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Kolbe und Katzek - Leipziger SPD nominiert ihre Direktkandidaten

Bundestagswahl 2017 Kolbe und Katzek - Leipziger SPD nominiert ihre Direktkandidaten

Im kommenden Herbst steht die Bundestagswahl an. Am Samstag hat die Leipziger SPD Daniela Kolbe und Jens Katzek als ihre Direktkandidaten nominiert. Für Katzek war die Wahl dennoch eine Enttäuschung.

Die SPD hat Daniela Kolbe im Wahlkreis 152 (Leipzig I – Nord) und Jens Katzek im Wahlkreis 153 (Leipzig II – Süd) als Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2017 nominiert.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Die Leipziger SPD hat am Sonnabend ihre Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 2017 bestimmt. In Wahlkreiskonferenzen in der VDI-Garage in Lindenau schickte sie Daniela Kolbe im Wahlkreis 152 (Leipzig I – Nord) und Jens Katzek im Wahlkreis 153 (Leipzig II – Süd) in die Rennen um die beiden Leipziger Sitze im Bundestag.

Die 36-jährige Kolbe, seit 2009 Abgeordnete des Bundestages, setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Stadtrat Andreas Geisler (50) durch. Für die Generalsekretärin der sächsischen Sozialdemokraten stimmten 83 der 131 anwesenden SPD-Mitglieder (63,4 Prozent). Der selbstständige Lindenthaler Bäckermeister Geisler holte 47 Stimmen (35,9 Prozent). Es gab eine Enthaltung.

Dämpfer für Katzek

Der 53-jährige Katzek, Geschäfts­führer beim Automotive Cluster Ostdeutschland, der im Süden konkurrenzlos war, brachte es gerade einmal auf 62 der 118 abgegebenen Stimmen (52,5 Prozent). 48 Mitglieder votierten gegen ihn, acht enthielten sich. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 waren die Kandidaten der Leipziger Sozialdemokratie (Kolbe im Norden und der heutige Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee im Süden) jeweils hinter den Direktbewerbern von CDU und Linke gelandet.

Vor der Abstimmung für den Wahlkreis 152 hatten Kolbe und Geisler für ihre Person und Politik geworben. Die diplomierte Physikerin und aktuelle Mandatsträgerin Kolbe verwies auf ihr Engagement beim Zustandekommen des Integrations- und des Mindestlohngesetzes und plädierte unter anderem für ein Ende der Zwei-Klassen-Medizin und die Einführung einer Bürgerversicherung, „in die alle einzahlen müssen“. Auch Rentengerechtigkeit und Kindergrundsicherung schrieb sie sich auf ihre Fahnen. Unter dem Beifall der Parteifreunde erklärte Kolbe die Einführung einer Bürgerversicherung zum zentralen Thema etwaiger Koalitionsgespräche nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr. „Diese Versicherung muss endlich kommen – um unser Land sozial gerechter zu machen.“

Körner: Schlammschlacht ausgeglieben

Herausforderer Geisler, langjähriger Leipziger Stadtelternratsvorsitzende und Chef des SPD-Ortvereins Leipzig-Nordwest, kritisierte die deutsche Bildungsmisere. Das starre Festhalten an den bestehenden föderalen Strukturen, etwa am sogenannten Kooperationsverbot im Schulbereich, das eine finanzielle Unterstützung der Länder durch den Bund nahezu unmöglich macht, müsse ein Ende haben. „In keinem anderen Land Europas hängt das Bildungsniveau so sehr von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland“, monierte er ferner.

Auch für eine Gleichstellung von Lehrlingen und Studenten bei der Ausbildungsförderung und ein Mehr an Generationengerechtigkeit wolle er in der Hauptstadt kämpfen. Als langjähriger Gemeinde- beziehungsweise Stadtrat wisse er „sehr genau, was es bedeutet, Bundesgesetze auf kommunalpolitischer Ebene umzusetzen. Das Hauptamt muss das Ehrenamt dabei unterstützen.“

Sitzungsleiter Andreas Körner und weitere Mitglieder zollten den beiden Nord-Bewerbern Respekt. Der Umgang sei fair gewesen, eine Schlammschlacht zum Glück ausgeblieben. Leipzigs SPD-Chef Hassan Soilihi Mzé hofft, dass seine Partei in einem Jahr, wenn es ernst wird, Geschlossenheit demonstriert und „die Bundesthemen lokal so herunterbricht, dass wir die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit erreichen“. Das schwache Ergebnis für Süd-Direktkandidat Katzek, aktuell Beisitzer im Stadtvorstand, nannte er „sehr bedauerlich“. Erklären könne er es sich gerade nicht. Katzek sei ein „guter Kandidat, der integrativ wirkt“.

Dominic Welters

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