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Keine Aussicht auf kompletten Erhalt der Nachbarschaftsgärten

Lindenauer Grünfläche Keine Aussicht auf kompletten Erhalt der Nachbarschaftsgärten

Die Nachbarschaftsgärtner in Lindenau kämpfen um ihre Flächen. Am Mittwoch hat sich Baubürgermeisterin Dubrau im Stadtrat geäußert – und sieht keine Chance für den vollständigen Erhalt des Areals.

Die Nachbarschaftsgärten in Leipzig-Lindenau werden wohl nicht in ihrer bisherigen Form bestehen bleiben können. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Leipziger Stadtverwaltung sieht keine realistische Möglichkeit, die Nachbarschaftsgärten im Stadtteil Lindenau in ihrer bisherigen Form zu erhalten. Das machte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) während einer Einwohnerfragestunde am Mittwoch im Stadtrat deutlich. Bei dem Grundstück handele es sich um Bauland, das vor wenigen Monaten von einem neuen Investor gekauft wurde. Weil für die Fläche bisher kein Bebauungsplan besteht, könne der Eigentümer nach eigenem Ermessen darüber verfügen, solange sich die neuen Gebäude in das Stadtbild einfügen.

Alternativ, so Dubrau, sei die Aufstellung eines Bebauungsplans zwar durchaus möglich. Aber der Grundstückseigentümer müsste dann mit anderen Flächen entschädigt werden. Passende Areale kann die Stadt ihm jedoch derzeit nicht anbieten.

Die Nachbarschaftsgärten in Leipzig-Lindenau wurden 2004 als Zwischennutzung gegründet.

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Somit bleibt nur eine Variante übrig: Lediglich der südliche Teil des etwa 6500 Quadratmeter großen Bereichs zwischen Joseph- und Siemeringstraße könnte als Grünfläche erhalten bleiben. Ein entsprechendes Angebot hat der Eigentümer bereits unterbreitet, er würde dafür vom Nachbarschaftsgärten e.V. eine Pacht verlangen. Der Verein prüft nun die finanziellen Rahmenbedingungen.

100.000 Euro für Kauf des Teilstücks nötig

Auch ein Kauf dieses Teilstücks ist noch denkbar. „Das wird nicht völlig ausgeschlossen“, sagte Dubrau mit Blick auf einen möglichen Erwerb durch die Stadt. Von 100.000 Euro ist dabei die Rede. Angesichts dieses Betrags hält die Baubürgermeisterin eine Zustimmung des Stadtrats jedoch für unwahrscheinlich. Ob die Nachbarschaftsgärtner selbst solche Kosten stemmen könnten, ist völlig offen.

Am Mittwoch hob Dubrau hervor, dass das Rathaus durchaus Interesse am Erhalt der Teilfläche hat. Das Quartier sei ansonsten nicht gerade üppig mit Grünanlagen ausgestattet, auch würdigte die Bürgermeisterin das Engagement der Stadtgärtner, die sich hier eingebracht haben. Dubrau und Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) sprechen nach eigenen Angaben mit dem Investor darüber, ob ein Teil der Nachbarschaftsgärten weiterhin als Spielfläche für Kinder genutzt werden kann.

Udo Müller: „Dem Viertel wird ein grünes Herz entrissen“

Unabhängig vom Ausgang dieser Gespräche besteht für die Nutzer jedenfalls kaum noch eine Chance darauf, dass die Gärten in ihrer bisherigen Form erhalten bleiben. Udo Müller von der Nachbarschaftsgärten-Initiative machte seinem Unmut Luft: „Dem Viertel wird ein grünes Herz entrissen.“ Zwar sei das urbane Gärtnern ursprünglich nur für den Übergang gedacht gewesen, „aber nach mittlerweile zehn Jahren ist es keine Zwischennutzung mehr“. Außerdem verliere die benachbarte Buchkinder-Kita die Gärten als Freifläche.

Aktuell bewirtschaften etwa 150 Anwohner die Fläche, zudem bietet die Garten- und Parkanlage auch anderen Projekten im Viertel Freiraum. Seit Mitte Juni sammeln die Nutzer Unterschriften zum Erhalt der Nachbarschaftsgärten, die Petition hat mittlerweile gut 2900 Unterstützer gefunden.

A.T. / maf

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