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Stadtpolitik Leipzig handelt fair – und will Hauptstadt werden
Leipzig Stadtpolitik Leipzig handelt fair – und will Hauptstadt werden
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20:42 13.07.2015
Leipzig bewirbt sich mit großem Spektakel um den Titel "Fairtrade-Hauptstadt" Quelle: André Kempner
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Leipzig

Etwas Symbolik muss sein: Leipzig will „Hauptstadt des fairen Handels“ werden und hat gestern die Wettbewerbsunterlagen eingereicht. Deshalb trafen sich die beteiligten Akteure zum Fototermin vorm Alten Rathaus. Der Titel wird im September vergeben. „Fairer Handel ist kein abstraktes Schlagwort, sondern eine ganz konkrete Herausforderung auch für uns“, betonte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). „Wir wollen als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und so Unternehmen und Bürger animieren, beim Einkauf auf Fairness zu achten.“

Leipzig will Fairtrade-Hauptstadt werden. Bilder: André Kempner

Doch was heißt das eigentlich? Möglichst viele Leipziger sollen sich nach den Prinzipien des gerechten Handels richten und auf Güter verzichten, die durch ausbeuterische Kinderarbeit oder unter Verletzung sozialer Mindeststandards hergestellt werden. Nahezu 55 Initiativen, Einrichtungen und Unternehmen steuern da eigene Projekte bei – ob nun das Gustav-Hertz-Gymnasium als Sachsens erste Fairtrade-School oder die Messetochter Fairgourmet, die nur nachhaltige und fair gehandelte Produkte serviert. „Viele kleine Initiativen bringen uns voran“, erzählt Martin Finke vom Verein Eine Welt. Dabei hat sich eine Steuerungsgruppe Fairtrade gebildet, die auch Mikroprojekte fördert. Leute können eigene Ideen einbringen. Das kann schon damit beginnen, den Bürokaffee nicht mehr im Supermarkt, sondern im Geschäft zu kaufen, welchen diesen vom Kaffeebauern bezieht.

Doch wie ist das mit dem alltäglichen Bild zu vereinbaren, dass viele Leute riesige Plastetüten mit Schnäppchen aus den Kaufhäusern tragen? „Wir müssen das Thema in die Mitte der Gesellschaft holen und mehr Leute darauf aufmerksam machen“, so Ralf Elsässer von der lokalen Agenda 21. „Fair gehandelte Produkte kosten oft ein wenig mehr“, räumt Jung ein. Sie können aber auch beitragen, beispielsweise Flüchtlingsströme einzudämmen. „Nur wer fair bezahlt wird für seine Arbeit und Produkte, wird in seiner Heimat eine Perspektive sehen.“

Gestern startete übrigens auch der 4. Faire Eissommer, an dem sich diesmal zehn Anbieter beteiligen. In ihre erfrischende Nascherei, die sie feilbieten, kommen nur Zutaten hinein, die aus fair gehandelten Produkten bestehen. Wer Stempel sammelt, kann sogar was gewinnen.

www.leipzig-handelt-fair.de

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