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Stadtpolitik Leipzig im Spagat zwischen guten Lernorten und ausreichendem Angebot
Leipzig Stadtpolitik Leipzig im Spagat zwischen guten Lernorten und ausreichendem Angebot
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22:38 12.04.2016
Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) hat dem Stadtrat einen überarbeiteten Schulentwicklungsplan vorgelegt.   Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Aussage vom „Raum als dritten Pädagogen“ ist längst zum geflügelten Wort geworden. Die Grünen wollen vermeiden, dass 0815-Räume entstehen. „Derzeit hat der Ausbau der Kapazitäten Vorrang. Wir brauchen aber auch zeitgemäße Schulbauten und müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Schule zum guten Lernort wird“, forderte Grünen-Fraktionschefin Katharina Krefft. Ihre Fraktion hatte am Montagabend ins Rathaus geladen, um den aktuellen Leipziger Schulentwicklungsplan zu diskutieren. Über den soll in einer bildungspolitischen Stunde am kommenden Mittwoch im Stadtrat votiert werden. Laut Krefft ist das „ein großer Entwicklungssprung für unsere Stadt“. „Die Raumstrukturen sind klassisch“, sagte Schulforscher Tobias Peter und nannte die neu gebaute 3. Grundschule in der Südvorstadt als Beispiel. Die sei zwar äußerlich ansprechend, im Inneren wäre aber durchaus ein größerer Wurf möglich gewesen. „Wenn wir Inklusion ernst nehmen, brauchen wir andere Räume – auch für eine individuelle Förderung“, nannte er ein Beispiel. Eine völlig veraltete Schulbaurichtlinie bremse da aber. Das bestätigte auch Schulleiterin Sieglinde Heinrich von der Förderschule Thonberg, die nach dem Umzug in den Neubau auf der Alten Messe neue Konzepte erproben will. Doch die zweizügige Förderschule habe weder Anspruch auf eine Bibliothek noch auf eine Sporthalle. Lediglich auf einen Gymnastikraum.

Doch kann Leipzig sich angesichts des Drucks, neue Schulen zu bauen und bestehende zu sanieren, überhaupt große Sprünge leisten? „Wo uns jede Kopie nachgerechnet wird, hält sich mein Verständnis dafür in Grenzen. Schule ist ein funktionaler Lebensraum, wir müssen keine architektonischen Preise gewinnen“, sagte eine Gymnasiallehrerin aus dem Publikum. Wichtiger sei es, die Kinder ordentlich zu beschulen. Ganz so will Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) dies aber nicht stehen lassen: „Wir müssen beides im Auge behalten. Die Verwaltung ist sich einig, bei neuen Standorten auf Architektenwettbewerbe nicht zu verzichten.“ Denn die neuen Gebäude müssen auch ins städtebauliche Umfeld passen. Das ist aber einfacher gesagt als getan. Leipzig fehlen perspektivisch etliche Schulen. Investitionen haben da wohl Vorrang, da alle Prognosen der Statistiker den rasanten Geburtenboom und den Zuzug von Familien unterschätzt haben. Neben bereits geplanten und im Bau befindlichen Projekten werden mindestens sechs neue Grundschulen, sieben Oberschul-Projekte sowie drei Gymnasien benötigt. Geplant wird da bereits bis 2025.

Neben der Schulnetzplanung, die Grundlage für die Genehmigung für Fördermittel ist, will die Stadt eine Investitionsplanung bis 2018 vorlegen. Die wird unabhängig vom jetzigen Plan in der Etatdebatte 2017/18 beschlossen. Für 17 Teilprojekte laufen bereits die Planungen (die LVZ berichtete). „Es ist eine atemberaubende Entwicklung und ich gehe davon aus, dass sie anhält“, konstatiert Fabian. Leipzig müsse aber das Tempo erhöhen. Fakt sei, dass bisherige Planungen – auch solche, die der Plan jetzt befördern soll – wohl nicht reichen. Deshalb habe der Stadtrat bereits zusätzliches Geld bewilligt. Beabsichtigt sei auch, privates Engagement beim Schulhausbau zu nutzen.

Von Mathias Orbeck

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