur und dem Jobcenter zusammen. Wie schwierig die Bedingungen für Beschäftigungsinitiativen am Markt seien, zeige auch, dass „Joblinge“ trotz ausgezeichneter Kontakte zur Industrie keine Sponsoren für das Flüchtlingsprogramm gefunden habe, so Märtens am Rande der Ratssitzung gegenüber LVZ.de.

Evelyn ter Vehn

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