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Stadtpolitik Leipziger FDP verteidigt Fehlen von Erich-Zeigner-Porträt
Leipzig Stadtpolitik Leipziger FDP verteidigt Fehlen von Erich-Zeigner-Porträt
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10:20 06.02.2018
In der am Wochenende eröffneten Galerie mit Porträtbildern „aller demokratisch gewählten Leipziger Oberbürgermeister“ seit 1877 fehlt Erich Zeigner. Er war von 1945 bis 1949 Leipziger OBM. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Die Leipziger FDP hat das Weglassen von Erich Zeigner in der Galerie der Leipziger Oberbürgermeister verteidigt. Der Kreisvorsitzende Friedrich Vosberg erklärte am Montagabend in einer Mitteilung, Zeigner gehöre nicht in die Galerie, weil er nicht demokratisch gewählt worden sei. Er verwies auf die Behinderungen der Parteien und Unterstützung der KPD durch die damalige sowjetische Militäradministration, aus der die Stadtverordnetenversammlung hervorging. „Kein aufrechter Demokrat kommt auf die Idee, hier von einer demokratischen Legitimation von Stadtverordnetenversammlung und OBM-Wahl zu sprechen“, so Vosberg weiter.

Im Leipziger Rathaus ist am Freitag eine Galerie von sieben Oberbürgermeistern aus der Zeit von 1877 bis 1937 sowie von 1990 bis 2005 eröffnet worden.

Er kritisierte auch die Linke, die Zeigners Fehlen bemängelt hatte. Der Hinweis auf die Beliebtheit Zeigners und seine Verdienste um den Wiederaufbau seien blanker Populismus, wie Vosberg sagte. Die am Wochenende eröffnete Galerie mit Porträtbildern „aller demokratisch gewählten Leipziger Oberbürgermeister“ seit 1877 hatte, weil Erich Zeigner fehlt, eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Linkspartei nannte das Verhalten der Rathausspitze skandalös. Auch viele LVZ-Leser hatten Zeigners Fehlen kritisiert.

Zeigner war Justizminister in der SPD-Regierung von Ministerpräsident Wilhelm Buck (1921–23) und 1923 sächsischer Ministerpräsident. 22 Jahre nach seiner politischen Karriere wurde der Sozialdemokrat am 5. Juli 1945 im Alter von 59 Jahren vom sowjetischen Stadtkommandanten Nikolai Trufanow als Oberbürgermeister eingesetzt.

Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED in der sowjetischen Besatzungszone im April 1946 trat Zeigner im Herbst desselben Jahres als OBM-Kandidat für die SED an und wurde von der Stadtverordnetenversammlung gewählt – „in freier Abstimmung“ erinnert Vereinsgeschäftsführer Henry Lewkowitz.

In der Stadtverordnetenversammlung hatte damals zwar die SED mit 42 Stimmen die meisten Sitze, CDU (19) und LDP (27) verfügten zusammen jedoch über die Mehrheit im Gemeindrat. Die Stadtverordnetenversammlung, schreibt der frühere Leiter des städtischen Statistikamtes, Josef Fischer, in seinem 2014 erschienenen Buch „Wahlen, Wahlrecht und Gewählte in Leipzig“ „wählte Erich Zeigner einstimmig zum Oberbürgermeister, der auch Landtagsabgeordneter wurde“.

ThTh/KS

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