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Stadtpolitik Leipzig: Zeigner kommt in die OBM-Galerie
Leipzig Stadtpolitik Leipzig: Zeigner kommt in die OBM-Galerie
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19:11 18.04.2018
Zur Eröffnung der OBM-Galerie im Februar 2018 hing noch kein Porträt von Erich Zeigner. Das soll sich ändern: Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

Wie berichtet, hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) es zunächst abgelehnt, ihn in die Galerie der „demokratisch gewählten Oberbürgermeister“ mit aufzunehmen. Die Begründung: Zeigner war 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht eingesetzt und später nur durch den Stadtrat gewählt worden.

Jung: „Hätten intensiver über Zeigner nachdenken müssen“

Später räumte Jung aber ein, dass die Verwaltung intensiver hätte über die historische Figur Zeigners, der von bis April 1949 OBM war, nachdenken müssen und dann entscheiden sollen. „Zeigner hat es verdient – alles andere wäre eine erinnerungspolitische Fehlleistung“, argumentierte Marco Götze (Linke). Mit der Aufnahme würden auch dessen enorme Verdienste um den Wiederaufbau der Stadt nach dem von Nazideutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg gewürdigt. Sein Name bleibe immer damit verbunden. Die Linke hatte Zeigner bereits symbolisch bei einer Aktion in der Porträtgalerie aufgestellt, danach aber wieder entfernt.

Weickert: „Vorgehen ist eine Posse“

CDU-Stadtrat Michael Weickert nannte das Vorgehen „eine Posse“. „Nach einem öffentlichen Schlagabtausch haben Sie dem Druck der Linkspartei nachgegeben“, warf Weickert dem Rathauschef vor. „Erinnerungspolitisch brauchen wir aber eine klare Linie.“ Jung wies dies zurück: „Ich habe mich intensiv mit Zeigner und seiner Zeit beschäftigt“, sagte er. Zwar habe es bei der Wahl Zeigners Repressionen gegeben und Versuche, sie zu beeinflussen. Dennoch sei sie demokratisch verlaufen.

Dieses Porträt von Erich Zeigner im Erich-Zeigner-Haus Leipzig stammt von Walter Tiemann (1948). Quelle: Andre Kempner

Stadtgeschichtliches Museum soll Konzept erarbeiten

Was wird aus den anderen Oberbürgermeistern? Die Linken wollten zunächst durchsetzen, dass auch die DDR-Oberbürgermeister namentlich genannt und mit einer Kurzbiografie vorgestellt werden. Das wurde aber zurückgezogen. Die SPD setzte durch, dass das Stadtgeschichtliche Museum ein wissenschaftlich fundiertes Konzept erarbeitet, bei dem Wahlen und die Personen in ihrem historischen Kontext bewertet werden. „Es kann nicht sein, dass wir auswählen, welche Personen im Rahmen der Stadtgeschichte im Rathaus präsentiert werden“, so Nicole Wohlfahrt (SPD). Jung betonte aber, dass er im Rathaus keineswegs „ein Museum der Oberbürgermeister“ einrichten wolle. „Ich wollte keine Reihung aller Bürgermeister vornehmen“, erklärte er. Ziel war es, die kommunale Selbstverwaltung in die Tradition aufrechter Demokraten zu stellen, die die Stadt vorangebracht haben. Auf einer Tafel werden auch die Oberbürgermeister der Jahre 1950-1989 genannt, allerdings wie bei den anderen Oberbürgermeistern ohne biografischen Zusatz.

Von Mathias Orbeck

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