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Leipzig stellt Weichen für schnellere Integration von Flüchtlingen

Sport, Sprache, Wohnen Leipzig stellt Weichen für schnellere Integration von Flüchtlingen

Schneller in die eigenen Wohnung, Anschluss im Sportverein und Abbau von Sprachhürden in Beratungsstellen – so will Leipzig die Integration von Flüchtlingen beschleunigen. Der Stadtrat beschloss mehr Personal und Geld für diese Aufgaben.

Integrationsarbeit beim Flüchtlingsrat in Leipzig. Der Stadtrat hat jetzt die Weichen für eine verbesserte Unterstützung von Asylbewerbern gestellt. (Symbolfoto)

Quelle: Kempner

Leipzig. Der Stadtrat hat am Mittwoch Weichen für eine schnellere Integration von Flüchtlingen gestellt. Netzwerke freier Träger sollen gestärkt, die Verwaltung personell besser gerüstet werden. Auch Sportvereine, die ihre Angebote gezielt für Flüchtlinge öffnen, sollen Unterstützung bekommen.

„Statt Angebote für Flüchtlinge brauchen wir mehr Sportprojekte mit Flüchtlingen“, so Michael Schmidt von der Fraktion Bündnis90/Die Grünen. Gemeinsam mit der SPD-Fraktion und den Linken im Stadtrat forderte er eine Stelle im Sportamt, um ein Projekt „Integration durch Sport“ auf den Weg zu bringen. Der familien- und sportpolitische Sprecher der Grünen brachte den fraktionsübergreifenden Antrag in den Rat ein.

„Vereine, Verwaltung und Migranten müssen besser zusammenarbeiten, um die Integration zu erleichtern. Sport für alle und mit allen anbieten - das treibt die Entwicklung der Stadtgesellschaft voran“, sagte er. Dazu müssten vorhandene Angebote einfach und leicht zugänglich präsentiert werden. Die Internetseite des Stadtsportbunds sei nicht übersichtlich genug, viele Migranten würden vermutlich auch direkt an der Sprachhürde scheitern. Da müsse die Verwaltung nachbessern.

Der Antrag sieht vor, Vereine bei der Entwicklung und Durchführung von Angeboten zu unterstützten. Auch die Netzwerkarbeit zwischen Vereinen, Flüchtlingshilfe, Schulen und weiteren Akteuren soll gestärkt werden.

Zwar keine ganze, aber doch eine dreiviertel Stelle soll ab 2017 befristet auf zwei Jahre im Sportamt für diese Aufgaben geschaffen werden, erklärte die Verwaltung. Dafür können Fördermittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) genutzt werden. Der Stadtrat folgte dem Vorschlag mehrheitlich.

Wohnen: Von Mietvertrag bis Hausgemeinschaft

Auch beim Thema dezentrales Wohnen soll personell in der Verwaltung aufgestockt werden. Die Linksfraktion hatte drei Planstellen gefordert, damit Asylbewerber bei der Suche eigener Wohnungen gezielt unterstützt werden können - auch um Gemeinschaftseinrichtungen schneller zu entlasten. „Und auch in der eigenen Wohnung braucht es noch Betreuung, zum Beispiel um den Kontakt zum Vermieter zu gewährleisten oder die Eingliederung in eine Hausgemeinschaft zu erleichtern“, so Linken-Stadtrat Siegfried Schlegel.

Laut Sozialdezernat werden derzeit drei Stellen aus dem bestehenden Pool für diese Aufgaben besetzt. In der Haushaltsplanung 2017/18 will das Dezernat drei zusätzliche Stellen für das Thema zentrales Wohnen anfordern. Von der Akquise neuer Wohnungen über die Vorbereitung von Mietverträgen bis zur kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Beratungsstellen werden die Aufgaben reichen. Die Kosten für das zusätzliche Personal beziffert das Dezernat von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) mit rund 153.000 Euro.

Die CDU-Fraktion zeigte sich skeptisch. Zuerst müsse doch analysiert werden, ob die Arbeit nicht mit dem vorhandnen Personal erledigt werden könne, so Unionsstadtrat Michael Weickert. Der Stadtrat votierte aber mehrheitlich für die Aufstockung des Personals.

Mehr Geld für Dolmetscher bei freien Trägern

Gegen die Verwaltung stimmte das Plenum außerdem für die Aufstockung der Mittel für Sprach- und Kulturmittlerinnen. 50.000 Euro sollen bereitgestellt werden, um freie Träger bei ihren Aufgaben mit Übersetzern zu unterstützen. Dabei gehe es um vielfältige Themen von der Schwangerschaftskonfliktberatung über Kinderschutzeinrichtungen bis zum Gewalt- und Opferschutz, legte der fraktionsübergreifende Antrag von Grünen-Fraktion, Linken und Sozialdemokraten dar. Diese konnten dann auch eine breite Mehrheit für ihre Forderung mobilisieren.

Von Evelyn ter Vehn

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