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Stadtpolitik Jünger und mit mehr Frauen – die SPD tritt als Stadtpartei der Mitte an
Leipzig Stadtpolitik Jünger und mit mehr Frauen – die SPD tritt als Stadtpartei der Mitte an
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16:38 27.01.2019
Die Spitzenkandidaten der SPD auf Listenplatz 1: Heiko Oßwald (Wahlkreis 0), Tom Pannwitt (WK 1), Anja Feichtinger (WK 2), Heike Böhm (WK 3), Christopher Zenker (WK 4), Ute Köhler-Siegel (WK 5), Heiko Bär (WK 6), Christian Schulze (WK 7), Andreas Geisler (WK 8) und Christina März (WK 9). Quelle: André Kempner
Leipzig

Jünger, weiblicher, gewerkschaftsnäher: Die SPD hat am Sonnabend in der Plagwitzer Garage ihre Kandidaten für den Stadtrat aufgestellt und setzt dabei auch auf bewährte Köpfe. „Ich möchte so richtigen geilen Wahlkampf für die SPD machen, weil mir nichts Besseres einfällt für die Demokratie“, sagte Josephine Scholl (20), die Philosophie studiert. Leipzigs SPD-Vorsitzender Holger Mann hört’s gern. Die Partei könne „aus den Vollen schöpfen“, weil sich „viele tolle Leute aus allen einkommens- und Berufsgruppen“ um ein Mandat bewerben. Dabei hat sich der Vorstand – trotz etlicher Befürchtungen im Vorfeld – weitgehend an die Vorschläge der Ortsvereine für die 110 Listenplätze gehalten.

SPD demonstriert Geschlossenheit

Die Leipziger SPD bemüht sich um Geschlossenheit, will die Grabenkämpfe der letzten Monate und Jahre zwischen dem linken und dem eher konservativen Flügel endgültig zu den Akten legen. Der Parteivorstand hat daher nur vier Korrekturen vorgeschlagen, um mehr Frauen ins Rennen zu schicken. Etwa Gewerkschaftsfrau Heike Böhm (53) im Wahlkreis 3. Sie wurde dann von der nicht anwesenden Nicole Bärwald-Wohlfahrt herausgefordert, die mit ihrem eigenen Listenplatz nicht zufrieden war, gewann aber haushoch. Vom eigenen Ortsverein auf Platz 6 platziert, wollte man Bärwald-Wohlfahrt mit Platz 2 im Wahlkreis 8 eine Brücke bauen. „Das wäre ein gutes Signal gewesen, um ihre fleißige Arbeit im Stadtrat zu honorieren“, erklärte Mann. Doch sie verzichtete dann ganz. Die SPD hat 47 Frauen aufgestellt.

Juso sind zufrieden

Zufriedene Gesichter gab es bei den Jusos. „Wir Jusos konnten uns klar mit unseren Personalvorschlägen durchsetzen“, freute sich Juso-Chef Marco Rietzschel. Mit dem Mechatroniker Tom Pannwitt (30) und der angehenden Juristin Christina März (23) gab es zwei erste Listenplätze, mit Josephine Scholl (20), den Gewerkschafter Frank Franke (33) sowie Rechtsreferendarin Julia Kneisel (27) drei zweite Listenplätze.

Vertrauensbeweis für Zenker

SPD-Fraktionschef Christopher Zenker (39) setzte sich bei 141 Ja- ohne Gegenstimme im Leipziger Süden durch. „Dieser Vertrauensbeweis ist für mich Ansporn und Herausforderung zugleich im Wahlkampf für ein soziales, innovatives, offenes und demokratisches Leipzig zu kämpfen“, sagte er. Bewährte Stadträte wie Christian Schulze (55), Andreas Geisler (52), Finanzexperte Heiko Oßwald (48), der freiberufliche Lehrer Heiko Bär (41) und Grundschullehrerin Ute Köhler-Siegel (50) wollen weitermachen und erhalten die Chance, an der Spitze ihrer Wahlkreise zu kandidieren.

Die Leipziger SPD sieht sich „als moderne Stadtpartei in der Mitte der Leipziger Gesellschaft“. „Wir werden diesen Platz verteidigen, sowohl gegen die Schwarzmaler von rechts, als auch alle, die Leipzig rot eintauchen wollen“, betonte Mann. Dabei strebe die Partei keine Dominanz an, sondern ein vielfältiges, lebenswertes, soziales, demokratisches und innovatives Leipzig. Ziel sei es durchaus, in allen Wahlkreisen zwei Mandate zu holen. Dabei wollen sich die Genossen von bundesweiten Umfragen nicht unterkriegen lassen. Vermisst auf der Mitgliederversammlung wurde übrigens Oberbürgermeister Burkhard Jung. Der Rathauschef wird seine Parteifreunde aber erst bei der Verabschiedung des Kommunalwahlprogramms am 12. Februar auf die Herausforderungen einschwören.

Arpaci als Landtagskandidat nominiert

Für den Landtag als Spitzenkandidat nominiert wurde Arnold Arpaci (29), der einen fahrscheinlosen Nahverkehr, bezahlbare Mieten und die Einführung einer Gemeinschaftsschule in Sachsen fordert. „Es muss aufhören, dass wir Kindern nach der vierten Klasse sagen, sie sind dumm, obwohl sie nur arm sind”, sagt Arpaci zum Schulsystem. Er selbst war früher auf der Hauptschule, jetzt promoviert der Volljurist im Arbeitsrecht.

Von Mathias Orbeck

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