Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Stadtpolitik Leipziger Stadtrat nimmt sich Schulsozialarbeit vor
Leipzig Stadtpolitik Leipziger Stadtrat nimmt sich Schulsozialarbeit vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:07 31.05.2018
Leipzig will die Schulsozialarbeit ausbauen. (Symbolbild) Quelle: dpa
Anzeige
Leipzig

Früher wurde Schulsozialarbeit als Makel und Beleg für gehäufte soziale Probleme an einer Schule angesehen. Mittlerweile gelten Sozialarbeiter als Qualitätsmerkmal, werden von Eltern als selbstverständlich betrachtet. „Sie können und sollen die pädagogische Arbeit der Lehrer nicht ersetzen“, betonte Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD) in einer vom Stadtrat einberufenen bildungspolitischen Stunde.

Schulsozialarbeiter könnten die Pädagogen bei gehäuften Problemen der Kinder und Jugendlichen, etwa bei sich verschärfenden Konflikten, Lebenskrisen, Mobbing oder Suchtproblemen, jedoch wirkungsvoll unterstützen. Ihre Arbeit trage dazu bei, die Schulabbrecherquote zu verringern. „Wo es Schulsozialarbeit gibt, kommen Schüler häufiger zur Schule. Sie führt auch dazu, dass sie höhere Abschlüsse erreichen“, betonte Professor Karsten Speck von der Universität Oldenburg und verwies auf diverse Studien. Dennoch könne Schulsozialarbeit nicht „Feuerwehr für alle Schulprobleme“ sein.

In Leipzig gibt es Schulsozialarbeit derzeit an 76 Bildungsstätten. Das reicht allerdings nicht. „Aus unserer Sicht täte an vielen Schulen ein zweiter oder gar dritter Schulsozialarbeiter Not“, sagte Petra Elias, die Vorsitzende des Stadtelternrates. Gut sei, dass der Freistaat jetzt Stellen für Schulsozialarbeiter an Oberschulen finanziert. „An Grund- und Förderschulen sind die Problemlagen aber nicht weniger gravierend“, betonte Elias.

Ziel: Weniger Schulabbrecher

„Leipzig hat doppelt so viele Schulabbrecher wie Dresden“, konstatierte Karsten Albrecht (CDU). Da könnten Sozialarbeiter helfen, gegenzusteuern. Das Senken der Abbrecherquote habe für ihn Priorität. „An jede Schule gehört ein Sozialarbeiter – das hat für uns Priorität“, sagte Margitta Hollick (Die Linke) und lobte, dass Leipzig jährlich 2,4 Millionen als freiwillige Leistung für diesen Bereich ausgibt. „Schulsozialarbeiter können nicht zaubern und alle Unzulänglichkeiten des sächsischen Schulsystems ausgleichen“, sagte Ute Köhler-Siegel (SPD) und regte an, die Kinder- und Familienzentren auszubauen.

Naomi-Pia Witte (Freibeuter) forderte, ihnen die Instrumente der Jugendhilfe wirksamer zur Seite zu stellen. Gerade bei den Hilfen zur Erziehung gebe es in Leipzig noch viele Hausaufgaben zu machen. „Wollen wir das Problem an den Wurzeln packen, brauchen wir eine Förderung von Eltern und Alleinerziehenden“, sagte hingegen Christian Kriegel (AfD). Die Probleme hätten sich – trotz Schulsozialarbeit – verschärft. Er geißelte die „verfehlte Zuwanderungs- und Migrationspolitik“.

Von Mathias Orbeck

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Stadtpolitik Integrierter Stadtentwicklungsplan - Stadtrat beschließt „Leipzig 2030“

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept soll Leipzig fit gemacht werden für die Zukunft mit bis zu 700.000 Einwohnern. Am Donnerstag segnete der Stadtrat den Plan ab.

31.05.2018

Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) hatte sich im Zuge der Auseinandersetzungen rund um Legida Sorgen um den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft gemacht. Er rief eine Initiative ins Leben. Die hat zehn Punkte für ein besseres Miteinander formuliert. Bürger der Stadt füllen das Ganze jetzt mit Leben.

22.05.2018

Die Grünen plädieren für Tempo 30 und ein Schallschutzfenster-Programm.

19.05.2018
Anzeige