Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Leipzig will 13 neue Kitas aus eigener Tasche finanzieren
Leipzig Stadtpolitik Leipzig will 13 neue Kitas aus eigener Tasche finanzieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 26.09.2017
Seehausen bekommt gegenüber der Grundschule eine neue Kita mit zusätzlichen Hortplätzen. Ortsvorsteher Berndt Böhlau reicht das aber nicht. Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig



Doch bevor Nägel mit Köpfen gemacht werden können, muss das Vorhaben vom Stadtrat durchgewunken werden. Die entsprechende Vorlage ging den Ratsmitgliedern bereits Anfang der Woche zu. Jung hofft, schon im Oktober die Zustimmung zu erhalten, um noch vor Weihnachten die Einzelmaßnahmen ausschreiben zu können. Bevorzugt werden sollen dabei Bauunternehmen, „die am Standort auch eine zügige Umsetzung anbieten können". Von der Planung bis zum einsatzfertigen Gebäude brauche man in der Regel drei Jahre. Die „Leipzig-Kitas“ in der angestrebten Fertigbauweise sollen bereits nach zwei Jahren ihre Pforten öffnen – voraussichtlich Ende 2018/Anfang 2019.

Die Planung sieht unter anderem eine neue Kita für Seehausen vor – direkt gegenüber der dortigen Grundschule. Neben 120 Kita- und 45 Krippenplätzen will die Kommune hier außerdem zusätzliche Kapazitäten (45 Plätze) für den Schulhort schaffen. Ein Schritt in die richtige Richtung, findet der Seehausener Ortsvorsteher Berndt Böhlau (Freie Wäh-ler Seehausen). „Zurzeit sind aber 113 Kinder im Hort. Das passt hinten und vorne nicht“, bemängelt der Ortschef. Demnach bliebe die Hort-Kapazität auch mit den zusätzlichen Plätzen zu gering. Sein Ziel: die komplette Auslagerung des Horts, um in der Grundschule alle Räume für eine zweizügige Nutzung zur Verfügung zu haben und damit für eine perspektivisch vom Zuzug weiterer Familien geprägte Zukunft planen zu können. „Wir brauchen eine Lösung, die sowohl Kita als auch Krippe und Hort zugute kommt“, unterstreicht Böhlau. Dafür kämpft der Seehausener Ortschaftsrat schon seit geraumer Zeit. So regte das Gremium in einem Beschluss vom 5. September dieses Jahres die Schöpfung eines sogenannten Bildungscampus auf dem nun von der Stadt avisierten und auf einem benachbarten Privatgrundstück an.

Auch bei der Leipziger Kita-Initiative werden die Pläne der Stadtverwaltung nicht nur mit Jubel aufgenommen. „Mit Blick auf die Ortsteile wird leider offensichtlich, dass die besonders familienstarken Viertel wie der Leipziger Süden oder Plagwitz nicht abgedeckt werden. Immerhin sind Gohlis, Lindenau und Kleinzschocher vertreten“, sagt Leiterin Victoria Jankowicz. Grundsätzlich begrüßt sie das Vorhaben: „Mit dem Programm reagieren die Verantwortlichen nun mit einem deutlichen Zeichen auf einen seit vielen Jahren bestehenden Mangel an Betreuungsplätzen in Leipzig.“ Damit komme jedoch auch das Problem des eklatanten Erziehermangels auf die Messestadt zu. „Hierfür ist allerdings nicht die Stadt verantwortlich, sondern das Land Sachsen und die fehlende Attraktivität des Berufs“, betont Jankowicz. Deshalb müsse sich etwas an den Arbeitsbedingungen ändern.

Die Stadtratsfraktionen von SPD und Linken reagieren wohlwollend auf die kommunalen Pläne. „Die 45 Millionen Euro hierfür sind sehr gut angelegtes Geld“, findet Sozialdemokrat Christopher Zenker. „Die weiterhin hohe Geburtenrate macht schnelles Handeln nötig, um den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz in Leipzig zu gewährleisten“, sagt Juliane Nagel von den Linken. Beide Fraktionen begrüßen zudem, dass die Stadt die Bauprojekte selbst vollzieht.

Von André Pitz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Leipzig plant eine 45-Millionen-Euro-Invesition für den Bau von 13 neuen Kindertagesstätten. In den nächsten zwei Jahren sollen so 1760 Betreuungsplätze geschaffen werden. Der SPD-Fraktionschef befürwortet den für Oktober geplanten Baubeschluss.

25.09.2017

Sören Pellmann gewinnt das Direktmandat im Leipziger Süden, die AfD ist in manchen Wahlbezirken stärkste Kraft, die SPD kommt nicht über 16 Prozent – warum hat Leipzig so gewählt? LVZ.de hat recherchiert.

25.09.2017

Die Leipziger Ratsversammlung hat am Mittwoch mit seinen Entscheidungen zwei Großprojekte auf den Weg gebracht. Die Planungen für den Wilhelm-Leuschner-Platz und für das neue Naturkundemuseum können nun in die Vollen gehen.

20.09.2017