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Stadtpolitik Leipziger Stadtrat diskutiert Icefighters-Umzug
Leipzig Stadtpolitik Leipziger Stadtrat diskutiert Icefighters-Umzug
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11:47 18.04.2018
Die EXA Icefighters Leipzig brauchen eine neue Spielstätte. Quelle: Dirk Knofe
Leipzig

Die Icefighters feierten gerade gebührend Saisonabschluss. Doch die Genehmigung für den Zelt-Standort in Taucha läuft aus – wohin in der kommenden Spielzeit? Am 18. April diskutiert der Leipziger Stadtrat die Chancen für eine Eishalle in Leipzig, und damit auch die mögliche Rückkehr des Eishockey-Sports in die Messestadt.

Im vergangenen Jahr hatte das Bauordnungsamt des Kreises Nordsachsen Sicherheitsbedenken geäußert und den Club beauftragt, die Zeltkonstruktion in Taucha im Detail zu prüfen. Damit konnte die Eisarena ein weiteres Jahr in die Verlängerung gehen. Lieblingsvariante der Kufensportler ist aber ein Umzug in den Kohlrabizirkus. Icefighters-Geschäftsführer André Krüll hat laut Umwelt- und Sportdezernat entsprechende Pläne den Fachausschüssen Sport und Wirtschaft vorgestellt.

Kann der Kohlrabizirkus in Leipzig wieder zur Eishalle werden? Quelle: André Kempner

Danach sollen sich die Kosten für einen Ausbau des Kohlrabizirkus als Spielstätte auf 1,17 Millionen Euro belaufen. 850.000 Euro wollen die EXA Icefighters Leipzig als Eigenleistung stemmen. Über die Details der Finanzierung verrät das aktuelle Dokument für die Stadträte aber nichts. Für die Umzugskosten wünschen sich die Icefighters von der Stadt außerdem eine Unterstützung in Höhe von 320.000 Euro.

Zuschuss von 200.000 Euro möglich

Die Verwaltung kommt nach Prüfung der Förderrichtlinien zu dem Schluss: Mehr als 200.000 Euro in den nächsten drei Jahren kann die Kommune nicht zur Verfügung stellen. Ziel sei, damit ein dauerhaftes Angebot einer öffentlichen Eislauffläche für Leipzig zu unterstützen. Das Geld würde deshalb an eine Eisarena GmbH & Co. KG fließen, bei der sich die Icefighters und der Leipziger Eissportclub einmieten.

Wie schnell ein Umbau des Kohlrabizirkus möglich wäre, und wann die Eishockey-Spieler frühestens einziehen könnten, dazu halten sich alle Seiten bedeckt.

Grüne: „Große Bauchschmerzen“

Die Grünen-Fraktion im Stadtrat hat „große Bauchschmerzen“ bei der anstehenden Entscheidung über finanzielle Unterstützung, so Michael Schmidt, sportpolitischer Sprecher der Fraktion am Dienstag. Für die Grünen sei nicht klar, wie die Icefighters die hohen Investitions- und künftige Mietkosten im Kohlrabizirkus aufbringen wollen. Wie es „um die finanzielle Zukunft der Icefighters angesichts ihrer kühnen Eisdom-Visionen steht, lässt sich überhaupt nicht abschätzen“, kritisierte Schmidt.

Die Grünen bevorzugen eine andere Lösung: In einem Stadtratsantrag fordern sie Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf, mit der Stadt Taucha und dem Landrat des Kreises Nordsachsen über die befristete Weiternutzung des Eiszeltes am derzeitigen Standort zu verhandeln. Alternativ könne die Stadt ein Grundstück neben der Nationalbibliothek, auf dem vormals Flüchtlingsunterkünfte aufgebaut waren, als Interimsstandort für das Eiszelt zur Verfügung stellen.

Interim an der Deutschen Bücherei?

Auch SPD und Linke formulieren in einem gemeinsamen Antrag eine erneute Genehmigung für den Standort Taucha als derzeit beste Lösung. Sollten die Gespräche mit dem Landrat scheitern, soll die Stadt aber 200.000 Euro als einmaligen Zuschuss leisten – unter bestimmten Bedingungen. Die Icefighters müssen dafür einen unterschriebenen Miet- oder Pachtvertrag vorlegen und eine Finanzierungsübersicht über die Gesamtkosten des Umzugs liefern.

Die Fraktionen erwähnen den Kohlrabizirkus nicht, sprechen nur von einem geeigneten Objekt. Sollten alle Stricke reißen, schlagen Sozialdemokraten und Linke ebenfalls das Areal an der Deutschen Bücherei als Zelt-Interim vor.

Im Sportprogramm 2024 der Stadt Leipzig hatte sich die Kommune Ende 2015 verpflichtet, verstärkt nach einem privaten Investor für den Bau einer Eishalle Ausschau zu halten. Derzeit ist Leipzig die einzige deutsche Großstadt mit über 500.000 Einwohnern ohne eigene öffentliche Eisfläche. Eine Petition für eine Eishalle in Leipzig fand rund 12.000 Unterstützer.

ÖPNV, Schulbau, Kita am Lindenauer Hafen – mehr Themen im Stadtrat am 18.04.2018

Von Evelyn ter Vehn

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