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Leipziger Kulturbürgermeisterin Jennicke will freie Szene stärken

Flexiblere Förderpraxis Leipziger Kulturbürgermeisterin Jennicke will freie Szene stärken

Flexiblere Förderung, mehr Austausch mit der Hochkultur: Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) will die freie Szene in Leipzig stärken. Deutlich mehr Geld gibt es dafür aber nicht.

Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) will die Freie Szene stärken.

Quelle: Kempner

Leipzig. Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke) will die freie Kulturszene stärken und den Austausch mit den Eigenbetrieben wie Oper, Gewandhaus und Schauspiel fördern. Die Dezernentin, seit gut 100 Tagen im Amt, stellte am Freitag Ziele ihrer Kulturpolitik vor. Nachdem die vom Stadtrat genehmigte ein„Meilenstein“ sei, will Jennicke nun Schwerpunkte in Sachen Diskussionskultur und Dialog setzen.

Der erste Aufschlag folgt am 27. September mit dem Forum „Impuls Kulturpolitik“, bei dem Vertreter von Oper, Gewandhaus Schauspiel und Theater der Jungen Welt mit Akteuren der Schaubühne Lindenfels, Lofft und dem Netzwerk „Leipzig plus Kultur“ zusammentreffen (19 Zuschussvereinbarung für die Hochkultur Uhr, Residenz in der Alten Baumwollspinnerei).

Flexiblere Förderung – aber nicht mehr Geld

Veränderungen im Umgang mit der Freien Szene sollen bis auf die Förderpolitik durchschlagen. „Ich will das Instrumentarium erweitern“, sagte sie. So soll eine Möglichkeit geschaffen werden, neue Projekte auch noch innerhalb eines Förderzeitraums zu berücksichtigen, Jennicke spricht von „unterjähriger Förderung“. Denkbar sei auch, zum Beispiel Wiederaufnahmen von erfolgreichen Aufführungen oder Projekten kommunal mitzufinanzieren. Bisher sei es nicht möglich, ein Projekt zweimal zu fördern.

In der Folge soll auch die Praxis der institutionellen Förderung für regelmäßige Angebote kultureller Einrichtungen, Festivals und ähnliches auf den Prüfstand. Noch gilt: Wer einmal die Hürde genommen hatte, konnte ziemlich sicher mit einer Folgefinanzierung rechnen. Dieses Prinzip könnte nun aufgebrochen werden, denn: „Mehr Geld gibt es nicht im Fördertopf“, so Jennicke.

Der vor Jahren vom Stadtrat geforderte Anteil von fünf Prozent am Kulturetat für die Freie Szene werde vorerst nicht erreicht. Derzeit liege der Anteil bei 4,11 Prozent, das sind 5,35 Millionen Euro. „Der Stadtrat hat mittlerweile einen Paradigmenwechsel vorgenommen“, so Jennicke. Leipzig setze nun auf eine Dynamisierung: Die jeweils aktuelle Fördersumme für die Freie Szene soll jährlich um 2,5 Prozent wachsen.

Besondere Bedeutung schreibt die Kulturbürgermeisterin den soziokulturellen Zentren Leipzigs zu, zum Beispiel der Villa oder dem Anker. „Diese Zentren gehören für mich zur Daseinsvorsorge“, sagte sie am Freitag. Sie entwickelten sich immer mehr zu umfassenden Anlaufpunkten im Stadtteil, in denen auch Vereinsarbeit und andere Gruppen unterstützt würden.

Kulturrat und Bürgersprechstunde

Jennicke hob die große Leistung integrativer Angebote der Kulturakteure in Leipzig für Geflüchtete und Migranten hervor. Das Kulturdezernat will solche Initiativen weiter fördern. Gleichzeitig soll die internationale Vernetzung der Kultur vorangetrieben werden. Die Stadt will mit Workshops die Freie Szene befähigen, sich auch internationale Fördermöglichkeiten zu erschließen. „Wir hätten nicht so eine lebendige Stadt, wenn wir nicht diese agile Freie Szene hätten, die immer am Puls der Zeit bleibt.“

Jennicke kündigte außerdem an, dem Stadtrat die Gründung eines Leipziger Kulturrats vorzuschlagen. Akteure aller Kultursparten sollen so ein Forum bekommen und die Stadtverwaltung in strategischen Fragen der Kulturpolitik beraten. Auch der Austausch mit den Bürgern soll offener werden: Die Dezernentin will regelmäßig Bürgersprechstunden anbieten, zum ersten Mal am 3. November um 16.30 Uhr im Stadtbüro in der Katharinenstraße.

Von Evelyn ter Vehn

Leipzig 51.3396955 12.3730747
Leipzig
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