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Stadtpolitik Leipziger Leuschnerplatz: Große Mehrheit für Stadthaus
Leipzig Stadtpolitik Leipziger Leuschnerplatz: Große Mehrheit für Stadthaus
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08:29 27.10.2016
Im Stadtrat findet die Idee, auf dem Leuschnerplatz ein Verwaltungsgebäude zu errichten, offenbar großen Anklang. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Im Leipziger Stadtrat findet die Idee, auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz ein riesiges Verwaltungshaus für 930 Büro-Mitarbeiter zu bauen, offenbar große Zustimmung. Bei lediglich vier Stimmenthaltungen wurde gestern ein Antrag der Sozialdemokraten beschlossen, laut dem diese Option nun detailliert geprüft wird.

„Nachdem vor mehr als zehn Jahren der Stadtrat die Nonnenmühlgasse als Verwaltungssitz verworfen hatte – aufgrund der Haushaltssituation entschied man sich für die Anmietung des Technischen Rathauses in der Prager Straße – ist das jetzt die letzte Chance für die Stadt, in unmittelbarer Nähe zum Neuen Rathaus einen zentralen Verwaltungssitz zu errichten“, sagte SPD-Stadtrat Heiko Oßwald. „Im Herzen der Stadt wäre dann fast die komplette Stadtverwaltung konzentriert unter optimaler Verkehrsanbindung. Auch für die Leipziger Bürger und viele betroffene Mitarbeiter in der Verwaltung wäre es eine sehr gute Lösung.“

Das Prüfergebnis soll bis zum Sommer nächsten Jahres vorliegen, die Entscheidung bis 30. September 2017 fallen. Bis dahin seien auch drei Papiere fertig, die eine solide Grundlage für das Großprojekt (allein die Baukosten werden auf 84 Millionen Euro geschätzt) bilden dürften, fuhr Oßwald fort.

Konkret handele es sich dabei um einen Masterplan als entscheidende Grundlage für den Bebauungsplan des Leuschnerplatz-Areals, um Untersuchungen zum langfristigen Personalbedarf der Kommune (dieser steigt durch das starke Einwohnerwachstum Leipzigs) sowie zur künftigen Arbeitsstruktur der Verwaltung. „Im Übrigen sollen Bürgerämter und Einrichtungen wie der Allgemeine Sozialdienst, die bewusst dezentral über das ganze Stadtgebiet verteilt sind, nicht Gegenstand des Antrages sein.“

Hingegen könnte sich die SPD eine gemeinsame Lösung mit den Kommunalunternehmen der Leipziger Gruppe bei dem neuen Stadthaus gut vorstellen, sagte Oßwald. Auch diese Firmen seien teilweise noch in Mietobjekten einquartiert, könnten nach Vorbild des städtischen Großvermieters LWB durch den Umzug in einen eigenen Neubau viel Geld sparen.

Ebenfalls fast geschlossen machte der Stadtrat den Weg für konkrete Verhandlungen über den Verkauf eines anderen großen Baufeldes auf dem Leuschnerplatz frei. Im südlichen Teil will das Land Sachsen schnellstmöglich einen Neubau für das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) sowie eventuell noch weitere Institute errichten. Die nationale und internationale Bedeutung des IfL habe sich in den letzten zwei Jahren enorm erhöht, erklärte dazu Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD).

Für den Freistaat komme nur ein Standort in S-Bahn-Nähe und „maximal 100 Meter entfernt von der City“ in Frage. Etliche Stadträte bestanden jedoch darauf, dass der für das Süd-Baufeld geplante Wohnanteil von 40 Prozent eingehalten werden muss. Gegen 22.20 Uhr fand sich eine konsensfähige Formulierung, laut der die Kommune in den Vertragsverhandlungen darauf dringen wird, dass der Freistaat entweder auch Wohnungen baut oder alle nicht notwendigen Flächen „nach Möglichkeit“ für diesen Zweck der Stadt überlässt.

Jens Rometsch

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