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Katz-und-Maus-Spiel in Connewitz

Antifa-Graffito Katz-und-Maus-Spiel in Connewitz

Seit Monaten liefern sich Rathaus und Antifa-Szene in Connewitz ein Katz-und-Maus-Spiel um ein Graffito am Connewitzer Kreuz. Vier Mal ließ das Rathaus den Slogan „No Cops“ entfernen. Mancher, der für die Stadt arbeitet, findet es aber gut, wenn der gegen die Polizeigerichtete Schriftzug wieder aufgespüht wird.

Das vollständige Antifa-Graffio – noch mit dem Schritzug „No Cops“.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig.

Eine Genehmigung für das Auftragen des Graffitos mit der Stadtsilhoutte und den provokanten Slogans auf der Mauer, die die Sportanlage abgrenzt, gebe es nicht, versichert das zuständige Amt für Stadtgrün und Gewässer. Auch sei nicht bekannt, wer der Urheber der anstößigen Street Art ist. Die „freie Gestaltung der Mauer“ mit den Schriftzügen „No Nazis“ und „Antifa-Area“ toleriere die Stadt, heißt es auf LVZ-Anfrage aus der Behörde. Allerdings geht die Kommune gegen den Text-Teil vor, der sich auf die Polizei bezieht. Zur Begründung schreibt das Amt: „Da sich der Schriftzug ,No Cops‘ auch auf deutsche Polizisten beziehen und als polizeifreie Zone (Polizisten unerwünscht) oder rechtsfreier Raum interpretiert werden kann, kann dies nicht am Eigentum der Stadt Leipzig toleriert werden.“ Deshalb habe das Rathaus den Schriftzug „No Cops“ bereits vier Mal überpinseln lassen. Wie lange sich die Stadt das noch gefallen lassen will, ist unklar. Auf die Frage, was die Stadt gegen die vehementen Provokationen zu unternehmen gedenke, hieß es nur: „Dieser Sachverhalt wird derzeit von der Stadtverwaltung geprüft.“

Überpinseln, neu besprühen – daraus hat sich nun eine Art Connewitzer Volkssport entwickelt. Schon wenige Tage, nachdem die Stadt den No-Cops-Slogan überstrichen hat, ist der Schriftzug in der Regel wieder da. In den sozialen Netzwerken laufen heitere Diskussion darüber ab, die auch ein Streetworker durch eigene Twitter-Posts ordentlich befeuert. Er verkündet regelmäßig den aktuellen Spielstand des Katz-und-Maus-Spiels und macht dabei auch keinen Hehl daraus, auf wessen Seite er steht. So schrieb er jüngst: „Wenn ich richtig mitgezählt hab, steht es jetzt 4:3 für #Connewitz“ – und versah den Post mit einem Smiley, das Freude ausstrahlt.

Das Bizarre an dem Vorgang: Der eine Bürgermeister – Ordnungsbeigeordneter Heiko Rosenthal (Die Linke) – lässt die Propaganda für einen rechtsfreien Raum Connewitz pflichtbewusst beseitigen. Der andere Bürgermeister – Sozialbeigeordneter Thomas Fabia (SPD) – bezahlt den Streetarbeiter, der Rosenthals Kampf für Ordnung zu torpedieren gutheißt.

Das Amt für Jugend, Familie und Bildung, das für die Streetworker zuständig ist, reagierte unterdessen. Bei dem Twitter-Account handele es sich zwar um einen privaten Account und bei dem Graffito auch nicht um einen Straftatbestand. Dennoch, es „prüft die Meinungsäußerung des Streetworkers“, teilte ein Sprecher mit. Der Streetworker habe allerdings kein direktes Arbeitsverhältnis bei der Stadt. Er wird gleichwohl auf der Homepage der Stadt als offizieller Ansprechpartner für „junge Menschen, die betroffen sind von Problemlagen wie Delinquenz, Straßenkarrieren, Drogen, Sucht, Gewalt, Prostitution“ angegeben.

Von Klaus Staeubert

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